Neville Goddard
Auf das Gefühl des Erreichthabens kommt es an!




Bevor wir uns die Entwicklung Neville Goddards ansehen, empfiehlt sich ein Blick auf seinen Lehrer, Abdullah.

Es ist bekannt, dass sowohl Joseph Murphy als auch Neville Goddard bei Abdullah studiert haben, und vieles deutet darauf hin, dass sich Goddard und Murphy persönlich gekannt haben. Es ist zwar nicht eindeutig belegt, aber Joseph Murphy scheint danach auch noch Goddard als Lehrer gehabt zu haben.

Was wissen wir über Abdullah?

Herzlich wenig. Neville schreibt: "Er war schwarz wie ein Pik-Ass, mein alter Freund mit seinem turbanumwickelten Kopf".

Vielleicht hat er dann ähnlich wie dieser Herr ausgesehen? (Das Bild wurde willkürlich aus dem Internet entnommen). Bekannt ist, dass Abdullah ein äthyopischer Rabbiner war, der in New York Vorträge über esoterisches Christentum hielt.

Aus Nevilles Vorträgen wissen wir darüber hinaus, dass er inmmitten der Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten ungehindert Zugang zu allen Theaterveranstaltungen hatte und bei Ärzten, Wissenschaftlern und Bankiers ein und ausging. Und offenbar war er immer der Ehrengast.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Abdullah ein Bewahrer alten Wissens war, das Eingeweihten seit Jahrtausenden bekannt war und immer nur mündlich überliefert wurde. Nur Wenige hatten Zugriff auf dieses geheime Wissen, und ihre Lehrer fingen erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts an, Außenstehenden Einblick zu gewähren. Dies wird auch erhärtet durch die Tatsache, dass die Kabbala (esoterisches Judentum), der Sufismus (esoterischer Islam) und die Gnosis (esoterisches Christentum) alle etwa um dieselbe Zeit in den Westen gelangten.

Neben den Aussagen seiner Schüler Murphy und Goddard haben wir keine Informationen über Abdullah.

Abdullah lehrte die wahre Bedeutung der biblischen Aussagen. Er zog den Schleier von den millionenfach missverstandenen Passagen und Zitaten weg, und verwies darauf, dass Bibel, Koran und weitere heilige Schriften als psychologische Dramen zu verstehen seien. Es handle sich nicht um historische Begebenheiten.

Abdullah lehrte, dass "Gott" kein Wesen irgendwo "draußen" ist, sondern sich im Menschen befindet.

Nevilles erste Begegnung mit Abdullah

Neville, 1905 auf der Insel Barbados geboren, war als 17-Jähriger nach New York gekommen. Er war das vierte Kind der Goddard-Familie und hatte 8 Brüder und 1 Schwester.

In New York fing er zunächst als Lift-Boy für 15 Dollar die Woche an, bis er entlassen wurde.

Danach verdingte er sich für einen Wochenlohn von 13 Dollar bei einer Schiffswerft.

Dann entstand sein Wunsch nach einer Laufbahn als Varieté-Tänzer. Im Jahre 1925 segelten Neville und sein Tanzpartner nach England und bereisten das Land ausgiebig. Dort kam er erstmals mit übersinnlichen Themen in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Amerika im Jahre 1926 vertiefte sich diese Interesse, er kam in Kontakt mit den Rosenkreuzern, und lernte einen katholischen Priesteramtskandidaten kennen.




Dieser Seminarist machte ihn auf Abdullahs Vorträge aufmerksam.

Allerdings war ihm dieser Student offenbar nicht besonders sympathisch, da dieser, kaum dass er eine große Erbschaft gemacht hatte, sein Studium abbrach und das Geld in zweifelhafte Unternehmen steckte.

Als Neville nach etwa sechs Monaten die Ausreden ausgingen, suchte er dann doch einen der Vorträge auf. Er beschreibt die erste Begegnung mit Abdullah als "schicksalsträchtig".


"Als ich Abdullah 1931 erstmals sah, betrat ich einen Raum, in dem er sprach. Als der Vortrag zu Ende war, kam er auf mich zu, streckte seine Hand aus und sagte: Neville, du kommst sechs Monate zu spät!

Ich hatte diesen Mann noch nie zuvor gesehen.

"Ich soll sechs Monate zu spät sein? Kennen Sie mich denn?"

Er antwortete: "Die Brüder haben mir gesagt, dass du kommen würdest, aber du kommst sechs Monate zu spät!"


Neville studierte danach fünf Jahre lang, sieben Tage die Woche, bei Adbullah und lernte Hebräisch, die Kabbala und die verborgene symbolische Bedeutung der Bibel.

Diese neuen Einsichten verschafften Neville ein tieferes Verständnis von der spirituellen Welt. Er lernte von Abdullah, wie man das Gesetz des Bewusstseins anwendet und die Bibel psychologisch versteht.


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Nachdem Neville seit 12 Jahren in Amerika gewesen war, ohne jemals Heimweh nach Barbados zu verspüren, überkam ihm, nach einem Besuch seiner Eltern in New York, plötzlich das Gefühl, doch dorthin reisen zu wollen.

Doch er hatte keine Arbeit (wegen der Wirtschaftskrise ging niemand mehr ins Theater) und kein Geld.

Es holte sich Rat bei Abdullah.

"Leb so, als wärst du jetzt dort!", forderte ihn Neville auf. "Dann wird es so sein!"

Nach 14 Tagen, nachdem er sich jede Nacht so schlagen gelegt hatte, als ob er sich in seinem Elternhaus befände, sah er immer noch keine Resultate. Er suchte Neville wieder auf, der ihn unwirsch anfuhr: "Ich habe dir bereits alles gesagt!
(Auszugsweise hier beschrieben).

Letztendlich gelangte Neville ohne Geld Erster Klasse auf die Bahamas. Er schreibt: "Es geschieht alles so natürlich, dass man sich einredet, dass es so und so geschehen wäre. Der Verstand will einen foppen."

Abdullah glaubte fest an die menschliche Fähigkeit, sich sein eigenes Schicksal zu erschaffen. In Nevilles Vortrag "Das Gefühl des Ichs" finden wir folgende Passage:


In dem Raum, in dem ich sprach, befand sich ein Herr, der vor dem Treffen um ein Gespräch ersucht hatte. Wir spazierten über die Straße zu einem kleinen Park und er erklärte mir, dass er ein unlösbares Problem habe.

Ich erwiderte: "Unlösbare Probleme gibt es nicht!".

"Aber", sagte der Herr, "Sie kennen mein Problem doch gar nicht. Es ist nichts Gesundheitliches, es hat mit meiner Hautfarbe zu tun."

Ich blickte ihn an. "Was soll damit nicht in Ordnung sein? Sie machen mir einen frischen Eindruck!"

"Die Pigmentierung! Durch den Zufall der Geburt werde ich nun diskriminiert. Die Türen sind mir verschlossen, nur weil ich als Farbiger geboren wurde."


Ich erzählte ihm von einer Begebenheit in New York, die ich mit einem Mann hatte, den ich als meinen Lehrer betrachte. Er heißt Abdullah. Bei ihm hatte ich fünf Jahre lang studiert.

Er hat nie jemandem gestattet, ihn als 'Farbigen' zu bezeichnen. Der war stolz darauf, Neger zu sein und wollte nicht, dass die Hautfarbe, die Gott ihm mitgegeben hatte, eine andere sei.

Eines Tages fragte er mich: 'Hast du jemals ein Bild der Sphinx gesehen?'. Ich bejahte das.

Er meinte: 'Sie verkörpert die vier festen Quadrate des Universums. Sie haben den Löwen, den Adler, den Stier und den Menschen. Der Mensch ist der Kopf. Die Kröne der Schöpfung trägt einen Menschenkopf. Schau dir den Kopf genau an, Neville! Der Bildhauer muss ein Neger gewesen sein. Wenn du dir das Gesicht genau ansiehst, erkennst du das. Ich bin sehr stolz darauf, ein Neger zu sein.'

Aus allen gehobenen Gesellschaftsschichten bat man Abdullah um eine Audienz. Er sagte mir: 'Neville, du must bei dir selbst anfangen! Finde dein Selbst, schäme dich nicht, egal, wer du bist. Finde zuerst dein Selbst und verändere es dann nach und nach!'

Das erzählte ich meinem Besucher. Ich erklärte ihm, dass es keinen äußeren Grund gäbe, sondern dass sich alles in seinem Bewusstsein abspiele.

Wenn man ihn diskriminierte, dann nicht wegen seiner Hautfarbe, auch wenn er Hunderte von Beispielen angeführt hätte. Diese Fälle treten auf, weil er es in seinem eigenen Bewusstsein zulässt. Dort muss er ansetzen, das muss er ummodeln.

Wenn jemand auf mich zukommt, um mich zu loben oder zu verurteilen, dann nur, weil ich ihn gerufen habe. Nicht ich als leiblicher Mensch, sondern das geheime Wesen, das die Gesamtsumme meiner Einstellungen enthält.

Nun, dieser Mann ging weiter und rang mit sich. Er konnte mir damals offensichtlich nicht glauben. Aber letzten Sonntag begneten wir uns in der Vorhalle, er kam auf mich zu und zeigte mir, was aus unserer Unterhaltung geworden ist.

Er sagte: 'Neville, es hat fast drei Jahre gedauert, bis ich von dieser fixen Idee wegkam, dass meine Hautfarbe etwas mit meinem Leben zu tun haben sollte. Ich sage Ihnen was: Jetzt habe ich ein Büro am Wilshire Boulevard. Ich hatte sogar die Wahl. Es waren mir noch vier weitere Büros angeboten worden. Aber ich entschied mich für dieses, weil es die bessere Ausstattung hatte. Und dieses Jahr werden ich eine Million netto verdienen.'

In Amerika ist das ein nettes Sümmchen Geld. Woanders erst recht. Das ist in jedem Fall die oberste Einkommenklasse. Und sie wurde von jemandem erklommen, der mir ein paar Jahre vorher sein Leid geklagt hatte, dass er diskriminiert würde.

Wenn Ihnen jemand Steine in den Weg legt, dann nur, weil Sie dies in Ihrem Bewusstsein zulassen! Ihr Bewusstseinszustand macht Sie frei oder hält Sie gefangen. Aber machen Sie sich nichts vor: Sie müssen sich selbst um sich kümmern, anderen ist das egal. Das kann ein harter Schlag sein, wenn man merkt, dass andere sich nichts um einen scheren. Aber mit Jammern und Klagen kommen Sie nicht weiter. Das bringt Ihnen ein kurzzeitiges Mitgefühl, mehr nicht."



Leseprobe Neville Goddard by I-Bux.Com


Joseph Murphy sagte über Neville Goddard: "Neville wird eines Tages als einer der großen Mystiker der Welt anerkannt werden!"

Neville Goddard verstarb 1972 in Los Angeles.



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