Finanztipps,
gerade für schwierige Zeiten




Private Finanzplanung, lohnt sich das überhaupt?

Nur wenige Personen scheinen sich die Mühe zu machen, einen privaten Finanzplan aufzustellen. Einige kommen gar nicht auf den Gedanken, andere wollen den Gürtel nicht enger schnallen oder stecken den Kopf in den Sand.

Die privaten Insolvenzen haben beträchtlich zugenommen. ("Insolvenz" ist im Prinzip der Nachfolger des Begriffs "Konkurs". Es ist auch Privatpersonen möglich, ein gerichtliches Verfahren über das eigene Vermögen zu eröffnen).


Interessant ist in diesem Zusammenhang, wo das Wort "Konkurs" herstammt. Es kommt aus dem lateinisch "concursus creditorum", was soviel bedeutet wie "Zusammenlauf der Gläubiger".


Gerade in Krisenzeiten sollten wir uns unsere Ausgabegewohnheiten ungeschminkt ansehen. Wofür geben Sie Tag für Tag Ihr Geld aus?

Auch in "schlechten Zeiten" gut leben!

Wie bei der Bewältigung der Tagesaufgaben, ist es auch im finanziellen Bereich wichtig, Prioritäten zu setzen. Wenn Sie Kinder haben, die schulpflichtig oder in der Ausbildung sind, ist es sicherlich auch wichtig, an deren Zukunft zu denken, doch sollte dies nicht soweit gehen, dass Sie darüber Ihre eigene Altersvorsorge vernachlässigen.

Überlegen Sie, was Sie monatlich für Lebensmittel, Miete/Hypothek und andere Lebenshaltungkosten brauchen. Sie können sich hierfür Ihren eigenen Haushaltsplan erstellen. Denken Sie bei den Lebensmitteln auch an eine gewisse Ausgewogenheit und kaufen Sie nicht nur Fertiggerichte oder Tiefgefrorenes!

Es gibt Bereiche, in denen kaum eine Kürzung möglich ist. Dennoch sollten Sie sich Ihre Versicherungen, Internetprovider, Telefongesellschaft und dergleichen gut ansehen. Wahrscheinlich zahlen Sie mehr als Sie müssen und könnten sich woanders bei gleichbleibendem Leistungsangebot einiges sparen.

Sehen Sie sich auch Ihre "Laster" an: Womit schäden Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch noch Ihre Lungen, Nerven oder die Leber?

Bedenken Sie auch, dass Sie Ihren Kindern mit Ihrem Verhalten ein Vorbild geben. Wenn Sie Ihr Geld für unnützen Schnickschnack ausgeben, aber gleichzeitig Probleme haben, die Miete zu zahlen, werden Ihre Kinder später wahrscheinlich mit denselben Engpässen zu kämpfen haben.

Auch wenn einige Politiker Bargeld am liebsten ganz abschaffen würden, tun Sie gut daran, möglichst viel bar zu bezahlen. Das schränkt die Tendenz zur Verschuldung etwas ein.

Bilden Sie sich weiter. Investieren Sie in sich selbst.

Es gibt viele kostenlose Weiterbildungsangebote, die Sie wahrnehmen können. Sie sollten Ihre Persönlichkeit und Ihr Fachwissen ständig verbessern!

Sind Ihre Papiere in Ordnung? Dazu gehören Dinge wie eine Patientenverfügung, ein Testament oder eine Übersicht über die wichtigsten Unterlagen. Auch wenn Sie der Meinung sind, dass bei Ihnen ohnedies "nichts zu holen" ist, sollten Sie diese Dinge regeln. Das gibt Ihnen mehr Seelenfrieden.

Bedürfnisse oder Wünsche?

Die Trennlinie zwischen Bedürfnissen und Wünschen ist nicht immer leicht zu ziehen.

Jemand sagt zum Beispiel, dass er/sie eine neue Hose "brauche". Ist das wirklich ein "Bedürfnis", wenn bereits eine Reihe von Hosen im Schrank hängt - oder ist es nur eine Laune, ein Wunsch?

Ein Bedürfnis ist etwas, das Sie unbedingt zum Überleben brauchen. Dazu gehören die so genannten Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft, aber auch gewisse Geräte. Vielleicht - je nach Arbeitssituation - auch Fahrzeuge.

Wie viel ist "zu viel"?

Dies lässt sich natürlich nicht generell beantworten. Aber vielleicht ist Ihr Haus oder Ihr Auto zu groß für Sie? Natürlich spricht nichts gegen ein großes Haus an sich, aber in diesem Beitrag geht es ums "Haushalten mit weniger Mitteln", und ein zu großes Haus kostet mehr Steuern, braucht mehr Heizung - es kostet Sie mehr!

Darüber ließe sich seitenlang schreiben, es geht hier jedoch nur darum, dass Sie sich in Ihrem speziellen Fall den Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen bewusst machen und entsprechende Konsequenzen ziehen.

Manchmal ist es auch klug, eine Neuanschaffung um einige Monate hinauszuschieben. Dann haben Sie vielleicht nicht mehr den allerneuesten Computer oder Fernseher, aber immer noch ein besseres Modell als bisher - zu einem günstigeren Preis als den "letzten Schrei". Und vermutlich brauchen Sie sowieso nicht alle Funktionen, die das "ultimative" Gerät anbietet.

Es geht nicht zuletzt also auch um Selbstdisziplin.

Sehen Sie sich Ihre nichtmonatlichen Ausgaben an (z.B. für Kfz-Versicherung). Schreiben Sie alle auf, die innerhalb der nächsten zwölf Monate anfallen werden.

Nun wenden Sie die "Einzwölftel-Regel" an und legen nach Möglichkeit dieses Geld beiseite, um nicht von diesen jährlichen Einmalzahlungen überrascht zu werden.

Wo könnten Sie in anderen Bereichen Kosten sparen?

(Nehmen Sie ein Taxi, wenn Sie zu Fuß gehen könnten? Fahren Sie jeden Tag nur zum Kaffeetrinken in die Stadt? ...)

Kaufen Sie sich Dinge aus einer Laune heraus?

Zahlen Sie vielleicht Mitgliedsbeiträge, obwohl Sie dort sowieso nicht hingehen?

Zahlen Sie sich selbst zuerst!

Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch Sie Kosten einsparen können.

Die Versuchung ist natürlich immer groß, den eingesparten Hunderter in etwas anderes anzulegen und sich etwas "zu gönnen", aber damit verlieren Sie auf jeden Fall.

Sich selbst zuerst bezahlen, was bedeutet das?

Bevor Sie Ihre Rechnungen bezahlen,

bevor Sie ins Einkaufszentrum fahren,

bevor Sie für irgendetwas Geld ausgeben,

zahlen Sie einen bestimmten Betrag in Ihre Zukunftsvorge ein!

(Edelmetalle können Sie z.B. schon ab 25.--Euro/Monat erwerben. Kontaktieren Sie uns bei Interesse).

Die erste Ausgabe gilt Ihnen selbst! Gewöhnen Sie sich dies fest an; es wird sich langfristig auszahlen!

Zahlen Sie auch dann sich selbst zu erst, wenn Sie Schulden haben. Sie sind wichtiger als das Energieversorgungsunternehmen, die Telefongesellschaft oder eine Bank!

Die meisten Leute gehen leider anders vor; sie zahlen zuerst die Rechnungen, dass gönnen Sie sich etwas und am Schluss kommt die Zukunftsvorsorge - sofern noch etwas dafür übrig bleibt.

Wenn Sie diese Reihenfolge umkehren, also

1. An Ihre Zukunfts-/Altersvorsorge denken

2. Ihre Rechnungen begleichen und

3. ein bisschen was "auf den Putz hauen",

schaffen Sie sich einen soliden Sockel.

Die Höhe der monatlichen Rücklage ist nicht einmal das Entscheidende, viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit. Und letztendlich geht es auch gar nicht ums Geld, es geht um die damit gewonnene Freiheit!

Am besten erteilen Sie für die monatliche Einzahlung in Ihr "Zukunftskonto" einen Dauerauftrag. Genauso wie Ihnen der Staat jedoch Monat Geld abknöpft, ohne dass Sie es "sehen", merken Sie auch die 25, 100 oder 300 Euro nicht, die Sie in Ihre Zukunft investieren.

Nichts überstürzen!

Es wird wahrscheinlich einige Wochen dauern, bis Sie einen wahrheitsgetreuen und umfassenden Finanzplan erstellt haben. Es ist leicht, beim ersten Mal etwas zu übersehen.

Sobald Sie Ihre Ausgaben komplett erfasst haben, setzen Sie Prioritäten fest. Vielleicht gelangen Sie zu der Einsicht, dass Sie bisher Ihr Geld nicht entsprechend Ihren persönlichen Werten ausgegeben haben. Wichtige Dinge waren zu kurz gekommen.

Sollten Sie erschreckt feststellen, dass ein wichtiger Bereich Lücken aufweist, bewahren Sie trotzdem kühlen Kopf und schelten sich nicht selber aus. Das würde nur Ihren künftigen Plan beeinträchtigen.

Fehler und Nachlässigkeiten kommen nun mal vor!

Bei aller Wichtigkeit dieses Themas, sollten Sie es auch nicht zu biererst nehmen. Sich zum Knauser zu entwickeln, wäre sicherlich eine Zielverfehlung.

Denken Sie bei Ihrer privaten Finanzplanung auch an Unvorhergesehenes. Das Auto braucht einen neuen Reifen, der Zahn eine Krone, der Hund einen Tierarzt - solche Dinge kommen vor.

Weniger ist manchmal mehr

Bei aller Finanzplanung gelangen Sie natürlich an einen Punkt, an dem Sie sich nicht weiter einschränken können. Die Erhöhung der Einnahmen ist jedoch Gegenstand eines anderen Beitrags.

Letztendlich ist es aber nicht so schlimm, "kleinere Brötchen zu backen". Denken Sie an Ihre Studien- oder Lehrzeit. Wie wenig Geld hatten Sie damals zur Verfügung - und Sie haben auch gelebt. Sicherlich lässt sich einwenden, dass der Kaufkraftverlust massiv ist und die Inflation und Vater Staat einem ganz schön zusetzen, lassen Sie bei all dem Spaß und Lebensfreude nicht zu kurz kommen!


Lassen Sie sich nicht herunterziehen!

Aber verfallen Sie bitte auch nicht dem Trugschluss, dass es "von selbst" besser werden würde!


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