Das Bewusstsein
der Fülle





Thomas Troward (1847 - 19196) war einer der bedeutendsten Autoren seiner Zeit.
Umso überraschender ist es, dass eine Google-Suche nach seinem Namen nur wenige Suchergebnisse bringt. Sucht man nur nach Seiten auf deutsch, so erscheinen lediglich zehn Einträge, wobei die ersten beiden von uns selbst stammen und die weiteren doch wieder englischsprachige Einträge sind:



Wer war Thomas Troward?

Thomas Troward stand in den Diensten der englischen Krone und war zunächst stellvertretender Kommissar sowie später dann Bezirksrichter in der damaligen nordindischen britischen Provinz Pandschab

Das Richteramt übte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1896 aus.

Während seiner Zeit als Richter verfasste er eine Reihe von Schriften und kürzeren Abhandlungen,

Zwar wurde Troward in Indien geboren, seine Eltern waren jedoch britische Staatsbürger. Seine Schulzeit verbrachte er in England, wo er 1865 - als Achzehnjähriger - mit Auszeichnungen im Fach Literatur vom College abging. Er entschloß sich zum Studium der Rechtswissenschaften, wenngleich er sich eher als Künstler und Maler sah.

Als Zweiundzwanzigjähriger kehrte er wieder nach Indien zurück, wo er sich der schwierigen Aufnahmeprüfung für den zivilen Dienst in Indien unterzog. Eines der Prüfungsfächer war Metaphysik. Die Originalität seiner Antworten überraschte bereits damals.

Er heiratete zweimal. Mit seiner ersten Frau hatte er drei Kinder. Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete er ein zweites Mal. Seine zweite Frau, Sarah Ann, sorgte auch dafür, dass seine Werke nach seinem Tode veröffentlicht wurden.

Trowards Lieblingshobby war die Malerei. Er gewann in Indien sogar einige Auszeichnungen in diesem Bereich. Im Alter von fünfundfünfzig Jahren kehrte er 1902 wieder nach England zurück und widmete sich von da an dem Schreiben und dem Malen. Er hatte die heiligen Schriften der orientalischen Religionen, den Koran sowie sämtliche Bibeln sorgfältig studiert und war davon mit Sicherheit beeinflußt worden.

Offenbar handelte es sich um einen gütigen und verständnisvollen Mann, der jedoch als Redner nicht besonders mitreißend war. Sein Auftreten scheint das ein typischen "steifen" Engländers gewesen zu sein, der sehr methodisch vorging.

Mit seiner zweiten Ehefrau hatte er zwei Töchter. In Indien lernte er auch die Landessprache des Bezirks.

Wieder zurück in England, blieben seine Gelehrtheit und Sachkenntnis nicht lange verborgen. Er wurde zu einer Reihe von Vorträgen eingeladen und 1904 hielt er im schottischen Edinburgh die sehr bekannt gewordenen Edinburger Vorlesungen.

Der US-amerikanische Philosoph William James schrieb über die "Edinburger Vorlesungen:"

"... bei weitem die treffendsten Aussagen über Phliosophie, die mir bisher zur Kenntnis gelangt sind, sowohl gedanklich wie auch stylistisch von einer konsequenten Klarheit und führwahr eine klassische Darstellung ..."


Seine Schriften sind allerdings keine leichte Lektüre. Seine Zeilen wollen langsam und bewusst aufgenommen werden. Dann erkennen wir auch, dass sie in der Tat sehr präzise sind und den Nagel auf den Kopf treffen. Es lässt sich auch nicht verleugnen, dass diese Schriften von einem Juristen stammen. Zuerst gilt es, den Grundgedanken zu verstehen. Von da aus argumiert Troward logisch weiter.

Thomas Troward übte einen großen Einfluß auf Ernest Holmes, Frederick Bailes und Dr. Joseph Murphy aus. Auch Emmet Fox und Charles Haanel nahmen auf ihn Bezug.

Sofern Sie die Erfolgsgesetze in 16 Lektionen von Napoleon Hill studiert haben, werden Sie in Kapitel 16 (ab Seite 540) ebenfalls auf den Namen Thomas Troward gestoßen sein.

Bei der Lektüre von Trowards Werken ist zu bedenken, dass er natürlich ein "Kind seiner Zeit" war. In seinen Büchern verwendet er einen um die Jahhundertwende üblichen wissenschaftlichen Jargon. Er war mit den Lehren der Church of England aufgewachsen und hatte die Bibel von klein auf gelesen. Die christliche "Handschrift" ist deshalb eindeutig feststellbar.

Auszug aus seinen Werken

Die folgenden Zeilen stammen aus seinem Werk The Spirit of Opulence.

Die Zeilen sind durchnummeriert; einige allgemeine Voraussetzungen zum Verständnis finden Sie in einem Video weiter unten.

Eine weiteres Video über Schlüsselaussagen in diesem Textauszug finden Sie ebenfalls weiter unten.

Von rein technischen Aufzählungen abgesehen, gibt es fast niemals nur eine einzige richtige Übersetzung. Sie finden hier deshalb sowohl das englische Original als auch unsere Übersetzung.

1 It is quite a mistake to suppose that we must restrict and stint ourselves in order to develop greater power or usefulness. Dass wir uns beschränken und einengen sollen, um mehr zu bewirken und nützlicher zu werden, ist ein großer Fehler.
2 This is to form the conception of the Divine Power as so limited that the best use we can make of it is by a policy of self-starvation, whether material or mental. Dadurch stellen wir uns die höhere Instanz dermaßen begrenzt vor, dass wir uns ihrer bestenfalls durch Selbstaushungerung im materiellen oder geistigen Bereich bedienen können.
3 Of course, if we believe that some form of self-starvation is necessary to our producing good work, then so long as we entertain this belief the fact actually is so for us. Wenn wir glauben, dass eine Form der Selbstaushungerung nötig sei, damit wir gute Arbeit leisten können, wird dies natürlich in der Praxis solange so sein, solange wir daran glauben.
4 "Whatsoever is not of faith" - that is, not in accordance with our honest belief - "is sin"; and by acting contrary to what we really believe, we bring in a suggestion of opposition to the Divine Spirit which must necessarily paralyse our efforts, and surround us with a murky atmosphere of distrust and want of joy. "Was nicht vom Glauben getragen ist" - das heißt, was nicht unserem tiefen Glauben entspricht - "ist Sünde". Wenn wir in unserem Tun gegen das verstoßen, was wir wirklich glauben, erzeugen wir einen suggestiven Gegenpol gegen die höhere Instanz, was notwendigerweise dazu führen muss, dass unsere Bemühungen vereitelt werden, wir hüllen uns in eine düstere Atmosphäre des Misstrauens ein und misgönnen uns die Freude.
5 But all this exists in, and is produced by, our belief: and when we come to examine the grounds of this belief, we shall find that it rests upon an entire misapprehension of the nature of our own power. Aber all das besteht in unserem Glauben und wird von diesem erschaffen: und wenn wir diesem Glauben auf den Grund gehen, merken wir, dass er auf einem Missverständnis unserer eigenen Möglichkeiten beruht.
6 If we clearly realise that the creative power in ourselves is unlimited, then there is no reason for limiting the extent to which we may enjoy that we can create by means of it. Wenn wir klar erkennen, dass die schöpferische Macht in uns selbst unbegrenzt ist, gibt es keinen Grund, um das Ausmaß, in dem wir das genießen, was wir aufgrund dieser Macht erschaffen, zu begrenzen.
7 Where we are drawing from the infinite, we need never be afraid of taking more than our share. Da wir am Unendlichen teilhaben, brauchen wir uns niemals darüber zu sorgen, dass wir mehr als unseren Anteil beanspruchen.
8 That is not where the danger lies. The danger is in not sufficiently realising our own richness and in looking upon the externalised products of our creative power as being the true riches instead of the creative power of spirit itself. Doch darin liegt die Gefahr nicht. Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass wir unseren inneren Reichtum nicht genügend erkennen und dass wir die äußerlich sichtbaren Ergebnisse unserer schöpferischen Macht als die wahren Reichtümer betrachten und die schöpferische Macht des Bewusstseins verkennen!
9 If we avoid this error, there is no need to limit ourselves in taking what we will from the infinite store-house: Wenn wir diesen Fehler nicht begehen, besteht keine Notwendigkeit, uns zurückzuhalten und können ohne Beschränkung aus dem unendlichen Lagerhaus entnehmen.
10 "All things are yours". "Alle Dinge gehören euch"
11 And the way to avoid this error is by realising that the true wealth is in identifying ourselves with the spirit of opulence. Diesen Fehler vermeiden wir, indem wir erkennen, dass der wahre Reichtum darin besteht, dass wir uns mit dem Bewusstsein der Fülle identifizieren.
12 We must be opulent in our thought. Wir müssen unser Denken auf Fülle ausrichten.
13 Do not "think money" as such, for it is only one means of opulence, but think opulence, that is, largely, generously, liberally, and you will find that the means of realising this thought will flow to you from all quarters, whether as money or as a hundred other things not to be reckoned in cash. Denken Sie nicht an Geld als solches, denn Geld ist lediglich eine Form der Fülle, sondern pflegen Sie ein Denken der Fülle, das heißt, denken Sie groß, freizügig und vorurteilslos und Sie werden feststellen, dass die Ergebnisse eines solchen Denkens von allen Seiten auf Sie zuströmen, sei es in Form von Geld oder in hundert anderen Formen, die mit barer Münze nichts zu tun haben.
14 We must not make ourselves dependent on any particular form of wealth, or insist on its coming to us through some particular channel - that is at once to impose a limitation, and to shut out other forms of wealth and to close other channels; but we must enter into the spirit of it. Wir dürfen uns nicht von einer bestimmten Wohlstandsform abhängig machen, oder darauf bestehen wollen, dass der Wohlstand auf eine bestimmte Art und Weise zu uns gelangen wird - dies hieße, eine Beschränkung aufzuerlegen und andere Wohlstandsformen und Zuflußkanäle auszuschließen - sondern wir müssen in das Bewusstsein der Fülle eintauchen.
15 Now the spirit is Life and throughout the universe Life ultimately consists in circulation, whether within the physical body of the individual or on the scale of the entire solar system; and circulation means a continual flowing around, and the spirit of opulence is no exception to this universal law of all life. Das Bewusstsein ist Leben und das Leben besteht im gesamten Universum letztendlich aus einem Kreislauf; das gilt gleichermaßen für den physischen Körper des Menschen als auch für das gesamte Sonnensystem, und Kreislauf bedeutet ein ständiges Fließen. Dieses universelle Lebensgesetz gilt auch für das Bewusstsein der Fülle.
16 When once this principle becomes clear to us, we shall see that our attention should be directed to the giving than the receiving. Sobald uns dieses Prinzip klar geworden ist, sollten wir unser Augenmerk auf das Geben und nicht auf das Empfangen lenken.
17 We must look upon ourselves, not as misers' chests to be kept locked for our own benefit, but as centres of distribution; and the better we fulfill our function as such centres, the greater will be the corresponding inflow. Wir dürfen uns nicht als die Schatztruhen von Geizkrägen betrachten, die zu unserem Wohle angeblich weggeschlossen werden sollten, sondern sollten uns als Verteilungszentren sehen.
Je besser wir unsere Aufgabe als solche Zentren wahrnehmen, umso mehr kommt uns zugute!
18 If we choke the outlet, the current msut slacken and a full and free flow can be obtained only by keeping it open. Wenn wir den Abfluß verstopfen, kann der Strom nur schwächer werden, ein kräftiger und freier Durchfluß ist deshalb nur möglich, wenn der Abfluß offen bleibt.
19 The spirit of opulence - the opulent mode of thought, that is - consists in cultivating the feeling that we possess all sorts of riches which we can bestow upon others, and which we can bestow liberally because by this very action we open the way for still greater supplies to flow in. Das Bewusstsein der Fülle - das heißt, das auf Wohlstand und Fülle ausgerichtete Denken - besteht in der Pflege des Gefühls, dass wir alle wie auch immer gearteten Reichtümer besitzen, die wir anderen zugute kommen lassen and die wir freizügig weitergeben, weil wir aufgrund eines solchen Handels den Weg freimachen, damit noch mehr in unsere Richtung nachfließen kann.
20 But you say, "I am short of money, I hardly know how to pay the necessaries. What have I to give?" Sie mögen einwenden: "Ich bin knapp bei Kasse. Ich kann mir doch kaum Lebensnotwendige leisten. Was habe ich denn schon zu geben?"
21 The answer is that we must always start from the point where we are; and if your wealth at the present moment is not abundant on the material plane, you need not trouble to start on that plane! Die Antwort lautet, dass wir immer dort beginnen müssen, wo wir uns gerade befinden. Falls Ihre finanzielle Situation zur Zeit nicht rosig ist, besteht keine Veranlassung, um in diesem Bereich zu beginnen!
22 There are other sorts of wealth, still more valuable, on the spiritual and intellectual plane, which you can give; and you can start from this point and practice the spirit of opulence, even though your balance at the bank may be nil. Auf der spirituellen und intellektuellen Ebene gibt es noch andere Formen des Wohlstands, welche sogar noch wertvoller sind. In diesen Bereichen können Sie geben und sie als Ausgangspunkt nehmen. In diesen Bereichen können Sie auch dann ein Bewusstsein der Fülle pflegen, wenn Ihr Banksaldo null sein sollte.
23 And then the universal law of attraction will begin to assert itself. Dann wird das universelle Gesetz der Anziehung seine Wirkung entfalten.
24 You will not only begin to experience an inflow on the spiritual and intellectual plane, but it will extend itself to the material plane also. Sie werden nicht nur im spirituellen und intellektuellen Bereichen einen Zuwachs verspüren, sondern dieser wird sich auch im materiellen Bereich bemerkbar machen.
25 If you have realised the spirit of opulence you cannot help drawing to yourself material good, as well as that higher wealth which is not to be measured by a money standard; and because you truly understand the spirit of opulence you will neither affect to despise this form of good, nor will you attribute to it a value that does not belong to it; but you will co-ordinate it with your other more interior forms of wealth so as to make it the material instrument in smoothing the way for their more perfect expression. Sobald Sie das Bewusstsein der Fülle verinnerlicht haben, können Sie gar nicht mehr vermeiden, dass Sie sowohl materiellen Reichtum als auch den höheren Wohlstand, der sich nicht in Gelddingen messen lässt, anziehen, und weil Sie dann das Bewusstsein der Fülle wirklich verstanden haben, werden Sie nicht mehr so tun als würden Sie diese Form des Wohlstands verschmähen und Sie werden ihm auch keine Bedeutung beimessen, die ihm nicht zukommt, sondern Sie werden ihn mit Ihren anderen inneren Ausprägungen Wohlstands koordinieren und ihn auf diese Weise zum materiellen Instrument machen, das den Weg für einen vollkommeneren Ausdruck bahnt.
26 Used thus, with understanding of the relation which it bears to spiritual and intellectual wealth, material wealth becomes one with them, and is no more to be shunned and feared than it is to be sought for its own sake. Bei einer solchen Verwendung des materiellen Reichtums und dann, wenn er im Zusammenhang mit dem spirituellen und intellektuellen Wohlstand verstanden wird, verschmilzt der materielle Reichtum mit den anderen Ausdrucksformen und es besteht kein Grund mehr, ihm aus dem Wege zu gehen oder ihn zu fürchten oder auch, ihn um seinetwegen anzustreben.
27 It is not money, but the love of money, that is the root of evil. Nicht Geld, sondern die Vernarrtheit in Geld, ist die Wurzel allen Übels.
28 Money is a servant and is a tremendous servant, however a terrible master. The reference being made to the love of money is when you let money become the master! Geld ist ein Diener und ein hervorragender obendrein, es ist jedoch ein fürchterlicher Meister. Jemand ist dann in Geld vernarrt, wenn er zugelassen hat, dass es sein Meister geworden ist!
29 The spirit of opulence is precisely the attitude of mind which is furthest removed from the love of money for its own sake. It does not believe in money. Das Bewusstsein der Fülle ist eine Geisteshaltung, welche das Gegenteil der Vernarrtheit in Geld um des Geldes willen darstellt. Eine solche Geisteshaltung glaubt nicht an Geld.
30 What it does believe in is the generous feeling which is the intuitive recognition of the great law of circulation, which does not in any undertaking make its first question: "How much am I going to get by it?" but "How much am I going to do by it?" Eine solche Geisteshaltung glaubt an das großzügige Gefühl, das die intuitive Anerkennung des großen Gesetzes des Kreislaufs darstellt, wonach die erste Frage nicht lautet ""Was bringt mir das?" sondern vielmehr "Wie viel kann ich damit anfangen?"
31 And making this the first question, the getting will flow in with a generous profusion, and with a spontaneousness and rightness of direction that are absent when our first thought is of receiving only. Indem wir dies zu unserer Kernfrage machen, wird das Empfangen einen Überfluss, eine Spontaneität und Stimmigkeit annehmen, die dann fehlen, wenn unser erster Gedanke einzig und allein auf das Kriegen ausgerichtet ist.
32 We are not called upon to give what we have not yet got and to run into debt, but we are to give liberally of what we have, with the knowledge that by so doing we are setting the law of circulation to work, and as this law brings us greater and greater inflows of every kind of good, so our out-giving will increase, not by depriving ourselves of any expansion of our own life that may desire, but by finding that our expansion makes us the more powerful instruments for expanding the life of others. Es wird nicht von uns verlangt, dass wir etwas geben solten, was wir noch nicht haben und dass wir uns verschulden sollten, sondern wir sind aufgefordert, von dem zu geben, was wir besitzen, wobei wir wissen, dass wir auf diese Weise das Gesetz des Kreislaufs in Gang setzen und da dieses Gesetz uns immer mehr Zustrom des Guten von allen Seiten bringt, werden wir auch immer mehr geben, jedoch nicht, indem wir uns der gewünschten Entfaltung unseres eigenen Lebens verwehren, sondern indem wir feststellen, dass uns jede Entfaltung und Erweiterung zu einem noch mächtigeren Instrument macht, das auch das Leben anderer Menschen mehr zur Entfaltung bringt.
33 "Live and let live" is the motto of true opulence! "Leben und leben lassen" lautet das Motto der wahren Fülle!



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