Kapitel 16




Wie funktionieren Affirmationen?

Um die Jahrhundertwende hatte der französische Apotheker Emile Coué das entdeckt, was wir heute als Autosuggestion bezeichnen. Im Gegensatz zur so genannten Heterosuggestion, welche die Beeinflussung von außen ist, handelt es sich bei der Autosuggestion um die Selbstbeeinflussung.

Coués "Zauberspruch" lautete:

Es geht mir jeden Tag
in jeder Hinsicht
immer besser!



Und es funktionierte!

Warum funktionierte es?

Aufgrund der Umprogrammierung des Unterbewussteins. Die Theorie geht davon aus, dass unerwünschte Inhalte durch gewünschte ersetzt werden.

Nehmen wir an, wir haben ein Glas, das mit einem dunklen Getränk gefüllt ist. Wenn wir nun etwas Wasser hinzufügen, merken wir erstmal keinen Unterschied.

Zwar sagt uns unser Verstand, dass sich etwas verändert haben muss, unsere Augen täuschen uns jedoch.

Je mehr Wasser wir nach und nach hinzufügen, umso heller wird das ursprünglich dunkle Getränk. Wenn wir lange genug damit weitermachen, wird das dunkle Getränk irgendwann nicht mehr zu erkennen sein.

Wenn Sie nicht funktionierende Gedanken durch positive Denkinhalte ersetzen, passiert mit der Zeit dasselbe:

Es ist nicht nötig, die alten begrenzenden Denkweisen völlig aufzugeben. Es kommt vielmehr darauf an, dafür zu sorgen, dass die vorherrschende gedankliche Vorstellung in die Richtung weist, in die wir gehen wollen!

Widersprüchliche Gedanken schließen sich gegenseitig aus. Wir können nicht gleichzeitig zwei unterschiedliche Gedanken haben. Entweder ...

"ich schaffe das!" oder
"ich schaffe das nicht"

Wie der Mensch denkt, so ist er. Und wenn er weiterhin so denkt, wird er weiterhin so bleiben.

Affirmationen gehören zu den wirksamsten Instrumenten für eine Neuprogrammierung des Unterbewussteins auf Erfolg. Durch die ständige Wiederholung werden sie zu einer inneren Wahrheit. In der neurolalen Struktur unseres Gehirns wird sozusagen ein neues Band besprochen; dieses wird dann über das Unterbewusstsein umgesetzt. Sobald das Unterbewusstsein, das ja nicht selbständig denkt, die Botschaft akzeptiert hat, setzt es alles daran, für die entsprechende Verwirklichung zu sorgen!

Affirmationen sollten nicht zu lange dauern. Aus diesem Grunde haben wir unsere Turbomeditation auf circa 11 Minuten begrenzt. Wenn Sie eine halbe Stunde oder länger dauern würde, würden viele das Interesse verlieren. Mehr ist aber nicht unbedingt immer besser.

Damit Sie optimale Ergebnisse erhalten, sollten Sie Ihre Affirmationen mit bildhaften Vorstellungen kombinieren. Im Grunde ist ohnedies jeder Gedanke ein geistiges Bild. Wenn Sie das Wort "Auto" hören, denken Sie an ein bestimmtes Auto, vielleich an das, welches Sie zur Zeit fahren. Dieses Bild erscheint im Bruchteil einer Sekunde vor Ihrem inneren Auge.

Sicherlich kennen Sie den Ausdruck "Ich kann mir kein Bild davon machen." Das führt zur geistigen Verwirrung, wir wissen nicht recht, worum es eigentlich geht. Es gibt Konzepte, für die wir kein Bild haben, "Unterbewusstsein" zum Beispiel. Aus diesem Grunde ist es wichtig, uns eine Vorstellung dazu zu machen. Wir gehen an anderer Stelle darauf ein.

Bei der Visualisierung geht es darum, sich solange auf einen Gedanken zu konzentrieren, bis ein geistiges Bild entsteht. Der Unterschied zwischen Affirmationen und Visualisationen besteht darin, dass Sie bei Affirmationen bewusst an bestimmte Situationen denken, bei Visualisationen aber noch einen Schritt weitergehen: Sie halten diese Gedanken solange fest, bis sich Gefühl und Überzeugung einstellen.

Hier geht es nicht um Tagträumereien, sondern um einen bewussten Prozess, bei dem absichtliche Einstellungen herangezogen werden, um ein bestimmtes Endergebnis zu erreichen. Die Visualisierungen tragen dazu bei, das nötige Selbstvertrauen aufzubauen, um daraufhin aktiv zu werden!

Warum funktionieren Visualisationen?

Das menschliche Gehirn arbeitet mit dem Nervensystem zusammen und bildet einen Mechanismus, der automatisch auf Probleme reagiert. Über Visualisierungen werden Erinnerungen abgespeichert und geistige Einstellungen geschaffen, ohne dass das eigentliche Ereignis stattfindet. Auf diese Weise gelangen diejenigen Daten in das Unterbewusstsein, die wir als Realität erfahren möchten.

Wie wir bereits gesehen haben, glauben wir das, was wir für wahr halten. Dies ist deshalb so, weil das Unterbewusstsein nicht zwischen einem tatsächlichen und einem eingebildeten Ereignis unterscheiden kann. Wenn wir uns etwas lebhaft und gefühlsbeton genug vorstellen, wird diese Vorstellung vom Unterbewusstsein kritiklos übernommen. Sobald diese geistige Vorstellung fest im Unterbewusstsein verankert ist, wird alles, was wir irgendwann nach diesem Zeitpunkt erleben, mit dem neu gebildeten inneren Bild verknüpft.