"Es tut mir leid!"
So pauschal funktioniert das nicht!

„Wie oft soll ich denn noch sagen, dass es mir leidtut?“

Warum funktioniert das nicht?

Müssen Sie Ihrem Herzblatt etwas verzeihen, was er/sie getan oder gesagt hat, wissen aber nicht, wie Sie das anstellen sollen?

Ob es sich um eine kleine oder große Sache handelte, ist gar nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass Sie wissen, dass allgemeine Entschuldigungen nicht ausreichen.

Eine ehrliche Entschuldigung sollte zweierlei bewirken:

1   Die verletzten Gefühle Ihres Herzblatts werden wieder geheilt


2.    Das Vertrauen zwischen Ihnen wird wiederhergestellt.

Alles, was diesem Anspruch nicht genügt, ist reine Zeitverschwendung.

Warum?

Weil sich Ihr Herzblatt erst dann wieder gefühlsmäßig sicher genug fühlen wird, Ihnen zu vertrauen, wenn seine verletzten Gefühle geheilt sind.

Ihr Herzblatt ist momentan sauer auf Sie. Doch darunter liegen tiefere Verletzungen, zum Beispiel ...

•    Die Angst, dass der einzige Mensch, dem er vertraut hatte, nicht auf seiner Seite stünde


•    Die Angst, dass der einzige Mensch, auf den er sich verlassen hatte, nicht mehr verlässlich ist


•    Die Angst, dass ihn der einzige Mensch, von dem er sich bedingungslose Akzeptanz erhoffte, nicht voll und ganz akzeptieren würde


•    Die Angst, dass ihn der einzige Mensch, mit dem er seine Zukunft verbringen wollte, verlassen würde.

Jede dieser Ängste ist sowohl in Ihrem Gehirn als auch im Gehirn Ihres Herzblatts fest als Überlebensmechanismus eingebaut. Solange Ihr Herzblatt Sie als einen unsicheren Partner sieht, werden seine Schutzmauern hoch aufragen und solange wird sich Ihnen sein Herz verschließen.


Nehmen wir als Beispiel, dass Sie einen Jahrestag (Hochzeitstag, Tag des Kennenlernens ...) vergessen haben.

Für Ihr Herzblatt ist das ein Dolchstoß. Jahr für Jahr hatten Sie sich pünktlich um 20.00 Uhr bei „Da Luigi“ eingefunden. In dieser Pizzeria hatten Sie sich seinerzeit kennengelernt.

Unbewusst war dieses jährliche Essen eine Bestätigung Ihrer gegenseitigen Zusammengehörigkeit.

Aber diesmal hatten Sie es verschwitzt.

Der Grund spielt keine Rolle. Ihr Herzblatt fühlt sich verraten und ist traurig. Doch unter diesem Gefühl kriecht die Angst hervor, dass Sie es mit der Partnerschaft nicht mehr so ernst meinen könnten.

Vielleicht meinen Sie, dass Ihr Herzblatt viel zu viel Tamtam über ein bloßes Pizzaessen mache. Doch um die Pizza geht es gar nicht. Wie kann Ihnen Ihr Herzblatt bei wichtigen Dingen noch vertrauen, wenn Sie nicht einmal eine solche Verabredung einhalten können? Was ist, wenn Ihr Herzblatt wirklich einmal von Ihrer Zusage abhängig ist?

Sie müssen sich also entschuldigen. Und zwar richtig, nicht nur: „Es tut mir leid!“

Unbewusst argumentiert Ihr Herzblatt jetzt wie folgt: „Wenn du nicht verstehen kannst, warum ich verletzt bin, wirst du mich wahrscheinlich wieder verletzen. Deshalb traue ich dir nicht.“

Dieser Prozess läuft in der Amygdala ab. Das ist der Teil des Gehirns, der für Kampf oder Flucht zuständig ist. Sobald Sie bewiesen haben, dass man Ihnen wieder trauen kann, wird die Amygdala ihre Schutzhaltung wieder aufgeben.

Dass Ihnen Ihr Herzblatt auf der bewussten Ebene verziehen hat, reicht noch nicht aus. Sie müssen beweisen, dass Sie den Schmerz und die Verletzung Ihres Herzblatts verstanden haben und dass Sie reumütig sind. Erst dann kann sie/er Ihnen auch unbewusst verzeihen.

Es ist Ihre Aufgabe, Ihrem Herzblatt dabei zu helfen, wieder Vertrauen zu Ihnen haben zu können!

Darauf kommt es an:

Schritt 1:

Ihr Herzblatt muss wissen, dass Sie seine verletzten Gefühle ernst nehmen.

Fragen Sie nach!

Verteidigen Sie bei diesem Gespräch nicht Ihr eigenes Verhalten.

Hören Sie zu und zeigen Sie auch, dass Sie emotional zugänglich sind (z.B. indem Sie seine Hand halten). Halten Sie sich bei Ihren verbalen Äußerungen zurück und nehmen Sei seine Aussagen nicht persönlich.

Schritt 2:

Fragen Sie Ihr Herzblatt, was Ihr Verhalten für ihn/sie bedeutet hat.

Sobald sich Ihr Herzblatt seinen Kummer von der Seele geredet hat, und Sie der Meinung sind, dass Sie sein Gefühlserlebnis nun verstanden haben, zeigen Sie ihm Ihre Betroffenheit. Das können Sie mit Worten oder Gesten vermitteln. Wichtig ist nur, dass Sie es nicht nur vortäuschen!

Schritt 3:

Jetzt erst können Sie sagen, dass es Ihnen leidtut.

Schritt 4:

Bitten Sie Ihr Herzblatt nun um Erlaubnis, Ihre eigene Sichtweise darstellen zu dürfen.

Wenn Sie damit fertig sind, bitten Sie Ihr Herzblatt um Verzeihen.

Schritt 5:

Fragen Sie jetzt, was Ihr Herzblatt zum Zeitpunkt dieses Ereignisses am dringendsten gebraucht hätte. Geben Sie ihm/ihr das jetzt!

Falls die Antwort zum Beispiel lautet: „Verlässlichkeit“, dann zeigen Sie, dass sich Ihr Herzblatt künftig auf Sie verlassen kann.