Die Unsinnigkeit
der Angst




Der Todfeind des Erfolgs ist die Angst.

Wir fürchten uns von der Armut, auch wenn wir uns in einem Überfluss von Reichtümern befinden.

Wir fürchten uns vor Krankheit, obwohl die Natur ein ausgefeiltes System vorgesehen hat, das den Körper automatisch intakt hält, repariert und pflegt.

Wir fürchten uns vor Kritik, obwohl wir selbst es sind, die kraft der negativen Verwendung unser Vorstellungsgabe Kritik in unserem Denken zulassen.

Wir fürchten uns vor dem Verlust von Freunden und Angehörigen, obwohl wir wissen, dass unser eigenes Verhalten ausreichend sein könnte, um ungeachtet aller Umstände die Liebe in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Wir fürchten uns vor dem Älterwerden, obwohl wir wissen, dass das Alter mehr Weisheit und Verständnisfähigkeit mit sich bringt.

Wir fürchten uns vor dem Verlust von Freiheit, wohlwissend, dass die Freiheit aus dem harmonischen Miteinander mit anderen erwächst.

Wir fürchten uns vor dem Tod, obwohl wir wissen, dass er unabwendbar ist und sich deshalb unserer Kontrolle entzieht.

Wir fürchten uns vor dem Scheitern und begreifen nicht, dass jeder Misserfolg den Keim für einen ebenso großen Vorteil in sich trägt.

Wir fürchteten uns auch vor dem Blitz, bevor Franklin, Edison und einige andere, die ihre Gedankenkraft nutzen, den Beweis erbrachten, dass der Blitz eine Form der physischen Energie ist und zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden kann.

Statt uns innerlich zuversichtlich der Führung der unendlichen Intelligenz anzuvertrauen, schotten wir uns mit jeder nur denkbaren selbstauferlegten Begrenzung, die auf unnötigen Ängsten beruht, geistig ab.

Geistig sind wir allen anderen Lebewesen auf dieser Erde überlegen, und doch gelingt es uns nicht, von den Vögeln und wilden Tieren die Lektion zu lernen, dass sie alle aufgrund eines universellen Plans mit Nahrung und allem Notwendigen versorgt werden.

Wir beklagen uns über mangelnde Gelegenheiten und wettern gegen je, die ihre Geisteskräfte aktiv nutzen; dabei übersehen wir, dass jeder, der im Vollbesitz seiner geistigen Möglichkeiten ist, das Recht und Macht besitzt, alles zu erhalten, was er sich wünscht.

Wir fürchten uns vor körperlichen Schmerzen und verstehen nicht, dass der Schmerz die universelle Sprache ist, durch welche wir vor Schlimmerem und vor Gefahren bewahrt werden und Korrekturen einzuleiten haben.

Aufgrund unserer Ängste und Befürchtungen richten wir uns mit Gebeten an unseren Schöpfer und erflehen Kleinigkeiten, die wir ohne weiteres auch selbst bewerkstelligen könnten, wenn wir nur den Glauben hätten und wenn unsere Gebete dann nicht erhört werden, erkennen wir nicht, dass wir stattdessen Dankesgebete für das, was uns bereits gegeben ist, zu sprechen hätten.

Wir geben und lauschen Predigten über Sünden und erkennen nicht, dass die größte Sünde darin besteht, den Glauben in die Weisheit der Schöpfung zu verlieren, die uns mehr Segnungen verschafft hat als menschliche Eltern ihren Spößlingen jemals bieten können.

Wir verwandeln Erfindungen in Zerstörungswerkzeuge, die wir beschönigend "Krieg" nennen und beklagen uns dann, wenn das Gesetz des Ausgleichs mit Hungersnöten und wirtschaftlichen Krisen zurückschlägt.

Wir missbrauchen die Kräfte unseres Geistes auf unzählige Art und Weise, weil wir nicht begreifen, dass diese Kräfte durch Selbstdisziplin konstruktiv genutzt werden können und dann allen dienen.

Und so gehen wir durchs Leben uns begnügen uns mit den Schoten, während wir gleichzeitig die Kerne der Fülle achtlos wegwerfen!




Aus "The Folly of Fear" von Napoleon Hill