Das Wort

Vortrag aus dem Jahre 1965
von Neville Goddard



Im siebzehnten Kapitel lesen wir bei Lukas: „Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen  und riefen: «Meister, hab Erbarmen mit uns». Als er sie sah, sagte er zu ihnen: «Geht, zeigt euch den Priestern». Und während sie hingingen, wurden sie rein.“

Jedes Wort aus dem Evangelium ist eine Botschaft für uns, denn die Bibel ist nur das Wort Gottes, das nicht verschwiegen werden konnte und das sich auf keine andere Weise ausdrücken lässt. Es wurde denen zuteil, die dafür bereit waren.

Mithilfe dieser kleinen Geschichte können wir, Sie und ich, unsere gesamte Welt verändern, wenn wir die wahre Aussage herausziehen. Was will uns diese Geschichte sagen?

Bei dem Wort „Aussätzige“ denken Sie wahrscheinlich an eine unreine Person, die von der menschlichen Gesellschaft ferngehalten wird und sich nicht unter die gesunden Menschen mischen darf, weil sie eine ansteckende Krankheit hat. Aber Sie und ich, wir wurden gesellschaftlich, finanziell, intellektuell auf unzählige Weisen geächtet - wir sind die Aussätzigen.

Jesus sagte den Aussätzigen: „Zeigt euch den Priestern!“ Im Altertum waren nicht nur jene Priester, die die Menschen das Wort Gottes verkündeten, sondern diese Leute waren auch Ärzte, und  geächtete Kranke brauchten eine besondere Bescheinigung, die es ihnen gestattete, sich unter andere Menschen zu begeben. Sie zeigen sich also den Priestern und falls diese Ihre Reinheit bescheinigten, dass Sie rein waren, durften Sie Kontakt mit anderen Menschen haben.  „Während sie hingingen, wurden sie rein.“ Was für eine Geschichte! Wir - Sie und ich - wir haben vielleicht irgendein Problem, sagen wir finanzieller Art.

Wie können wir uns nun der tiefere Aussage dieser Geschichte bedienen, um uns von der Mangelsituation zu reinigen? Wie können wir materielle Sicherheit finden?

Zum einen sehen wir hier eine Handlung: Um etwas Neues zu erzeugen, müssen wir das geistige Mobiliar umstellen. Damit meine ich jene Menschen, die wir kennen. Wir haben Freunde, Bekannte und Verwandte, und jeder Einzelne steht für ein Möbelstück in unserem Geist. Jede Umstellung würde die Bedeutung verändern.

Wenn ich heute ein gewisse Stellung innehätte und mir wünschte in eine höhere, verantwortungsvollere und besser bezahlte Stellung zu gelangen, würde ich mir vor meinem geistigen Auge ausmalen, wie ich bereits in dieser angestrebten höheren Position wäre. Diese geistige Umstellung würde mich in Bezug auf Kollegen und andere Personen in dieser Firma automatisch verändern. Jeder würde mich anders wahrnehmen, denn auch ich würde sie anders wahrnehmen.

Frieren Sie dieses Vorstellungsbild eine kurze Zeit lang geistig ein; halten Sie es aufrecht. Machen Sie eine Momentaufnahme. Ähnlich wie Sie bei einem Portraitfotografen eine Zeit lang stillhalten, halten Sie auch hier kurz still.

Geistig halten Sie dieses innere Bild so lange aufrecht, bis Sie gleichsam eine mentale Aufnahme davon machen können. Sehen Sie es sich mental an und atmen Sie so lange ein, bis Sie ein Gefühl der Erleichterung verspüren. Sie werden einen gewissen inneren Schauer spüren.

Die Erleichterung gehört zu den am tiefsten empfundenen Gefühlen. Wenn Sie zum Beispiel auf jemanden warten, sagen wir, auf Ihr Kind, und es dann zwar spät, aber doch endlich nach Hause kommt, fühlen Sie sich tief erleichtert. Zwei Stunden lang haben Sie gebangt und Sie waren immer nervöser geworden, aber jetzt hören Sie die vertrauten Schritte im Treppenhaus und die Stimme Ihres Kindes. Es gibt keine Freude, die mit einer solchen Erleichterung vergleichbar wäre.

Sie wollen also Ihre Erlebniswelt vergrößern; Sie wollen über das bisher Gewohnte hinausgehen. Dazu müssen Sie Ihre geistigen Möbelstücke umstellen. Wenn Sie damit fertig sind, spüren Sie ein Gefühl der Befriedigung und eine Erleichterung.

Danach tun Sie nichts weiter. Sie haben eine geistige Prägung vorgenommen, das genügt. Auf eine Art und Weise, die kein Mensch beschreiben kann,  werden Sie dann über eine Ereigniskette geführt und Ihr Wunschbild wird sich zur rechten Zeit in Ihrer Welt verwirklichen.

Aber zunächst muss Ihr Vorstellungsbild keimen; erst dann kann es sich entfalten.

Das also ist die Geschichte des Aussätzigen. Sie sind der Aussätzige; ich bin der Aussätzige. „Zeigt euch den Priestern!“ In der gesamten Bibel geht es um Vorstellungsbilder. Sie zeigen sich den Priestern nicht physisch, die Rede ist von einer mentalen Reise.

Wie würde ich mich fühlen, wenn es bereits so wäre? Wenn ich wirklich bereits von dieser Begrenzung befreit wäre, wem würde ich es dann sagen?

In meinem Fall würde ich es meiner Frau und meiner Tochter sagen und ich würde mit meinen Freunden darüber reden. Genau das tue ich, jedoch in meiner Vorstellung. Ich verhalte mich innerlich so, als wäre ich bereits der Mensch, der ich sein will.

All das spielt sich in meiner geistigen Innenwelt ab. Gott existiert und handelt nur in Menschen. Doch wer ist Gott? Gott ist meine eigene, wunderbare Vorstellungskraft. Einen anderen Gott gibt es nicht und sein Name lautet auf alle Zeiten: Ich bin! „Ich bin, der ich bin. Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt“, heißt es bei 2, Mose 3,14.

Also rufe ich vor meinem geistigen Auge eine gewisse Szene, einen angestrebten Zustand, auf und male mir diesen plastisch aus. Ich konzentriere mich auf dieses Vorstellungsbild und erstelle eine Momentaufnahme.

Durch tiefes Einatmen präge ich es meinem Unterbewusstsein ein. Ich präge es mir selbst ein.

Gottes Wille ist nun mein Wille, und deshalb muss es zutage treten.

Gestatten Sie mir, Ihnen von einer Begebenheit zu berichten, welche Anfang der Fünfzigerjahre stattfand.  Damals besuchte mich meine kleine Nichte. Sie war auf Barbados auf eine so genannte Mädchen-Oberschule gegangen. Das ist dort eigentlich die höchste Schulstufe. Wer eine solche Schule mit Auszeichnung absolviert, kann ohne weitere Prüfungen auf eine Universität wie Oxford oder Cambridge überwechseln. Zwei meiner Neffen haben das getan und sind heute Ärzte.

Meine Nichte war also bei mir. Sie wollte Krankenschwester werden und bewarb sich bei  der St. Luke‘s-Klinik in New York City. Das ist ein ausgezeichneten Krankenhaus, aber die Oberschwester war von Anfang an voreingenommen und wollte meiner Nichte einreden, dass ihre schulische Vorbildung nicht ausreichen würde. Also suchte sie mich auf, ihre Eltern waren auch dabei, und Sally begann zu weinen. Ihre Mutter, meine einzige Schwester, fing ebenfalls zu weinen an. Und ich sagte etwas leichtfertig: „Sally, mein Kleines, du bist mit klaren Absichten hierher gekommen. Du wolltest einen wunderbaren amerikanischen Arzt heiraten. Das ist dein eigentlicher Herzenswunsch. Ich werde also zusehen, dass sich dieser Wunsch erfüllt.“

Mein Schwager war so angespannt, dass er explodierte.  Er sagte: „Sally, ich werde dich zwei Jahre lang irgendwo hinschicken, wo du willst auf dieser Welt. Und nach zwei Jahren kommst du wieder nach Barbados. Du brauchst diese Stelle nicht.“

Was die finanzielle Seite betraf, hatte er sicherlich recht. Aber darum ging es Sally nicht. Sally wollte die Ausbildung zur Krankenschwester machen.

Meine Frau sagte ihr: „Schau her, ich sag dir jetzt, was ich für dich tun werde. Wir gehen zu meinem Hausarzt, der seine Praxis im Columbia Presbyterian Medical Center hat. Das ist ein einflussreicher Mann. Dort bewirbst du dich neu, aber diesmal erzählst du nicht, dass du von einer staatlichen Mädchen-Oberschule kommst. In diesem Land versteht man das nicht. In England denkt man bei so etwas an Eton, das ist ein hervorragendes Internat, aber hier müssen wir eben andere Begriffe verwenden.“

Also hat sie ihre Schule umgetauft und besuchte dann die Columbia  University. Dort gibt es eine Fakultät für Pflegeberufe und Sally schloss die Ausbildung ab. Dort lernte sie einen netten Arzt kennen - er war zwei Jahre älter als sie. Mittlerweile sind sie verheiratet und haben drei Kinder, das vierte ist unterwegs. Und alles, was ich getan hatte, als sie tränenüberstömt in meiner Wohnung saß und ihre Mutter ebenfalls heulte, war, dass ich mir geistige vorgestellt hatte, dass Sally glücklich mit einem amerikanischen Arzt verheiratet war. Ein einziges Mal tief eingeatmet und die Erleichterung verspürt, das war‘s. Ich kümmerte mich nicht darum, wie das im Einzelnen vor sich gehen sollte, ob sie die Ausbildung schaffte oder nicht. Und Sally lernte diesen wunderbaren Mann kennen.

Das ist das Bild des abgewiesenen Aussätzigen: „Du bist für unsere Schule nicht gut genug.“ Und dann winselst du um Gnade. Was ist Gnade?

Gnade ist gelebte Liebe. „Herr, lass Gnade walten!“ Gott ist Liebe, er ist deshalb gelebtes Tun. Sie selbst sind derjenige, der zum  Tun aufgefordert wird, denn Gott wurde den Menschen gleich (Philipper 2,7). Sie wenden sich deshalb nicht an einen äußeren Gott, sondern an sich selbst.

Sie haben nun also Ihr Vorstellungsbild. Bauen Sie dieses Bild vor Ihrem inneren Auge auf. Stellen Sie sich diesen Menschen so vor, wie Sie ihn sehen wollen. Spüren Sie die Freude, die Begeisterung, und glauben Sie an die Realität Ihres verwirktlichten Bildes. Dieses Vorstellungsbild ist Gott in Aktion.

Soweit die Geschichte. Für den oberflächlichen Betrachter ergibt sie keinen Sinn, doch wichtig ist, dass sie sich verwirklichte, nicht, was Außenstehende davon halten. Wenn ich mir selbst den Praxistest erbracht habe, ist die Meinung Anderer unerheblich. Dann kann ich diese Vorgehensweise ein ums andere Mal wiederholen.

Sie unternehmen keine praktischen Schritte. Sie gehen lediglich geistig in die angestrebte Endsituation und „fotografieren“ innerlich ein Standbild dieser Endszene.

Gehen Sie nicht mehr an den Anfang zurück; behalten Sie immer das Ende im Auge! Sie machen eine Aufnahme von der Endszene, nicht vom Anfang, und dann entwickeln Sie sie. Alsdann werden Sie über eine Ereigniskette zur praktischen Verwirklichung Ihres Vorstellungsbildes, das Sie sich eingeprägt hatten, geführt. Um auf dieser Welt etwas Neues hervorzubringen, verschieben Sie die „Möbelstücke“ in Ihrem Geist wunschgemäß.

Bei Jesaja 55,11 steht geschrieben: „Also soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder leer zu mir zurückkehren, sondern das vollbringen, was ich wollte und das durchführen, wozu ich es aussandte.“

Es soll  nicht leer zu mir zurückkehren. Von welchem Wort ist hier die Rede? Das sind keine „Worte“, so wie wir sie heute verstehen; gemeint ist „die Bedeutung, der Sinn“. „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ Das griechische Wort „Logos“, das hier als „Wort“ übersetzt ist, bedeutet „Sinn“. Falls ich in einer fremden Sprache spräche und diese keinen Sinn ergäbe, könnte ich nichts ausdrücken, egal, wie oft ich die Sätze wiederholte. Wir brauchen einen Sinn. Richtig wiedergegeben heißt diese Aussage deshalb: „Am Anfang war der Sinn und der Sinn war bei Gott, das heißt, bei der menschlichen Vorstellungskraft.“

Ich brauche mich nicht abzuplagen, um das gewünschte Ergebnis herbeizuführen. Das Leben selbst wird es mir bringen. Ich werde hierhin geführt, und dorthin, und diese kleinen Ereignisse bringen mich letztendlich zur Erfüllung meiner Prägung. Jeder besitzt die Freiheit, dies zu tun. Niemand kann es Ihnen verwehren.

Manche werden Ihnen erzählen, dass sie es auf eine andere Weise vollbracht hätten. Sollen sie erzählen, wozu sie Lust haben. Sie, meine Damen und Herren, haben jetzt eine einfache Methode kennengelernt, die biblische Methode. Vielleicht vergessen Sie die Ursache sogar, sobald es dann so weit ist. Das ergeht vielen so.

Wenn es uns gut geht, neigen wir manchmal zur Überheblichkeit und bilden uns ein, dass wir es auf eine andere Weise geschafft hätten. Wir genieren uns, unseren Mitmenschen die wahre Ursache zu verraten. Vielleicht sind wir auch nicht voll und ganz davon überzeugt, dass es unsere eigene Erfolgsüberzeugung war, welche das Endergebnis herbeibrachte. Also reden wir über die Mittel und Wege und zollen diesen unsere Anerkennung. Wir lernten Herrn Schneider kennen und dieser stellte uns Herrn Meier vor, und dadurch stießen wir auf eine dritte Sache; also bilden wir uns ein, dass dieser Umstand der Grund für unser Gelingen gewesen sei. Doch so ist es nicht; es musste so kommen.

Ich könnte unzählige Beispiele dafür anführen. Ich denke zum Beispiel an mein Vater, wie er auf der Insel Barbados auf einem kleinen Grundstück stand, gerade mal 140.000 Quadratmeter groß. Er blickte auf das Meer hinaus. Vor kurzem hatte er von einer Dame, die mit ihren Schwestern  zusammenlebte, eine Kuh erstanden. Die  Schwestern besaßen eine Kuh, welche keine Milch mehr gab, und sie wussten, dass die Kuh entweder eingehen würde oder zum Metzger musste. Deshalb riefen sie meinen Vater, der mit solchen Dingen handelte. Er besaß einen Laden, wo es kein Fleisch gab, und handelte dort mit allem Möglichen, was es in einem kleinen Laden so gab. Also gingen mein Vater und mein Bruder Victor zu den Schwestern, machten ihr Angebot - welches angenommen wurde - und ließen die Kuh zum Schlachthaus transportieren. Und dieses Grundstück grenzte an einen herrlichen Strand und mein Vater sagte zu meinem Bruder: „Wäre das nicht ein schöner Ort für ein Hotel?“ Das war das Bild, das ihm durch den Kopf ging.

Dann wandte er sich an die Damen und sagte:  „Falls Sie je einen Verkauf erwägen sollten, geben Sie mir eine Chance!“ Das versprachen sie.

Die Jahre zogen ins Land, zwei der Schwestern verstarben  und für eine war es zu viel Arbeit. Also wollte sie verkaufen.

Am Tag des Verkaufs war der Mann, der starkes Interesse am Grundstück gezeigt hatte, geschäftlich in Rio de Janeiro und hatte den Termin vergessen. Als er sich wieder daran erinnerte,  und seinem Anwalt ein Telegramm schickte, war er bereits vierundzwanzig Stunden zu spät dran. Mein Vater hatte es bereits gekauft.

Heute steht dort ein wunderschönes Hotel. Es erstreckt sich nicht über das gesamte Grundstück, sondern ist mittlerweile von hübschen Häuschen umgeben. Aber das Hotel steht so dort, wie es sich mein Vater ausgemalt hatte.

So geht der Schöpfungsprozess vor sich. Man hat Ihnen erzählt, dass Gott die Welt durch das Wort erschuf. Damit ist der Sinn gemeint. Jemand ist vielleicht nicht in der Lage, etwas auszudrücken, aber er kann sich ein Bild von etwas machen. Dadurch prägt er es sich ein.

Sehen Sie es klar vor Ihrem inneren Auge, prägen Sie es sich mit einem tiefen Atemzug ein, und gehen Sie ganz natürlich davon aus, dass es bereits erfüllt ist, genauso, wie es im Psalm 37 heißt: „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue ihm; er wird es fügen!“

Begrenzen Sie sich dabei nicht selbst. Bei Gott ist alles möglich. Aber platzieren Sie ihn nicht irgendwo außen hin! Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werden könne. Was immer der Mensch auch tut und wo er sich aufhält, weiß er doch immer, dass es ihn gibt, dass er ist. Ein Mensch könnte unter Gedächtnisschwund leiden, und nicht wissen, wo er ist und was er ist, aber er weiß zumindest immer, dass er da ist, dass es ihn gibt. Niemand kann vergessen, dass es ihn gibt. Das ist die Ichbinheit: Gott.

Er führt den Menschen durch die Brennöfen der Erfahrung und bringt ihn am Ende als er selbst hervor. Auch dies wird in der Heiligen Schrift beschrieben, aber die Menschen glauben es nicht. Die Menschen meinen, dass vor zweitausend Jahren irgendwelche wundersame Dinge geschehen seien. Nein, so ist es nicht! Es passiert ständig! Jesus Christus ist nur ein Muster, ein Portrait von Gottes Spiel. Es geht nicht um eine gynäkologisch seltsame Geburt; damit hat es nichts zu tun. Es hat mit Ihnen zu tun! Sie wurden auf eine andere Art geboren. Sie finden sich in Ihrem eigenen Schädel wach -  das ist der erste Akt. Und Sie erkannten nicht, dass Sie tot waren. Doch jetzt erkennen Sie, dass es so gewesen sein muss, oder zumindest muss Sie jemand für tot gehalten haben, ansonsten hätte man Sie nicht in den Schädel gelegt. Denn Ihr Schädel wird zum Grab und in diesem Schädel erwachen Sie, um dort zu entdecken, dass er ein Grab ist. Dann kommen Sie aus diesem Schädel heraus, um den Symbolismus vorzufinden, so wie er in der Bibel beschrieben wird. Das Kind, von dem bei Lukas 2,12 die Rede ist, ist das Zeichen für dieses fantastische Ereignis ; es ist in Windeln gewickelt. Und man findet es.

Als Nächstes entwickelt sich alles in Ihnen. Es geschieht alles in Ihnen, außen geschieht gar nichts. Wenn Sie die biblischen Geschichten aufmerksam studieren, werden Sie merken, dass kein einziges Ereignis von einem Auge erblickt wurde; sondern immer nur von demjenigen, der die Erfahrung gemacht hatte.

Ein Beispiel: Er entkam der Versuchung, kam in den Tempel und man gab ihm das Buch Jesaja. Er öffnete dieses Buch und las das 61. Kapitel. Zunächst nur ein paar Worte, einen Vers, dann das halbe Kapitel: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe, damit ich den Gefangenen die Entlassung und den Blinden das Augenlicht verkünde; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze, und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Dann schloss er die Buchrolle und gab sie dem Synagogendiener zurück. Als er sich dann wieder setzte, sagte er zu dem Umstehenden: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört  habt, erfüllt.“

Lesen Sie diese Dinge bei Lukas selbst nach, nicht durch diese kleine Passage. Er kommt aus der Wildnis, wo er alleine war. Wenn er dort alleine war, wie konnte dann jemand wissen, was sich ereignet hatte? Wie könnte dann jemand über seine Versuchungen schreiben? Wer könnte denn darüber schreiben, dass ich vierzig Tage lang irgendwo alleine war, außer mir selbst? Nur ich kann Ihnen darüber berichten, und Sie können es dann zu Papier bringen. Entweder ich erzähle ich davon oder Sie haben das Geheimnis auf irgendeine andere mysteriöse Weise entdeckt.

Doch so war es nicht. Ich, der es erlebt hat, habe Ihnen darüber berichtet. Und Sie glauben mir, oder auch nicht. Und an diesem Tag wurde ich gesalbt. Ich wurde gesalbt und der Geist Gottes ruhte auf mir. Doch wer könnte darüber berichten, dass der Geist Gottes auf ihn niederkam? Doch nur der Betroffene selbst. Und dieser erzählt es Ihnen; andernfalls erfahren Sie es nicht.

Es geht also  um ein Schauspiel, das sich im Menschen selbst abspielt. Mit äußeren Ereignissen hat es nichts zu tun.

Die Bibel ist von Anfang bis zum Ende eine Beschreibung des göttlichen Schauspiels, das sich im Menschen abspielt. Viele werden dies nicht glauben können. Doch das spielt keine Rolle.

Leben Sie Ihr Leben, welches zu einem unabwendbaren Ende führen wird, und dann werden Sie selbst erfahren, dass Sie wiederhergestellt werden, dass Sie nicht tot sind, sondern dieselben Wirren durchmachen, die Sie auch im jetzigen Leben durchleben mussten. Und Sie hören immer wieder dieselbe Geschichte, bis Ihr Geist dann eines Tages fruchtbar genug ist, damit diese Geschichte Wurzeln fassen kann. Dann fängt sie zu wachsen an, und Sie machen die Erfahrung. Doch das braucht seine Zeit, denn der Geist des Menschen ist bisweilen hart wie Granit und lässt die Saat nicht keimen.

Bei vielen Menschen fällt die Saat nicht auf fruchtbaren Boden. So  wie es bei Matthäus heißt: „Ein Sämann ging zum Säen aufs Feld. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief genug war.

Als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, welche die Saat erstickten.

Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre.“

Es gibt auf dieser Erde hochgradig intelligente Menschen, die im weltlichen Bereich sehr erfolgreich sind. Aber sie lehnen diese Aussagen ab. Das ist ihr gutes Recht.

Versuchen Sie nicht einmal ansatzweise, diese Menschen zu überzeugen.

Lassen Sie sie nach ihrer Fasson glücklich werden, denn der Geist muss durch die Brennöfen geläutert werden. Auch diese Menschen werden sich dem Unausweichlichen stellen müssen, genauso wie Stalin, der sich einbildete, er würde auf immer und ewig in seinem Körper bleiben, oder wie Chruschtschow, der sich für allmächtig hielt. Heute werden sie zu Non-Personen gemacht und ausradiert.

Doch in Wirklichkeit sind sie nicht tot. Sie wurden in einem anderen Leben wiederhergestellt, und in die beste Ausgangsposition für ihre Zukunft gebracht, denn letztendlich muss der Boden für die Aufnahme von Gottes Wort bereitet werden. Dieses Wort beginnt mit dem Abraham gemachten Versprechen: „Ich komme wieder und du wirst einen Sohn haben.“

Und danach folgt die noch größere Entfaltung: zu David. „Wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu den Vätern legst, werde ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen.“ Dann folgt die Erfüllung dieser Verheißungen im Bewusstsein derer, die diese Geschichten vernommen haben und sie akzeptierten.

Doch bis dahin sollten wir - im Wissen um diese Weisheiten und im Glauben daran - unsere jetzige Welt schöner gestalten. Es spricht nichts gegen Geldbesitz. Es spricht nichts dagegen, auf dieser Welt etwas Schöneres zu haben, als Sie jetzt besitzen. Lassen Sie es sich von niemandem ausreden!

Lassen Sie sich auch von der Priesterschaft nicht begrenzen. Hören Sie Gottes Wort. Er gibt Ihnen die Entscheidungsfreiheit. Wenn ich mich von hier nach dort bewege und dann zurückblicke, hat sich der Raum verändert. Ich habe mich nicht abgemüht, ich habe keinen Finger gerührt. Ich habe lediglich Tag für Tag die frohe Botschaft für Andere gehört und mich in das Gefühl versetzt, gute Nachrichten zu hören.

Etwa im Jahre 1941 oder 1942 wurde mir etwas klar. Mir wurde bewusst, dass ich etwas besaß, das sich neunundneunzig Prozent der Menschen nicht im Traum vorstellen könnten. Ich brauche es nicht, aber ich habe es. Sollte ich heute Nacht tot umfallen, wird es meine Frau haben, später meine Tochter.

Machen Sie sich also keine Sorgen. Bei Gott ist alles möglich und Gott ist Ihre wunderbare menschliche Vorstellungskraft.

Lassen Sie sich völlig in die gute Botschaft für andere Menschen hineinfallen. Vielleicht nennt man Sie einen Naivling, vielleicht einen Narren - es spielt keine Rolle, in welche Schublade Sie gesteckt werden. Lassen Sie sich auf  keine Diskussionen ein. Sprechen Sie einfach weiterhin das Wort Gottes; damit ist Ihr sinnhaftes Vorstellungsbild gemeint. Gehen Sie innerlich ganz natürlich davon aus, hörbare Worte brauchen Sie dazu nicht. Niemand kann Ihnen das Ergebnis verwehren.

Ebenso wenig wie die Oberschwester in der St. Luke‘s-Klinik meiner Nichte verwehren konnte, dass sich ihr Wunsch erfüllte. Die St.-Luke‘s Klinik ist sicherlich ein hervorragendes Krankenhaus, aber jeder Arzt wird Ihnen wohl bescheinigen, dass  die Columbia-Universität noch eine Stufe höher steht. Die Professoren dort sind allesamt Ärzte. Die Studenten erhalten eine vierjährige Ausbildung.

Nach menschlichen Ermessen hatte meine Nichte nicht die Chance eines Schneeballs im Feuer, um auf diese Universität zu kommen; ein Mädchen aus Barbados mit einem Internatsabschluss. Als ich sie damals neckisch aufzog und ihr sagte, sie würde einen amerikanischen Arzt heiraten - während sie schluchzend in meiner Wohnung saß - und ihr Vater unwirsch reagierte, wurde etwas aufgebrochen. Zwei Jahre später brachte sie diesen jungen Praktikanten mit, einen netten Kerl. Die Woche darauf war er wieder da. Nach etwa einem halben Dutzend Besuche wusste ich, dass sich hier etwas Ernstes anbahnte. Sie heirateten auf Barbados.

So also funktioniert das. Zerpflücken Sie es nicht mit dem Verstand!

Der erste Schritt ist die geistige Umgestaltung, die Revision. Sie nehmen Ihre geistigen Möbelstücke und arrangieren sie um. Die meisten Menschen verrücken ihre Möbel niemals; vielleicht schieben sie das eine oder andere Möbelstück hie und da weg, um Staub zu saugen, aber im Grunde lassen sie die Möbel dort stehen, wo sie immer schon gestanden haben. Etwas anderes kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Das ist eine Analogie für die geistige Festgefahrenheit dieser Menschen.

Sie können alle Strukturen in Ihrem Geist verändern. Betrachten Sie diese Strukturen als mentale Möbelstücke. Jeder ist Ihr Möbelstück: Ihre Freunde und alle Umstände. Sie können sie so oft umarrangieren, wie es Ihnen beliebt - jeden Abend, wenn Ihnen danach zumute ist. Doch eigentlich ist das gar nicht nötig. Ein einiges Mal tief einatmen - das reicht.

Es ist wie bei einer Schwangerschaft. Mit einer einzigen Befruchtung ist es getan. Mehrere Befruchtungen würden das Wachstum nicht beschleunigen. Von nun an geht alles seinen natürlichen Gang. „Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen. Die Weissagung wird erfüllt werden und nicht ausbleiben!“ (Habakuk, 2,3).

Alles hat seine Zeit. Das Küken kommt nach drei Wochen, das Lamm nach fünf Monaten, das Baby nach neun, das Pferd nach zwölf Monaten. Doch zusätzliche Prägungen oder Befruchtungen bringen das Ergebnis nicht schneller herbei.

Einmal reicht. Und dann lassen Sie es in Ruhe und leben in der inneren Gewissheit, dass sich das Ergebnis zur rechten Zeit zeigen wird. Gehen Sie Ihren Alltagsverrichtungen nach und lassen Sie den Dingen ihren Lauf.

Wir haben heute von den Aussätzigen gesprochen. Es waren derer zehn. Aber nur einer kam zurück und bedankte sich. Und der Meister sagte: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die übrigen neun?“

Ich kann einem kleinen Kind beibringen, dass man Danke zu sagen hat. Das ist kinderleicht. Aber ich brauche ihm normalerweise nicht beizubringen, wie es sich dankbar fühlt.

Auf das Fühlen kommt es an! Wenn Sie nur Danke sagen, ohne es zu fühlen, handelt es sich um leere Worte.

Spüren Sie deshalb die Dankbarkeit, dass Ihr Herzenswunsch bereits erfüllt ist!

Wenn Sie wirklich glauben, was Sie heute gehört haben, werden Sie auch aktiv werden. Sie werden sich „den Priestern zeigen“. Die „Priester“ sind in diesem Fall Ihre Mitmenschen, welche die Erfüllung Ihres Wunsches bezeugen.

Das ist die Bedeutung dieser kleinen biblischen Geschichte. Jede dieser Geschichten hat einen tieferen Sinn.


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Neville lehrte die meisten Jahre über das Gesetz der Annahme.

In seinen letzten zwölf Lebensjahren ging er vermehrt auf die Verheißung ein. Das Interesse seiner Zuhörerinnen und Zuhörer daran war nicht so stark, wie beim Gesetz der Annahme.

Wir kommentieren und bewerten solche Vorträge nicht; wir bieten sie Ihnen nur an.

Sie selbst entscheiden, ob und in wie weit oder Sie sich damit beschäftigen wollen.
Vortrag: Das Gesetz der Annahme