Loslassen
können




"Loslassen" -

für viele klingt das wie "aufgeben, kapitulieren".

Doch dazwischen besteht ein feiner Unterschied.

Zwischen dem zwanghaften Alles-im-Griff-Haben-Wollen und dem völligen Aufgeben finden wir das Loslassen.


Stellen Sie sich zur Veranschaulichung folgendes Szenario vor:

Sie hängen an einer Klippe.
Unter Ihnen befindet sich das Meer.

Natürlich würden Sie sich solange festhalten, wie Sie nur können.
Vielleicht um Hilfe rufen und verbissen aushalten bis - hoffentlich - jemand eintrifft, um Ihnen zu helfen.

Auf keinen Fall würden Sie loslassen.




Wenn nun aber gar keine Gefahr bestünde?

Wenn Sie wüssten, dass das Wasser an dieser Stelle nur 1,5 m tief ist und Sie schlimmstensfalls auf den Sand am Grund fallen?

Dann würden Sie sofort loslassen!

Sie haben also nur deshalb festgehalten, weil Sie die Illusion einer Gefahr hatten.




Können Ihre Pläne schiefgehen?

Kann Ihre Beziehung scheitern?

Können Sie im Urlaub in der Türkei oder Südamerika von einem Erdbeben überrascht werden?

Kann die Inflation Ihr Erspartes aufzehren?

Kann ein Flugzeug abstürzen oder entführt werden....?

All das ist möglich.

Aber:

Es sind Dinge, die sich weitgehend Ihrem Einfluß entziehen.

Das heißt nicht, dass Sie fatalistisch alles nehmen sollten, wie es kommt. Sie sollten sich durchaus vorbereiten, soweit es geht.

Aber Sie besiegeln Ihre eigene Niederlage, wenn Sie versuchen, alles kontrollieren zu wollen!

Loslassen bedeutet deshalb:

Sich den Kopf nicht mehr über Dinge außerhalb von Ihnen zu zerbrechen, auf die Sie ohnedies keinen Einfluß haben!

Wenn Ihnen das gelingt, können Sie in der Gegenwart leben.




Kurze Übung:

Machen Sie eine Faust.
So fest, dass absolut gar nichts durchkommt!

Was würden Sie nun tun, wenn Ihnen jemand 1000 Euro geben will?

Würden Sie weiterhin die Faust zusammenpresssen?
Oder würden Sie die Geldscheine annehmen?

Das Leben funktionert ebenso:


Wenn wir innerlich verkrampft sind, können wir die Reichtümer, die uns das Leben zu bieten hat, nicht annehmen.


Wie bereits Lao Tse sagte: "Wer klammert, verliert"