Häufige Fehlannahmen von Selbständigen und Freiberuflern


Im Gegensatz zum nordamerikanischen Kontinent gelten Fehler in Europa häufig noch als etwas Schlimmes oder gar Unverzeihliches; nur selten werden sie als Lernerfahrungen betrachtet.

Doch es besteht kein Grund, das Rad neu zu erfinden. Hier die zehn gängisten Fehler von Existenzgründern:

Fehler 1:
Die irrige Annahme, dass Erfolgreiche "besondere Leute" seien

Erfolgreiche Menschen sind keineswegs unter einem "glücklichen Stern geboren". Was sie von den meisten anderen unterscheidet, ist vor allem

  • eine klare Marschrichtung
  • konsequenter Arbeitseinsatz
  • und Beharrlichkeit.

Die Meisten erreichen ihre Ziele deshalb nicht, weil sie das Bequeme dem Notwendigen vorziehen!

Fehler 2:
Die irrige Annahme, dass einem das Leben "zustoße"

Sie stellen sich selbst ins Aus, wenn Sie:

aufgeben

sich selbst als Versager sehen

ihrem Weg nicht treu bleiben

den äußeren Umständen die Schuld geben

nicht mehr an sich arbeiten

sich ziellos treiben lassen ...

Erfolgreiche tappen nicht in solche Fallen; die Menschen übernehmen für alles, was sie erleben, die Verantwortung.

Sie fragen sich:

"Was hat das mit mir zu tun?"

"Was will mir das sagen?"

Solange wir in der eigentlichen Situation stecken, erkennen wir das oftmals nicht, doch rückblickend wird klar, wie alles zusammenhing und dass es sich so fügen musste.

Fehler 3:
Die irrige Annahme, dass sich ein gutes Produkt "von selbst verkaufe"

Das ist ein sehr weitverbreiteter Irrtum. Wenn etwas neu und fantastisch ist, reißen es einem doch die Leute förmlich aus den Händen!

In Ausnahmefällen vielleicht, ja.

Doch wer nicht weiß, dass es eine Lösung für sein Problem gibt, wird diese auch nicht kaufen. Und nicht einmal das genügt.

Der potenzielle Kunde muss sich das Produkt auch leisten können und Ihre Option als die bessere betrachten.

Ein Obdachloser braucht vielleicht eine Wohnung.

Aber keinem Immobilienmakler würde es einfallen, solche Leute aus beruflichen Gründen anzusprechen.

Fehler 4:
Die irrige Annahme, dass der "gesunde Menschenverstand" ausreiche

Der gesunde Menschenverstand hilft uns, unseren Alltag zu meistern und nicht allzu viel Energie zu verschwenden, doch für große Veränderungen wie zum Beispiel den Schritt in die Selbständigkeit reicht er nicht mehr aus.

Dazu kommt, dass uns der Verstand foppt. So sagte er den Menschen beispielsweise jahrhundertelang, dass die Erde eine Scheibe sei, bis ein gewisser Galileo etwas anderes behauptete.

Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurde sämtliche Boote und Schiffe aus Holz gebaut, der "gesunde Menschenverstand" ging davon aus, dass Holz schwimmt. Heutzutage hängt die Bauweise von Schiffen nicht mehr vom Material ab.

Der Verstand wird in unserer Gesellschaft überbewertet!

Fehler 5:
Die irrige Annahme, dass mit der Zeit von selbst alles besser werde

Das passiert fast nie. Im Gegenteil: Meist werden die Dinge schlechter, wenn man sie "schleifen lässt."

So wird eine nicht funktionierende Beziehung mit der Zeit nicht von selber besser. Es ist sinnvoller, positive Einzahlungen in die Beziehungsbank zu machen, statt durch untätiges Abwarten Abbuchungen von dieser Bank zu tätigen.

Ein leeres Restaurant wird mit der Zeit nicht selber voll.

Wer notwendige Entscheidungen immer vor sich herschiebt, trägt nur dazu bei, dass das Problem von Tag zu Tag gravierender wird.

Fehler 6:
Die irrige Annahme, dass es nicht funktionieren könne, weil der "Durchbruch" noch nicht gekommen ist

Ergebnisse lügen nicht. Doch noch wichtiger ist die Frage, warum die gewünschten Ergebnisse nach wie vor ausstehen.

Wenn etwas bisher noch nicht funktioniert hat, ist nicht zwangsläufig gesagt, dass es nie funktionieren könnte. Vielleicht muss nur eine Kleinigkeit verändert werden. Jeder Internetmarketer weiß, wie oftmals eine andere Überschrift oder gar nur eine andere Farbe in einem Inserat andere Resultate bringt.

Werfen Sie deshalb nicht zu früh die Flinte ins Korn. Napoleon Hill hat bei seinen Befragungen von 500 der erfolgreichsten Personen seiner Zeit immer wieder gehört, dass sich der Erfolg meist kurz nach dem Augenblick einstellte, als der Betreffende bereits erwog, alles aufzugeben.

Fehler 7:
Die irrige Annahme,
dass man ein großes Wissen haben müsse

Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, werden Sie nirgends für Ihr Wissen bezahlt - immer nur für das angewandte Wissen, das anderen Nutzen bietet!

Es gibt Leute viel vielen Titeln und viel Wissen, die sich kaum über Wasser halten können. Doch in der Praxis kommt es auf die geistige Einstellung und auf das Tun an!

Gehen Sie kalkulierte Risiken ein!

Auch wenn Sie vieles noch nicht wissen!

Auch wenn viele Steine im Weg liegen!

Auch wenn Sie die nötigen Mittel noch nicht haben!

Fangen Sie an und halten Sie durch!

Sie können eine Reise zwanzig Jahre lang planen, solange Sie nichts dafür tun, werden Sie diese Reise niemals antreten.

Es brauchen keinen Siebenmeilenschritte zu sein, jeden Tag ein paar Minischritte auf Ihr klar definiertes Ziel hin werden Sie mit Sicherheit weiterbringen als der niemals umgesetzte "Superplan"

Denken Sie groß - aber fangen Sie klein an!

Jetzt!

Fehler 8:
Die irrige Annahme, dass irgendwann einmal "alles passen" würde

"Sobald ich das Geld dafür habe"

"Sobald die Kinder außer Haus sind"

"Sobald es wirtschaftlich wieder aufwärts geht"

Das sind Ausreden!

Ausreden kann auch der Dümmste erfinden, doch seine Ziele wird er damit niemals erreichen.

Warten Sie nicht auf den "perfekten Zeitpunkt". Bereits Mark Twain wusste, dass wir in zwanzig Jahren das am meisten bereuen werden, was wir niemals angefangen haben.

Fehler 9:
Die irrige Annahme, dass man "über Nacht" Erfolg haben könne

Vielleicht gibt es diesen Ausnahmefall ja:

Man eröffnet ein Geschäft, die Kunden warten bereits in einer langen Schlange davor und am nächsten Tag steht es in der Zeitung, was noch weitere Kunden anzieht.

Verlassen Sie sich besser nicht darauf!

Meist ist es anders herum:

Am ersten Tag erscheint überhaupt kein Kunde, weder bei einem Online- noch bei einem Offlline-Geschäft.

Es ist unmöglich, allgemein gültige Prognosen zu stellen, aber eines brauchen Sie auf jeden Fall:

Einen langen Atem!

Fehler 10:
Die irrige Annahme, dass die anderen immer recht hätten

Was in den Medien steht, stimmt nicht immer.

Was Sie von Freunden, Ärzten oder auf der Straße hören, ist ebenfalls nicht immer richtig.

Sie tun gut daran, zuzuhören.

Und Sie tun auch gut daran, selbst zu denken und auf Ihre innere Stimme zu hören!

Keiner von uns nimmt die "Realität" wirklich objektiv wahr. In der Pelman-Methode gibt es eine Reihe von Beobachtungsübungen, die Ihnen diesen Umstand bewusst machen werden.

Selbst wenn Sie sich vornehmen, bei einem Spaziergang bewusst auf alle visuellen und akustischen Eindrücke zu achten, werden diese von Ihren Interessen gefiltert und Sie werden sich vor allem an gefühlsintensive Erlebnisse besonders gut erinnern können.

Begehen Sie deshalb nicht den Fehler, eine Meinung mit der Wahrheit zu verwechseln. Bereits der Lateiner sagte:

"Ubi multitudo, ubi malum"

(Wo die Masse ist, ist das Schlechte)