Aufgeschobene
Belohnungen



Dieser Beitrag hat zu tun
  • mit dem Neuanfang
  • mit Selbstdisziplin und
  • mit aufgeschobenen Belohnungen.


Jeder neue Tag ist ja immer auch eine Art Neuanfang.

Viele Leute scheitern aber deshalb, weil sie keinen Plan haben.
Ziele reichen noch nicht aus, man braucht ein System.

Ein solches System bietet zum Beispiel unser Programm Wenn ich könnte wie ich wollte an; dieses Programm (ein 65seitiges E-Book und 100 E-Mails an 100 Tagen) "zwingt" Sie gleichsam, sich Gedanken darüber zu machen, was Sie mit Ihrem Leben anfangen wollen, was Ihnen wichtig ist.

Beim ersten Durchlesen werden Sie das Besondere dieses Programms vielleicht noch gar nicht erfassen, aber bereits nach wenigen Tagen merken Sie, dass Sie
  • feinfühliger geworden sind,
  • dass Sie mehr Schwung haben,
  • dass Sie dynamischer auf Ihre Ziele zusteuern.

Sie brauchen dazu allerdings Selbstdisziplin. Und auf diese wichtige Eigenschaft wollen wir nachstehend näher eingehen:

Daniel Goleman beschreibt in seinem außergewöhnlichen Buch "Emotionale Intelligenz" eine Studie, die Sie sicherlich interessant finden werden:

Stellen Sie sich als Vierjährige(n) vor.

Jetzt erhalten Sie folgendes Angebot: Ihre Mutter sagt Ihnen, dass sie zwei Bonbons erhalten, wenn Sie warten können, bis sie wieder vom Einkaufen zurück ist.

Falls Sie nicht solange warten können, erhalten Sie nur ein Bonbon, und zwar sofort.

Für ein vier Jahre altes Kind ist das eine harte Entscheidung, ein innerer Kampf zwischen Impuls und Selbstbeherrschung, zwischen Wunsch und Zurückhaltung, zwischen der sofortigen und der aufgeschobenen Belohnung.

Wie das Kind reagiert, gibt jedoch auch Aufschluss über seinen Charakter. Aber nicht nur das.

Man kann daraus sogar ableiten, wie sich dieses Kind später als Erwachsener verhalten wird.

Einem spontanen Impuls widerstehen zu können, ist eine der größten psychologischen Stärken. Es zeigt das Maß der gefühlsmäßigen Selbstkontrolle, da alle Emotionen naturgemäß Handlungsauslöser sind.

Die vorgenannte Studie mit den Bonbons wurde vom Psychologen Walter Mischel in den Sechzigerjahren an der amerikanischen Stanford-Universität durchgeführt (Mischel wurde 1930 in Wien geboren und floh 1939 nach New York). Die "Versuchskaninchen" waren vierjährige Vorschulkinder.

Einige dieser Vierjährigen konnten die fünfzehn bis zwanzig Minuten warten, bis der Versuchsleiter wieder zurückkehrte. Manche hielten sich die Hände vor die Augen, um die "Versuchung" nicht sehen zu müssen oder vergruben ihre Köpfe in den Armen. Andere machten Spiele oder sangen Lieder.
Diese Kinder erhielten die versprochenen zwei Bonbons.

Die impulsiveren jedoch schnappten sich das Bonbon in Sekundenschnelle, kaum dass der Versuchsleiter zur Tür hinaus war.

Zwölf bis vierzehn Jahre später sah man sich die Situation dieser Jugendlichen nochmals an. Die Unterschiede waren beträchtlich!


Diejenigen, die als Vierjährige der Versuchung widerstehen konnten, waren
  • kompetenter,
  • effizienter,
  • selbstsicherer und
  • gelassener.

Die Ungeduldigen zeigten jedoch ein nicht so gefestigtes Bild.

Sie waren ...
  • entscheidungsunfähig,
  • hielten nichts von sich selbst,
  • waren nachtragend und misstrauisch,
  • neidisch und gereizt.
  • Sie neigten zu Überreaktionen mit scharfen Ausfällen und gar körperlichen Angriffen.
  • Nach all diesen Jahren waren sie immer noch nicht in der Lage, auf eine sofortige Belohnung zu verzichten.


Was sich schon sehr früh im Leben an Kleinigkeiten zeigt, scheint sich also im Laufe der Zeit im sozialen und emotionalen Bereich noch zu verstärken.
Die Fähigkeit, etwas "durchzuziehen", "bei der Stange zu bleiben", wirkt sich auf die unterschiedlichsten Bereiche aus.

Für unser oben genannten Zielerreichungsprogramm ist sie eine wesentliche Voraussetzung; sie gilt aber für viele Bereiche, ob es sich um eine Diät handelt oder darum, ein jahrelanges Studium abzuschließen ...

Mischels Studie hörte damit noch nicht auf.
Spätere Tests kurz vor dem Schulabschluss bestätigten, dass diejenigen, die als Vierjährige auf ihre zwei Bonbons warten konnten, auch die besseren Schüler waren.

Es würde nicht überraschen, wenn bei dieser Studie eine Reihe von Faktoren übersehen worden wären, zum Beispiel die geschwisterliche Situation der Kinder, wie streng oder nachlässig die Eltern waren, oder ob Süssigkeiten für manche der Kinder eine nicht so wichtige Rolle spielten.

Selbst dann gibt eine solche Langzeitstudie interessante Aufschlüsse. Auch wenn sich das Wort "Disziplin" so hart anhört, geht an ihr kein Weg vorbei, wenn Sie langfristig Vorteile wollen. Falls Sie sich zum Zielerreichungsprogramm entschließen (Sie sollten es wirklich tun!), bedeutet es, täglich seine praktischen Übungen zu machen und das jeweilige Tages-E-Mail zu durchdenken und umzusetzen.

Aber auch in anderen Bereichen werden Sie mit Selbstdisziplin auf jeden Fall mehr erreichen als ohne.

Erfolglose bleiben gerade deshalb ein Leben lang auf der Versagerseite, weil ihnen die Fähigkeit fehlt, jetzt die Ursachen zu setzen, damit sie mittel- und langfristig eine größere Belohnung ernten.