Das Gesetz der Annahme

Vortrag aus dem Jahre 1969
von Neville Goddard



Jedwede Darstellung einer Lehre muss den Beleg erbringen, dass sie einen Bezug zum Diesseits, aber auch zum Jenseits, hat, denn dem weltlich orientierten Menschen ist mehr an der Gegenwart, als an der Zukunft gelegen. Falls Sie bei jemanden ein Interesse für die Wahrheit wecken wollen, müssen Sie deshalb zunächst auf die von diesem Menschen im Hier und Jetzt nutzbare Macht eingehen. Dies ist deshalb der Grund, weil sich die Verheißung so abgehoben anhört, dass Ihr Zuhörer wahrscheinlich sofort unwirsch abwinken wird.  Zeigen Sie ihm deshalb auf, was er hier und jetzt damit anfangen kann. Erwecken Sie sein Interesse am Gesetz der Annahme; vielleicht ist er zu einem späteren Zeitpunkt dann auch für die Verheißung offen.


Lassen Sie mich Ihnen heute ein paar Begebenheiten schildern, die mir ein Herr vergangene Woche berichtete. Er sagte: „Vor etwa zehn Tagen erzählte mir meine Frau von einem vierzehnmonatigen Mädchen, das am Nacken mehrere Knoten hatte. Als diese chirurgisch beseitigt wurden, lautete die ärztliche Diagnose, dass dies Anzeichen von Krebs seien.
Drei Fachärzte hatten sich diese Knoten angesehen und jeder für sich hatte erklärt, dass das Kind Krebs habe. Nur ein Arzt war sich nicht sicher, weshalb das Kind zu weiteren Untersuchungen in der Klinik behalten wurde.


Als ich meiner Frau zuhörte, wie sie diesen Vorfall schilderte, achtete ich nicht einmal besonders auf ihre Worte. Ich hörte nur ihre Stimme und baute ihre Schilderung innerlich um.
Vor dem Einschlafen rief ich mir innerlich nochmals mehrfach die umgestaltete Geschichte auf. Einige Tage später führten die Ärzte eine weitere Untersuchung an einem neuen Knoten durch und kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass das Kind keinen Krebs habe. Da in der Zwischenzeit keine Behandlung durchgeführt worden war, folgerten sie, dass das Kind wohl niemals Krebs gehabt habe, denn ohne Behandlung - so meinten sie - hätte das Mädchen ja nicht gesund werden können.

Als meine Frau davon hörte, erzählte sie der Großmutter und der Mutter des Mädchens von meiner mentalen Übung; diese konnten sich aber nicht vorstellen, dass eine geistige Handlung die Ursache für die Gesundheit sein könne.“


Für den Normalbürger ist es der Gipfel der Abwegigkeit, dass ein Vorstellungsbild eine Realität erschaffen soll. Und doch weiß jeder Mystiker, dass jede natürliche Auswirkung eine spirituelle Ursache haben muss. Es hat lediglich den Anschein, als ob es sich um eine natürliche Ursache handle. Doch das ist ein Irrglaube. Die Erinnerungsfähigkeit des Menschen ist so schwach, dass er ein jetzt eintretendes Ereignis nicht mehr auf einen früheren Ablauf in der geistigen Vorstellung zurückführen kann.


Da der Mensch immer nach einer physischen Ursache sucht, kann er nicht glauben, dass er sich etwas innerlich ausgemalt hatte, was zu einer solchen physischen Wirkung führte. Ich darf Ihnen aber Folgendes sagen: Während Sie alleine dasitzen und sich geistig in etwas hineinleben, setzen Sie eine Ursache in Gang; und wenn Sie dann dessen Auswirkungen erleben, tun Sie den geistigen Vorgang wieder ab oder verleugnen ihn, aber Ihr jetziges Erleben ist nur deshalb real, weil geistige Vorstellungsbilder vorangegangen waren. Nur deshalb!


Ihre Vorstellungskraft setzt alles in Gang, aber Ihr Gedächtnis ist lückenhaft. Deshalb belächeln Sie jemanden, der Ihnen sagt, dass alles durch die Vorstellungskraft verursacht wurde. Nochmals zu meinem Freund. Er berichtete weiter: „Als ich neulich Abends von der Arbeit nach Hause fuhr, kam mir in den Sinn, dass ich ein bisschen Kleingeld gut gebrauchen könne. Der jährliche Steuerabgabetermin stand vor der Tür.


Dann stellte ich mir vor, dass es Banknoten auf mich niederregnen würde. Ich verlor mich etwa eine Minute lang in diesem Bild und stellte mir vor, dass eine heftige Dusche von Geldscheinen auf mich herabprasseln würde. Dann verlangte der Straßenverkehr wieder meine Konzentration und ich war wieder hellwach. Ich vergaß diese Episode, bis dann der fünfzehnte April kam.  An diesem Tag kam mein Vorgesetzter in mein Büro und eröffnete mir: „Sie haben rückwirkend zum ersten April Anspruch auf eine zehnprozentige Gehaltserhöhung“, und überreichte mir einen Scheck."

Probieren Sie es selbst aus. Sie werden dann sehen, dass alles eine Sache der geistigen Vorstellung ist. Eine physische Verursachung gibt es nicht. Alles ist imaginärer Art, auch wenn die Leute es nicht wahrhaben wollen. Die Leute lächeln darüber. Aber sie können keinen Gegenbeweis liefern.


Jemand kann eine andere Person physisch schlagen. Das war die physische Ursache, während der Schlag die Wirkung war; somit erschien das Ganze wie ein physischer Ablauf. Es stellt sich aber die Fragee: Was ging diesem körperlichen Schlag voran? Dieser Impuls nämlich war die unsichtbare Ursache, ein Vorstellungsbild.


Die Geschehnisse werden über die Vorstellungskraft ins Dasein gebracht und auch über die Vorstellungskraft am Leben erhalten. Sobald sie von der geistigen Vorstellung nicht mehr genährt werden, lösen sie sich spurlos auf. Aus dieser Warte müssen wir uns auch dem Evangelium nähern. Sofern jemand auf dieser Ebene interessiert ist und sich selbst bewiesen hat, dass es sich so verhält, ist er später vielleicht auch daran interessiert, mehr über die Verheißung zu erfahren.


Nochmals zu dem kleinen Mädchen: Nach menschlichen Standards handelt es sich von außen gesehen um ein vierzehn Monate altes Mädchen. Doch die Trägerin dieser äußeren Hülle ist so alt, wie Gott sellbst - und Gott kennt weder Anfang noch Ende. Er erwählte uns in sich, und zwar nicht erst dann, als wir aus dem Mutterleib kamen, sondern von Anbeginn der Welt.


Bereits vor der physischen Schöpfung wurden Sie und ich in ihm für einen Zweck erwählt, denn ohne einen Zweck, und falls der Tod das Ende wäre, wäre alles sinnlos. Viele Tyrannen glauben das und da sie in dieser Denkweise gefangen sind, kann man ihnen ihr Tyrannentum nicht einmal vorwerfen. Wenn Sie glaubten, dass der Tod das Ende sei, würden Sie sich wahrscheinlich ähnlich verhalten. Sie würden wie Macbeth reden, dem Shakespeare die Worte in den Mund gelegt hat: „Vernommen wird ein bedeutungsloses Märchen, erzählt von einem Blödling, voller Klang und Wut.“
So sähe die Welt aus, wenn es keine Verheißung gäbe, wenn alles sinn- und zwecklos wäre. Wenn Sie aber sein Interesse am Gesetz der Annahme so weit wecken können, dass er es einer ernsthaften Prüfung unterzieht, dann können Sie ihm auch das größte Geheimnis verraten und vielleicht wird er sich damit beschäftigen.


Über Jesus wurde keine einzige von außen her beweisbare Aussage gemacht. Nur Visionäre können diese Aussagen ermessen. Während ich in dieser sterblichen Hülle lebte und man mich nur anhand meiner äußeren Maske kannte, entfaltete sich die unglaubliche Geschichte Jesus Christi in mir. Ich habe Sie, liebe Freundinnen und Freunde, in mein Vertrauen gezogen und Sie in meine Erfahrungen eingeweiht, in der Hoffnung, dass Sie mir Glauben schenken mögen. Sie sehen mich hier stehen, gesund und mitten im Leben, und dennoch weiß ich, was es heißt, gekreuzigt und begraben zu werden und wiederaufzuerstehen.


Während ich mich in meinem himmlichen Körper befand, weihte ich eine Dame unter Ihnen ein, um meinen nach innen - nicht nach außen! - gerichteten unsterblichen Augen die Bestätigung zu verleihen, die von ihr kommen kann. Sie sah mich ans Kreuz genagelt, welches niedergebrannt wurde, um ein güldenes, flüssiges Licht am Sockel zu hinterlassen. Niemand könnte ihr einreden, dass sie diese Erfahrung nicht gemacht habe, ebenso wenig wie mich jemand davon überzeugen könnte, dass ich diese Erfahrung nicht gemacht habe.


Diese Dame weiß jetzt, wer Jesus ist. Zwar kennt sie mich als einen Mann aus Fleisch und Blut, mit all seinen Schwächen und Begrenzungen, aber sie hat in ihrer Vision über diese äußere Maske hinausgeblickt und erkannt, wer Jesus ist. Er hat mir das Mysterium seines Willens geoffenbart. Jesus ist Gottes Erlöserplan in Ihnen. Dieser Plan hat sich in mir entladen und ich habe Ihnen von meinen Erfahrungen sowohl in Vorträgen, als auch in meinem Buch „Auferstehung“, berichtet.


Aber nur der Visionär, nur derjenige, der mit unsterblichen Augen sehen kann, wird erkennen, wer Jesus ist, denn sein Reich ist nicht von dieser Welt. Er war es, der sagte: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt“ (Joh. 8,23). Aber die Menschen haben Jesus immer irgendwo im Nahen Osten gesucht.


Leute, die keinen Zugang zu diesen Visionen haben, behaupten, dass sie den Ort kennen würden, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde; manche sagen gar, dass sich ein Holzsplitter dieses Kreuzes in ihrem Besitz befände. Diese Leute halten lediglich eine Überlieferung am Leben und haben Gottes Wort, wie wir es im 15. Kapitel bei Matthäus nachlesen können, nicht ansatzweise verstanden.


Indem sie die Überlieferungen an einen leibhaftigen Jesus aufrecht halten, verschließt sich ihnen die Wahrheit, da Jesus kein körperliches Wesen ist; er ist ein in jedem einzelnen Menschen begrabenes Muster. Als dieses Muster in mir ausbrach, war ich so überrascht, wie man nur sein konnte, und wenngleich ich nach wie vor in dieser kleinen fleischlichen Hülle lebe und allen Versuchungen der Welt ausgesetzt bin, kann ich meine Visionen nicht verleugnen.


Nun habe ich meine unsterblichen Augen einer Person weitergegeben, welche sie ihrerseits wieder weitergeben kann, damit sie alle Augenzeugen werden, so wie es bei Lukas heißt: „Schon viele haben es unternommen, eine Erzählung über die Ereignisse abzufasssen, die sich unter uns erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen waren ...“


Und dann fügt er hinzu: „… Nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin, habe ich mich entschlossen, hochverehrter Theophilius, die Dinge der Reihe nach aufzuschreiben.“ Lukas war deshalb in der Lage, allen, die Gott liebten ("Theophilius") die Wahrheit zu eröffnen, weil es Augenzeugen gab. Nachdem die Augenzeugen diese Welt verlassen haben, vermehren sich die Diener des Wortes. Damit sind Leute ohne Vision gemeint; Leute, welche keine Augenzeugen waren und die Dinge nur vom Hörensagen kannten.


Die Augenzeugen verlassen diese Welt und hinterlassen nur die Diener des Wortes, welche dann Organisationen aufbauen und die ursprünglichen Augenzeugen zu kleinen Göttern hochstilisieren. Über das Aufbrechen des Musters sagen sie kein Wort; sie reden nur über den äußeren Menschen. Doch einen äußeren Jesus gibt es nicht.


Historische Belege für einen leiblichen Jesus werden Sie niemals finden - und dennoch ist er wirklich und real. Er ist Ihr wahres Sein, Ihre Hoffnung auf Herrlichkeit. Erkennen Sie den Jesus Christus in Ihnen nicht? Wenn Sie sich nicht prüfen oder die Prüfung nicht bestehen, dann wird dies auch weiterhin so sein. Prüfen Sie ihn auf seiner Ebene. Prüfen Sie Ihre schöpferische Macht, das Gesetz der Annahme. Tun Sie es meinem Freund gleich und lassen Sie einen Geldregen auf sich niederprasseln.
Glauben Sie daran, dass Sie bereits empfangen haben und es wird Ihnen gegeben werden!


Danach weihen Sie Andere in dieses Geheimnis ein und zeigen ihnen auf, dass die Bibel ein pragmatisches Buch zur Lebensgestaltung ist. Beginnen Sie nicht mit dem Jenseits. Über die Verheißung können Sie später noch reden. Bedenken Sie stets: Für die Vorstellungskraft ist alles möglich, und die Welt wird in der geistigen Vorstellung erschaffen.
Es ist nicht Ihre Aufgabe, die Dinge durch Kraftaufwand zu verändern. Das ist die Ebene des Verstandesmenschen. Auf der Ebene der Vorstellungskraft gehen Sie innerlich schlicht und einfach vom erreichten Ziel aus. Mein Freund weiß nichts über Krebs. Wenn er eine Krebszelle unter ein Mikroskop sähe, würde er sie nicht erkennen. Er ist kein Arzt und weiß über den menschlichen Körper auch nicht mehr als ich, aber er weiß, was ihm seine Frau erzählen würde, wenn die ärztliche Diagnose anders ausgefallen wäre und das Kind als gesund bezeichnet würde.


Als seine Frau anderen Personen von der geistigen Handlung berichtete, konnten diese Personen damit nichts anfangen; dass eine Ursache geistige Art sein könne, ging über ihren Horizont hinaus. Für diese Menschen muss alles eine physische Ursache haben und deshalb muss auch alles physisch geheilt werden. Aber das Leben ist eine geistige Reise. Mein Freund hörte, wie ihm seine Frau von dem Mädchen berichtete und weil er wusste, was er hören wollte, formulierte er die Worte seiner Frau in seiner Vorstellung um.


Mehr tat er nicht. Und diese Worte konnten nicht leer zu ihm zurückkommen.  Nach außen hin tat er absolut gar nichts, um die Dinge zu verändern. Er blieb seinem geistigen Vorstellungsbild treu und es erfüllte sich.


Machen Sie den Praxistest. Danach können Sie mit Personen Ihres Vertrauens darüber sprechen: „Hast du schon einmal daran gedacht, dass die Welt nicht durch das Offensichtliche verursacht wird, sondern durch geistige Abläufe?“ Vielleicht wecken Sie dadurch ein Interesse und Ihre Freunde und Nachbarn wollen der Sache selbst auf den Grund gehen. Falls sie selbst experimenieren und Ergebnis erzielen, sind sie später vielleicht auch für die Verheißung offen.


Sie können ihnen erklären, dass ihre kleine fleischliche Hülle nach dem so genannten Tod in ein ewiges Leben transformiert wird. Sie werden komplett transformiert, mit einem menschlichen Gesicht, menschlichen Händen und einer menschlichen Stimme, aber die Gestalt lässt sich nur als Licht beschreiben.


Was den Menschen von den übrigen Geschöpfen unterscheidet ist nicht zuletzt die Hand. Der Affe besitzt keine Hand. Die Affenhand kann nichts gestalten, die menschliche schon.
Ds erste Wort im Namen YOD HE VAV HEY bedeutet „Hand.“ Gemeint ist die schöpferische, gestaltende Hand. Wenn der Mensch kein Gewand für seinen Körper schneidern könnte, müsste er nackt gehen, aber da er eine gestaltende Hand besitzt, kann er sich in das Ebenbild seines Vaters verwandeln; er kann ein feuriges Wesen aus sich machen.


Die meisten Menschen werden abwinken und Ihnen nicht zuhören. Sie bleiben lieber die kleinen Menschlein, als die sie sich kennen, und begnügen sich mit dem fleischlichen Körper, der mehrmals am Tag auf die Toilette gehen muss, um seine normalen Funktionen aufrechtzuerhalten.


Können Sie sich die Hölle vorstellen, wenn dieser Prozess auf ewig wiederholt werden müsste? Wenn Sie sich als Gott begreifen, sprechen wir von einem anderen Körper. Von einem himmlischen Körper - einem Körper aus Feuer und Luft, den Sie letztendlich zu erwecken haben.


Doch wollen wir nicht vorgreifen. Solange Sie hier auf dieser Erde sind, sollten Sie das Gesetz der Annahme nutzen. Ständig! Alles ist vorstellbar. Stellen Sie sich die bereits erfolgte Verwirklichung Ihres Herzenswunsch einfach vor. Ganz normal und unspektakulär. Gehen Sie von diesem inneren Wissen aus. Mehr tun Sie nicht. Auf diese Weise wurde die Welt, in der wir leben, erschaffen.


Bevor Sie nun den Kopf schütteln, darf ich Sie bitten, es selbst zu exerzieren. Es wäre ja auch dumm, über etwas zu urteilen, ohne es zunächst selbst ernsthaft ausprobiert zu haben. Ich kenne Leute, die behaupten, dass sie dies oder jenes nicht mögen, ohne es jemals probiert zu haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass wir an allem Möglichen Geschmack finden können.
Ich entsinne mich noch, wie ich zu ersten Mal Austern aß. Ich war ungefähr elf Jahre alt, als ich mit meiner Mutter die karibische Insel Saint Croix besuchte. Damals gab es dort noch keine Hotels, nur Fremdenheime. Wir saßen alle um einen Tisch herum. Jeder sprach Dänisch und ich verstand kein Wort. Also sah ich zu, um zu lernen, wie man Austern isst.
Auf dem Teller vor mir befanden sich sechs kleine Dinger in Schalen. Da ich keine Ahnung hatte, was ich damit anstellen sollte, beobachte ich die Gastgeberin. Sie nahm ein Gäbelchen, steckte es in eines dieser Dinger, schob es in ihren Mund und verzog ihn zu einem wonnevollen Lächeln. Da ich von derselben Wonne ausging, nahm auch ich meine Gabel, spießte eines der Dinger auf und schob es in meinen Mund.
Doch es weigerte sich, die Speiseröhre hinabzuwanden, und ausspucken konnte ich es auch nicht. Ich musste das Ding aber schlucken, und wenn es das Letzte wäre, was ich in diesem Leben tat. Ich lief grün an - und auf dem Teller warteten noch fünf weitere dieser Biester auf mich. Ich schaffte es. Und heute genieße ich Austern in jeder Form.


Wir können also für alles auf dieser irdischen Welt einen Geschmack entwickeln. Das gilt auch für die himmlische Welt. Beginnen Sie mit dem Gesetz der Annahme. Lernen Sie seine Wirkungsweise kennen. Und nachdem Sie selbst die praktische Erfahrung gemacht haben, dass es funktioniert, verspüren Sie vielleicht auch den Wunsch, herauszufinden, wer Jesus wirklich ist. Wahrscheinlich ist auch Ihnen beigebracht worden, dass eine Frau namens Maria von Gott geschwängert wurde und dann einen leiblichen Sohn namens Jesus geboren hatte. Ich darf Ihnen Folgendes sagen: Ich bin ein normaler Mensch, ohne höhere Schulbildung, in zweiter Ehe verheiratet und Vater von zwei Kindern, aber ich habe alles erfahren, was in der Bibel über Jesus Christus berichtet wird.


Und ich verlieh mein unsterbliches Auge einer Frau (ebenfalls zum zweiten Mal verheiratet, und Mutter von Kindern mit zwei unterschiedlichen Vätern), damit sie mich am Kreuz hängen sehen könne, und dieses Kreuz war auf ein güldenes flüssiges Licht reduziert. Sie sah den zunächst auf einem Bett liegenden und dann am Kreuz hängenden Körper; sie hat den Körper gesehen, denn ich des Nachts trage und weiß jetzt, wer Jesus wirklich ist. Das ist nicht die fleischliche Hülle, sondern das ewige Muster der Erlösung, welches in dieser Hülle schläft. Er wachte in einer Hülle auf, welche Außenstehenden als Neville bekannt ist. Da er nun erwacht ist, weiß ich, dass ich der menschgewordene Er bin und dass die Menschheit Gott werden kann.
Gott schläft jetzt in Ihnen. Er wird erwachen und Sie werden dasselbe Schauspiel erleben, wie es auch im Evangelium von jemandem erlebt wurde, der Jesus Christus genannt wird, denn einen anderen gibt es nicht und wird es niemals geben. Andere Menschen, die über Sie zum Gesetz der Annahme gekommen sind, wenden sich vielleich von Ihnen ab, denn Überlieferungen sind hartnäckig. Dies steht bereits bei Matthäus 15.6:  „Um eurer Überlieferung willen habt ihr das Wort Gottes außer Kraft gesetzt."


Indem Millionen von Menschen Überlieferungen am Leben halten, weil sie sich in diese lächerlichen roten und lila Gewänder kleiden oder einer Messe beiwohnen, halten sie sich für gesegnet. Doch genau wegen dieser überlieferten Riten wird das Wort Gottes außer Kraft gesetzt.


Ich spreche aus Erfahrung. Nehmen Sie diese Hinweise ernst, denn ich muss bald weiterziehen, und jene unter Ihnen, die mit dem inneren Auge sehen können, werden erkennen, wovon ich gesprochen habe. Dann werden auch Sie weiterziehen, und nur noch die Priester hinter sich lassen, welche meine Erfahrungen in ihr institutionales Konzept pressen werden, um auf diese Weise das Wort Gottes ein weiteres Mal außer Kraft zu setzen.


Wenden Sie das Gesetz der Annahme in der Praxis an. Dies tun Sie, indem Sie sich in das Bild dessen hineinfühlen, der Sie sein möchten. Doch vergessen Sie darüber nicht die Verheißung, denn ohne die Verheißung hätten Sie nichts gewonnen, selbst wenn Ihnen die gesamte Welt gehörte.


Vor einiger Zeit laß ich das Buch, welches Stalins Tochter über ihren Vater geschrieben hat. In diesem Buch erklärt sie, dass sie anwesend war, als er starb. Sie schreibt, dass er einseitig gelähmt war, sein Gehirn war nicht mehr funktionsfähig, er war physisch blind; doch irgendetwas habe er gesehen, was ihn veranlasste, seine funktionsfähige Hand zu heben und herumzufuchteln. Dabei habe er einen hasserfüllten Gesichtsausdruck gehabt. Es war, als würde er den vor ihm stehenden Leibhaftigen herausfordern. Vielleicht hatte er eine Momentaufnahme der zwanzig Millionen Menschen gesehen, deren Leben er vernichten ließ, was dazu führte, dass er seine Hand gestikulierend erhobt. Er glaubte nicht an ein Jenseits. Er glaubte nicht, dass er zu einem neuen Leben erweckt würde. Deshalb schien er sich für befugt zu halten, rücksichtslos vorzugehen.


Auf dem Balkon stehend sah er auf Abertausende hinab, die ihm zujubelten, und er murmelte nur: „Ihr Schwachköpfe!“ Er betrachtete sie als die Spreu des Lebens, und doch blasen diese Leutchen Stalin heute zu einer wichtigen Figur in der Geschichte auf. Nun aber ist er mit sich selbst konfrontiert. Jetzt spielt er nicht mehr die Rolle eines Stalin, sondern dasselbe Wesen ist nun ein junger, gesunder und starker Mann, der weiterlebt, und etwas tut, das den in ihm verborgenen Erlösungsplan entfaltet, welchen er zu seinen Lebzeiten als Stalin verleugnet hatte.


Ich darf Ihnen ans Herz legen, sich dieser Macht, dieses Gesetzes der Annahme, aktiv zu bedienen. Legen Sie klar fest, was Ihr Wunsch ist, und bauen Sie innerlich eine Miniszene auf, welche impliziert, dass Ihr Wunsch bereits erfüllt ist.

Bewegen Sie sich gefühlsmäßig in diese Szene hinein.

Nehmen Sie aktiv daran teil, indem Sie dieser Szene eine plastische Lebendigkeit verleihen.

Und dann entspannen Sie sich, und erfühlen dieses Szene als Ihre physische Realität.

Verschwenden Sie keine Gedanken daran, wie sich Ihr Wunsch erfüllen wird!


Gehen Sie innerlich von der Gewissheit, dem festen Wissen, aus, dass er bereits eine Tatsache ist und dass Sie seine Verwirklichung nun erleben!

Glauben Sie fest daran, denn der Glaube ist das Vertrauen auf eine unsichtbare Realität.

Ihr Vorstellungsbild ist zwar auf der physischen Ebene noch unsichtbar; für Gott aber ist es eine Realität. Wenn Sie gefragt würden, wer sich dieses Vorstellungsbild ausmalt, würden Sie antworten: „Ich bin“ es, der sich dieses Bild ausmalt. Und das ist Gottes Name auf alle Zeiten: Ich bin!


Lernen Sie, Ihre Vorstellungsbilder morgens, mittags und abends vorwegzunehmen.

Der Herr, dessen Erfahrungen ich Ihnen heute geschildert habe, erzählte mir, dass er mich für verrückt gehalten habe, als er mich zum ersten Mal über diese Zusammenhänge reden hörte. Aber er wollte der Sache auf den Grund gehen. Und es funktionierte! Mir ist bewusst, dass das Gesetz der Annahme - oder „das Gebot“ - und die Verheißung aus einer weltlichen Sicht keinen Sinn ergeben. Dennoch wiederhole ich: Es gibt einen in Ihnen vergrabenen Erlösungsplan, der zur rechten Zeit aufbrechen wird. Dann werden Sie all das erleben, was in der Bibel über einen Jesus geschrieben steht. Dann werden Sie wissen, dass es niemals einen leibhaftigen Jesus gab, sondern dass dies der Name für einen Plan ist. Jesus ist Ihr eigenes wunderbares ICH BIN.


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