Die Offenbarung eines EingeweihtenEine klassische Erzählung vom Geheimnis des Erfolgs
Kapitel 2
Entsprechend meinen Weisungen, die ich im Club hinterlassen hatte, dass sich Ben nach seiner Rückkehr sofort bei mir melden möge, holte er mich in seinem neuen Wagen zuhause ab und wir fuhren in ein elegantes Cafe auf der Anhöhe. Hier hatte ich endlich die Gelegenheit, meinen Freund in ungestörter Umgebung zu studieren.
Dass irgendetwas Außergewöhnliches mit ihm vorgegangen war, ließ sich nicht verleugnen. Er strahlte Gesundheit und Vitalität aus, sein gesamtes Auftreten war ein Beispiel von Ruhe, Ausgeglichenheit und Zuversichtlichkeit. Zwar fühlte ich mich in seiner Gegenwart sehr wohl, ich spürte aber auch die Kraft einer Präsenz in ihm, die ich weder zu beschreiben noch zu verstehen imstande war. Was immer es auch war, hatte es doch die Kraft, mich in einen Zustand der wohligen Sicherheit zu versetzen; gleichzeitig empfand ich eine Art Ehrfurcht vor diesem Etwas. Einerseits war ich nach der Enttäuschung des Vortags sehr erleichtert, andererseits fiel es mir schwer, meine in mir wallenden Emotionen zu beschwichtigen, da ich überzeugt war, dass er etwas hatte, das ich dringend benötigte und ich befürchtete, dass doch noch etwas eintreten könnte, was mir den Zugang zu diesem Etwas verwehrte.
Mein Freund brach das kurze Schweigen, das mir wie eine Ewigkeit vorkam und fragte: "Tom, sehe ich jetzt anders aus als an dem Tag, als ich abreiste?“ Ich musste zugeben, dass er für mich eine Offenbarung und ein Rätsel zur gleichen Zeit war. Dann fuhr er fort: „Ich befand mich in einem Theater in London als ich auf diesen Mann, den Eingeweihten, wie man ihn nennt, traf. Tom, ich war bereits soweit, dass ich allem ein Ende bereiten wollte. Meine Geschäfte waren ein Kuddelmuddel. Ich hatte genauso viel Angst vor dem Leben wie vor dem Sterben. Und kam einfach nicht zur Ruhe. Ich hielt mich einfach irgendwie in Bewegung. Vermutlich war ich dass, was man gemeinhin einen «hoffnungslosen Fall» nennt.“
Wenn ich an diesen Abend in London zurück denke, kommt mir wieder die ganze Mutlosigkeit in den Sinn. Dieser innere Drang, etwas zu finden, brachte meinen Freund, wie ich ihn jetzt nennen darf, und mich zusammen. Ich wollte eigentlich einen normalen Orchesterplatz, aber aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen hatte ich einen Logenplatz bestellt und fand mich neben diesem Mann sitzend. Solche Dinge geschehen ja einem jeden von uns und werden dann als Zufall abgetan, weil wir die Zusammenhänge nicht kennen. Aber ich wurde eines Besseren belehrt.“
"Ich konnte förmlich spüren, wie meine Nervosität ihn auf mich aufmerksam machte. Seine Ausstrahlung ließ keinen Zweifel daran, dass es sich um eine außergewöhnliche Persönlichkeit handelte und ich fühlte den instinktiven Drang, ihm mein Herz auszuschütten. Der Ausspruch ‚Ich bin zutiefst betrübt' durch einen der Schauspieler auf der Bühne brach das Eis zwischen uns. Ich konnte nicht anders als ebenfalls zu murmeln ‚Führwahr!', eigentlich hatte ich das Wort nur hingehaucht, aber mein Freund hat es irgendwie vernommen und drehte mir den Kopf zu. «Sind Sie betrübt?», fragte er mich. Ich nickte und sonderbarerweise fühlte ich mich gleich wohler. Irgendetwas schien mir zu sagen, dass ich das Glück hatte, mich in der Gegenwart eines der großen spirituellen Menschen zu befinden, von denen ich früher so viel gelesen hatte."
"Ich war überzeugt, dass ich endlich auf meinen Befreier gestoßen war und war nach der Vorstellung mehr als erfreut darüber, dass er mich in das Theatercafé einlud. Dankbar nahm ich an und merkte sofort, dass er in diesem Café einen besonderen Respekt genoss. Alle waren sehr zuvorkommend zu ihm. Dies überzeugte mich noch mehr, dass dieser Mann eine Art magische Kraft haben müsse und ich überwand mich, ihn alles Mögliche zu fragen, was mir auf dem Herzen lag. Er hatte auch nichts dagegen, dass ich mir Notizen mache."
"Als ich erfuhr, dass er am nächsten mit dem Dampfer nach New York abreisen wollte, bat ich um Erlaubnis, ihn begleiten zu dürfen. Damit war er einverstanden. Mir fiel auf, dass er lediglich seine Initialen auf die Rechnung schrieb. Als wir bereits draußen auf ein Taxi warteten, sprach ich ihn darauf an. Er sagte, dass er dort nicht bekannt sei und dieses Café zum ersten Mal besucht habe. Ich möge aber versichert sein, dass diese Leute ihr Geld bekämen. Und er fügte hinzu: «Ich habe dies absichtlich gemacht, damit Sie sehen, dass der Mensch, der Macht über sich hat, Herr jeder Lage ist». Ich war immer noch konfus, ging aber nicht näher darauf ein, in der Hoffnung, dass sich mir die Zusammenhänge schon noch eröffnen würden."
"In derselben Nacht, als ich im Halbschlaf lag, gingen mir die Dinge nochmals durch den Kopf und manchmal konnte ich nicht ganz begreifen, was das vor sich ging. Sollte ich jetzt wirklich auf die Sonnenseite des Lebens gelangt sein, oder würde sich alles als Illusion entpuppen? Jedenfalls war dies endlich die erste gut durchschlafene Nacht in Monaten.“ |
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