Mehr tun
als erwartet wird




Napoleon Hill verbrachte den Großteil seines Erwachsenenlebens damit, die Lebensgeschichten der erfolgreichsten Unternehmer und Persönlichkeiten seiner Zeit zu studieren.
Er analysierte Leute wie Henry Ford, Thomas Edison und Andrew Carnegie.

Seine Schlussfolgerung war, dass sich der Erfolg aufgrund vorhersehbarer und berechenbarer Verhaltensweisen einstellen würde.

Er vertrat die Auffassung, dass jedem Menschen mit einer normalen Intelligenz ähnliche Möglichkeiten zur Verfügung stünden. Napoleon Hill hat zahlreiche Bücher verfasst, er war der Vorreiter der Erfolgsphilosophie. Seine Ideen wurden in vielen später von anderen Personen verfassten Werken und Artikeln kopiert, er selbst jedoch ist und bleibt der Meister.

Der folgende Artikel befasst sich mit der Notwendigkeit, mehr als nur das Erwartete zu tun.
In Kapitel 9 seiner Erfolgsgesetze geht er hierbei eingehend ein, der folgende Beitrag ist jedoch nicht dieser Vortragsreihe entnommen.

Bedenken Sie bitte, dass die USA vor über neunzig Jahren in punkto Geschlechtergleichstellung noch in den Kinderschuhen steckten, die Wortwahl ist deshalb eindeutig "männerlastig" - sehen Sie einfach souverän darüber hinweg!




Ein wichtiges Erfolgsprinzip in jedem Lebensbereich ist die Bereitschaft, mehr als das Nötigste zu tun, mehr und bessere Leistungen zu erbringen als nur die, wofür man bezahlt wird und dies mit einer positiven Geisteshaltung zu tun.

Sie können in jeder Branche und jedem Beruf nach dem Beweis für das Gegenteil suchen und werden nicht fündig werden, denn dauerhafter Erfolg setzt immer auch unverlangte Extraleistungen voraus.

Dieses Prinzip ist nicht von Menschen geschaffen, es ist Teil der Natur denn es ist offensichtlich, dass jedes Lebewesen, das unter der Intelligenz des Menschen steht, dieses Prinzip anwenden muss, um überleben zu können. Der Mensch hat die Freiheit, sich darüber hinwegzusetzen, aber damit setzt er sich auch über die Früchte dieses Prinzips hinweg.

Die Vorteile aus der Gewohnheit unverlangter Extraleistungen sind klar und eindeutig.
Sehen wir uns einige davon an und Sie werden sich selbst überzeugen können. Diese Gewohnheit bringt dem Menschen die positive Aufmerksamkeit derjenigen, die ihn auf seinem Weg unterstützen können.

Sie neigt dazu, die betreffende Person in vielen menschlichen Beziehungen unersetzlich zu machen und versetzt sie deshalb in die Lage, für ihren persönlichen Einsatz eine größere finanzielle Entlohnung zu beanspruchen als der Durchschnitt. Sie führt zur geistigen Weiterentwicklung und zum körperlichen Training. Sie schützt den Menschen gegen den Verlust seines Arbeitsplatzes, wenn die Beschäftigungslage angespannt ist und gibt ihm Wahlmöglichkeiten.

Diese Gewohnheit befähigt den Menschen, sich des Gesetzes des Kontrasts zu bedienen, da die Mehrheit der Zeitgenossen diese Gewohnheit nicht besitzt. Sie führt zu einer positiven und angenehmen Geisteshaltung, ohne die dauerhafter Erfolg nicht möglich ist. Sie bringt eine wachsame Vorstellungskraft mit sich, die den Menschen inspiriert und ihn dazu anspornt, nach immer besseren Möglichkeiten Ausschau zu halten, wie er sich nützlich machen kann. Sie fördert die wichtige Erfolgsvoraussetzung der Eigeninitiative. Sie macht den Menschen selbstbewusst und zuversichtlich.

Sie sorgt dafür, dass sich der Mensch ständig mehr zutraut. Sie hilft ihm bei der Überwindung der schädlichen Gewohnheit des Aufschiebens und sie fördert eine klare Lebenslinie und dient als Versicherung gegen Ziellosigkeit.

Aber es gibt noch einen wichtigeren Grund für unverlangte Extraleistungen: Diese Gewohnheit gibt dem Menschen einen logischen Grund, um eine höhere Entlohnung zu bitten. Wer nur die Leistungen erbringt, für die er bezahlt wird, erhält bereits die Entlohnung, die ihm zusteht.

Der Mensch muss natürlich die Leistung erbringen, für die er bezahlt wird, um seinen Arbeitsplatz oder seine Einkommensquelle zu behalten, aber er hat das Vorrecht, darüber hinaus eine Extraleistung zu erbringen. Diese verschafft ihm einen guten Ruf und Anerkennung und auch einen guten Grund, um eine größere Entlohnung oder eine bessere Position zu beanspruchen.

Jede Position, die auf einem Gehalt oder Lohn basiert, liefert auch eine Gelegenheit, über die Anwendung dieses Prinzips weiterzukommen und jede Wirtschaftsordnung, die dem Menschen diese Möglichkeit verwehrt, ist zum Scheitern verurteilt, denn es ist offensichtlich, dass dieses Prinzip die Trittstufe ist, über die der Einzelne eine bessere Entlohnung für außerordentliches Können, Erfahrung oder Bildung erreichen kann. Es ist das Prinzip, das den Weg zur Selbstbestimmung bahnt.

In den westlichen Ländern kann man auch überleben, ohne Extraleistungen zu erbringen. Viele haben sich für diesen Weg entschieden, aber nur derjenige, der das Prinzip unverlangter Extraleistungen in seine Lebensphilosphie aufgenommen hat, kann sich über das Mittelmaß erheben und ein angenehmeres Leben führen.

Logik und gesunder Menschenverstand zwingen einen, dies als gegeben hinzunehmen. Und selbst ein nur oberflächliches Studium der Erfolgreicheren belegt die Richtigkeit dieser Aussage. Es ist wohlbekannt, dass Andrew Carnegie mehr erfolgreiche Führungspersönlichkeiten aufgebaut hat als jeder andere moderne Industrielle.

Die meisten stammten aus den Reihen der Arbeiter, aber unter der sachkundigen Führung Carnegies konnten viele von ihnen große persönliche Vermögen aufbauen. Der erste Test, den Carnegie bei einem Arbeiter durchführte, der um eine Beförderung ersuchte, war, dass er prüfte, inwieweit dieser unverlangte Extraleistungen zu erbringen bereit war. Aufgrund einer solchen Prüfung stieß er auf Charles M. Schwab.

Mr. Carnegie wurde auf Mr. Schwab aufmerksam, als dieser als Arbeiter in einem Stahlwerk beschäftigt war. Es zeigte sich, dass Mr. Schwab generell mehr und bessere Leistungen erbrachte, für die er nicht bezahlt wurde. Darüber hinaus tat er dies mit einer positiven Geisteshaltung, die ihm unter seinen Kollegen beliebt machte. Er wurde mehrmals befördert und gelangte 1901 schließlich in die Position des Präsidenten der United States Steel Corporation.

Über die Tricks, die viele anzuwenden zu versuchen, um etwas umsonst zu bekommen, hätte Charles M. Schwab - ein Tagelöhner - diese Führungsposition nie erreichen können, wenn er sich nicht bereitwillig die Gewohnheit angeeignet hätte, unverlangte Extraleistungen zu erbringen.

Es kam mehrmals vor, dass Mr. Carnegie Mr. Schwab nicht nur sein ohnedies fürstliches Gehalt bezahlte, sondern sogar einen Bonus von $ 1.000.000,--! Als Mr. Carnegie gefragt wurde, was der Grund für diese Zusatzvergütung sei, erwiderte er: "Mr. Schwab erhielt sein Gehalt für seine normale Arbeit - und den Bonus für seine Breitschaft, zusätzliche Leistungen zu erbringen".

Es zahlt sich wahrlich aus, unverlangte Extraleistungen zu erbringen, denn jedes Mal, wenn ein Mensch dies tut, bringt er jemanden anderen in Zugzwang. Zu unverlangten Extraleistungen ist niemand verpflichtet, deshalb muss der Mensch solche Leistungen von sich aus erbringen.

Doch die Vorteile sind damit noch nicht erschöpft: Der Mensch, der unverlangte Extraleistungen erbringt, ist mit sich im Reinen. Das ist gut für sein Seelenleben und für seinen Charakter.

Falls Sie heranwachsende Kinder haben, sollten Sie dies bedenken. Vermitteln Sie einem Kind die Vorteile, die aus der Erbringung unverlangter Extraleistungen erwachsen und Sie haben damit einen wertvollen Beitrag zu seiner Charakterbildung geleistet, der ihm sein ganzes Leben lang zugute kommt.

Es ist unmöglich, mehr und bessere Extraleistungen zu erbringen als nur die, wofür man bezahlt wird, ohne dafür eine Entlohnung zu erhalten.

Das hört sich paradox an.

Die Vergütung kann in den unterschiedlichsten Formen und von verschiedenen Quellen kommen, sie kann auf den seltsamsten Wegen kommen, aber dass sie kommen wird, ist sicher!

Der Arbeiter, der diese Art von Leistung erbringt, wird seine Vergütung nicht immer vom Empfänger seiner Leitung erhalten, diese Gewohnheit wird ihm jedoch viele Gelegenheiten bringen, um weiterzukommen und sie wird ihm neue und vorteilhaftere Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen. Auf diese Weise ist er selbst der größte Nutznießer dieser Gewohnheit.

An diese Wahrheit dachte Ralph Waldo Emerson, als er sagte: "Wenn du einem undankbarem Meister dienst, diene ihm noch mehr. Mache das Universum zu deinem Schuldner. Alles wird zurückbezahlt. Je länger die Bezahlung ausbleibt, umso besser für dich, denn dieser Zahlmeister zahlt mit Zins und Zinseszins".

Bleiben wir noch eine Weile bei solchen scheinbar widersprüchlichen Aussagen: Die rentabelste Zeit, die ein Mann seiner Arbeit widmen kann, ist die, für die er keine direkte oder soforte Bezahlung erhält. Denn für den Lohnempfänger gibt es zwei Arten von Bezahlung. Eine davon ist der Lohn, der er in Geld erhält.

Die andere ist das Geschick, das er aufgrund seiner Erfahrung erwirbt, eine Form der Vergütung, die nicht selten über die monetäre Bezahlung hinausgeht, da Fachlichkeit und Berufserfahrung das wichtigste Kapital eines Arbeiters sind, der mehr Verantwortung übernehmen will und eine bessere finanzielle Entlohnung anstrebt.

Die Haltung des Mannes, der unverlangte Extraleistungen erbringt, ist folgende: Er erkennt die Wahrheit an, dass er dafür bezahlt wird, dass er sich selbst auf eine bessere Position und eine bessere finanzielle Entlohnung vorbereitet und dafür schult.

Das ist ein Plus, um den kein Arbeiter betrogen werden kann, auch wenn sein direkter Vorgesetzer noch so habgiergig oder selbstsüchtig sein sollte. Es ist der "Zins und Zineszins", von dem Emerson sprach.

Es war auch das Plus, das Charles M. Schwab den Aufstieg vom Tagelöhner zur höchsten Position, die ein Angesteller erreichen kann, ermöglichte und es ist dieses Plus, dass Mr. Schwab immer wieder neue Bonuszahlungen bescherte.

Die hohen Gratifikationszahlungen, die Mr. Schwab erhielt, waren seine Entschädigung dafür, dass er bei jeder Aufgabe immer sein Bestes gab. Hätte er hierbei nicht ständig unverlangte Extraleistungen erbracht, wären diese Sonderzahlungen nicht möglich gewesen...

Wer unverlangte Extraleistungen erbringt, bringt den Leistungsempfänger in eine doppelte Verpflichtung: Eine beruht auf dem Gefühl für Fairness, die andere darauf, dass der Leistungsempfänger befürchten muss, einen so wertvollen und nützlichen Mitarbeiter zu verlieren.

Von welcher Seite wird das Prinzip unverlangter Extraleistungen auch betrachten, wir gelangen immer zum selben Schluss, nämlich, dass es sich mit "Zins und Zinseszins" auszahlt, dieser Gewohnheit zu folgen. Niemand tut etwas freiwillig ohne einen Beweggrund. Sehen wir uns nun an, ob wir diesen Beweggrund herausfinden können. Dazu wollen wir einige Fälle betrachten:

Vor einigen Jahren schlenderte eine ältere Dame durch ein Kaufhaus in Pittsburgh und hatte offensichtlich nichts vor. Sie ging von Auslage zu Auslage, niemand beachtete sie weiter. Alle Angestellten hielten sie für eine "Bummlerin", die keine Absicht hatte, irgendetwas zu erstehen.
Wenn die Dame an den jeweiligen Schalter kam, blickten sie weg.

Dies sollte sich für das Kaufhaus als kostspieliger Fehler erweisen! Schließlich sprach sie ein junger Mitarbeiter an und wollte wissen, ob er ihr behilflich sein könne.

"Nein", erwiderte sie "ich warte nur, bis der Regen nachlässt".
"In Ordnung, gnädige Frau"
, sagte der junge Mann,"darf ich Ihnen einen Stuhl bringen?" Ohne eine Antwort abzuwarten, brachte er einen Stuhl herbei. Nachdem es zu regnen aufgehört hatte, begleitete er die Dame zur Straße hinaus und verabschiedete sich.
Sie bat um seine Karte.

Einige Monate später wurde dieser junge Mann zum Kaufhausleiter gerufen. Dieser hatte einen Brief erhalten. Er stammte von besagter Dame, welche den jungen Mann beauftragen wollte, nach Schottland zu reisen, um Möbel zu erstehen

Es stellte sich heraus, dass es sich um Andrew Carnegies Frau Mutter gehandelt hatte und dass die Möbel für Skibo Castle bestimmt seien. Der junge Mann wurde nach Schottland geschickt und wurde später sogar zur Hälfte Mitbesitzer des Kaufhauses.

Eine kleine unverlangte Extraleistung hatte sich mit Zins und Zineszins bezahlt gemacht!




Vor mehr als vierzig Jahren bemerkte ein junger Verkäufer in einem Eisenwarenladen, dass der Laden jede Menge unverkäufliche Ladenhüter besaß.
Da er Zeit hatte, stellte er in der Mitte des Ladens einen Tisch auf, breitete darauf diese veralteten Artikel aus und bot sie zu zehn Cent pro Stück an. Zu seiner Überraschung - und zu der des Ladenbesitzers - war die Nachfrage nach diesen Ramschartikeln gewaltig!

Aus dieser Erfahrung entstanden die Fünf- und Zehn-Cent-Ladenketten von F.W. Woolworth.
Der junge Mann, der diese Idee hatte, war Frank W. Woolworth. Diese Idee brachte ihm über $ 500.000.000,-- ein! Dieselbe Idee machte darüber hinaus eine Reihe weiterer Personen reich!

Niemand trug dem jungen Woolworth auf, Eigeninitiative zu entfalten. Niemand bezahlte ihn dafür - und dennoch erbrachte sein Tun ständig mehr Rendite für seinen Einsatz.

Diese Gewohnheit, unverlangte Extraleistungen zu erbringen, für die man keine Bezahlung erwartet, hat etwas Besonderes an sich; sie wirkt sogar, während man schläft. Sobald sie einmal angestoßen ist, zieht sie Reichtümer an, die einen an Magie glauben lassen.




Eines Tages vor etwa dreißig Jahren lief Charles Schwabs privates Eisenbahnabteil in seinem Stahlwerk in Pennsylvania ein. Es war ein kalter und frostiger Morgen. Als er ins Freie trat, kam ihm ein junger Mann mit einem Stenographieblock entgegen. Dieser junge Mann erklärte, dass er Stenograph im Zentralgebäude sei und dass er gekommen sei, um zu sehen, ob Mr. Schwab vielleicht einige eilige Brief zu diktieren oder Telegramm zu versenden hätte.

"Wer hat dich geschickt?", erkundigte sich Mr. Schwab. "Niemand. Ich habe das Telegramm gesehen, das Ihre Ankunft ankündigte und dachte mir, dass ich Ihnen vielleicht behilflich sein könnte."

Man stelle sich das vor! Er kam von sich aus und ohne Hoffnung darauf, bezahlt zu werden! Er ergriff Eigeninitiative! Mr. Schwab dankte ihm für seine Freundlichkeit, beschied ihm aber, dass er momentan keinen Stenographen bräuchte.

Er notierte sich allerdings den Namen des jungen Mannes und sandte ihn dann wieder zur Arbeit zurück. Am selben Abend, als dieses Sonderabteil wieder nach New York zurückfuhr, befand sich auch der junge Stenograph im Zug. Auf Mr. Schwabs Wunsch wurde er in New York als einer der persönlichen Assistenten des Stahlmagnaten beschäftigt. Sein Name war Williams. Er blieb einige Jahre in den Diensten von Mr. Schwab. Während dieser Zeit wurde er mehrmals befördert!

Es ist schon seltsam, wie die Chancen einen Menschen aufspüren, der es sich zum Anliegen gemacht hat, unverlangte Exraleistungen zu erbringen. Eine solche Chance bot sich auch dem jungen Williams und er konnte sie nicht verpassen. Er wurde Präsident eines der größten Arzneimittelunternehmens des Landes - eine Position, die ihm mehr Vermögen einbrachte als er brauchte.

Diese Begebenheit ist ein klarer Beweis dafür, was geschehen kann und was immer wieder geschieht!

Dies erscheint mir der richtige Zeitpunkt, um Sie auf etwas Wichtiges hinzuweisen, dass der Person zustößt, die sich angewöhnt hat, mehr und bessere Extraleistungen zu erbringen.

Der größte Nutzen aus dieser Gewohnheit fällt nicht dem Leistungsempfänger zu, den größten Nutzen hat der Leistungserbringer selbst. Dieser Nutzen kommt in Form einer veränderten geistigen Einstellung, welche ihm mehr Einfluss auf andere Menschen, mehr Selbstbewusstsein, mehr Eigeninitiative, mehr Begeisterung, mehr Weitblick und ein klareres Ziel vermittelt. All dies sind wichtige Erfolgsvoraussetzungen!

"Tu das Richtige und du wirst die Kraft dazu haben", schreibt Emerson. Ja, die Kraft. Ohne Kraft kann nichts geschehen. Aber es muss die richtige Kraft sein; die Kraft, die andere Menschen anzieht, statt sie abzustoßen. Niemand hat je dauerhaften Erfolg erreichen können, der nicht bereit war, mehr zu tun, als nur das, wofür er bezahlt wird!

Diese Praxis hat sein Gegenstück in der Natur. Sie beruht auf Sinn und Gerechtigkeit und auf dem Gesetz der zunehmenden Rendite, welches besagt, dass die eigenen Handlungen vielfach verstärkt auf einen selbst zurückfallen.

Wenn Sie für Lohn oder Gehalt arbeiten, sollten Sie über dieses Prinzip des Säens und Erntens Bescheid wissen. Dann sollten Sie verstehen, warum niemand unzureichende Leistungen säen und dafür eine volle Ernte erwarten kann. Für ein schlechtes Tagwerk können Sie auf Dauer nicht den vollen Lohn beanspruchen.

Und was ist, wenn Sie nicht für Lohn oder Gehalt arbeiten und sich bessere und schönere Dinge im Leben wünschen? Dann sollten Sie Klugheit walten lassen und diese Dinge auf eine einfache und sichere Weise anstreben. Denn es gibt eine einfache und sichere Weise und dieses Geheimnis ofenbar sich jedem, der bereit ist, unverlangte Extraleistungen zu erbringen. Auf eine andere Art und Weise ist dieses Geheimnis nicht zu lüften!






Eines späten Nachmittags vor etwa fünfundvierzig Jahren betrat William C. Curant, der Gründer von General Motors, seine Bank nach den üblichen Öffnungszeiten und bat um einen Gefallen, der während der normalen Öffnungszeiten erbeten hätte werden müssen.

Der Mann, der diesen Gefallen erwies, war Carol Downes, ein normaler Bankangestellter. Er bediente Mr. Durant nicht nur vorbildlich, sondern tat mehr als von ihm erwartet wurde. Dieser Vorfall erscheint trivial und bedeutungslos - aber er sollte weitreichende Folgen haben.

Am nächsten Tag wurde Mr. Downes von Mr. Durant ins Büro gebeten. Dieser Besuch führte zu einem Stellengebot, das Mr. Downes annahm. Er erhielt einen Schreibtisch im Hauptgebäude, wo etwa hundert Personen beschäftigt waren und man teilte ihm mit, dass die Arbeitszeit von 8.30 bis 17.30 Uhr sei. Sein Einstiegsgehalt war bescheiden. Als der Gong am Ende des ersten Arbeitstages den Büroschlus ankündigte, bemerkte Downes, dass jeder nach seinem Mantel griff und zur Tür eilte. Er blieb sitzen und wartete, bis alle anderen gegangen waren. Er grübelte darüber nach, was in der Sekunde, in der der Gong zu hören war, diese Aufbruchstimmung auslöste.

Fünfzehn Minuten später kam Mr. Durant zur Türe herein und sah Downes an seinem Schreibtisch sitzen. Er weis Downes darauf hin, dass er um 17.30 Uhr gehen könne. "Ja, ich weiß", erwiderte dieser, "aber ich dachte mir, dass Sie vielleicht noch etwas brauchen könnten, da Sie ja auch noch arbeiten."

Der Automobilmagnat war auf der Suche nach einem Bleistiftspitzer. Downes spitze den Bleistift und Mr. Durant verabschiedete sich mit einem "Guten Abend".

Am nächsten Tag blieb Downes wieder sitzen, als alle anderen zum Ausgang eilten. Diesmal hatte er einen Hintergedanken. Es dauerte nicht lange und Dr. Durant wies den Neuling wieder darauf hin, dass er bereits um 17.30 Uhr hätte gehen können.

"Ja", lächelte Downes "ich weiß, dass das für die anderen gilt, aber niemand hat mir gesagte, dass ich gehen müsste. Wenn Sie gestatten, bleibe ich noch eine Weile hier und stehe Ihnen gerne zu Diensten, falls Sie etwas brauchen sollten".

"Wie kommen Sie darauf?", wollte Mr. Durant wissen.
"Nun, ich brauche mir bloß anzusehen, was hier los ist, sobald der Gong erklingt".

Von da an blieb Downes immer etwas länger im Büro.
Für diese Überstunden wurde er nicht bezahlt.
Niemand hatte es von ihm verlangt.
Niemand hatte ihm dafür etwas in Aussicht gestellt.

Einige Monate später wurde Downes in Mr. Durants Büro gerufen und erhielt Bescheid, dass er in einem neu erworbenen Betrieb die Aufsicht bei der Aufstellung der Maschinen übernehmen sollte.

So wurde ein vormaliger Bankangestellter innerhalb einiger Monate Aufsichtsleiter.
Weitere Auszüge aus den Werken von Napoleon Hill auch hier



Band I:

Lektion 1 bis 5:



Band II:
Lektion 6 bis 11:



Band III:
Lektion 12 bis 16: