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Der Ritter in der rostenden Rüstung

Robert Fisher



Hintergrund:
Der Untertitel lautet: "Ein inspririerendes Märchen für Erwachsene." Fisher schlägt ein wenig aus der Reihe: Er war zunächst Drehbuchschreiber für Komiker, bevor er mit diesem Büchlein Zehnjährige genauso begeisterte wie hochbetagte Personen.
Es geht um die Geschichte eines Ritters, der nach vielen Schlachten an den Punkt gelangt, an dem er die Rüstung nicht mehr ablegen kann.
Er kann die Aufmerksamkeiten seiner Familie nicht mehr entgegennehmen, weil er ständig auf dem Sprung ist: Immer kurz vor der nächsten Schlacht.
Er muss sieben Prüfungen bestehen, um nach und nach die ihm angewachsene Rüstung wieder loszuwerden.
Zitat:

"Unser Ritter war für seine Rüstung weithin bekannt. In ihr schimmerten sich die Sonnenstrahlen so hell, dass die Leute des Dorfes schworen, die Sonne im Norden aufgehen oder im Osten untergehen gesehen zu haben, wenn der Ritter in die Schlacht zog. Und er zog sehr oft in die Schlacht.
Es genügte die bloße Erwähnung eines Kreuzzuges und der Ritter legte sich die Rüstung voller Begeisterung an, bestieg sein Pferd und ritt in jede Richtung. Seine Vorfreude war so groß, das er bisweilen sogar in mehrere Richtungen ritt. Jahrelang setzte der Ritter alles daran, die Nummer eins im Königreich zu sein. Immer wieder gab es eine neue Schlacht zu gewinnen, immer wieder war ein neuer Drachen zu erlegen.
Mit der Zeit vernarrte sich der Ritter dermaßen in seine Rüstung, dass er sie auch zum Abendessen und manchmal sogar zum Schlafen anlegte. Bis er sie eines Tages gleich gar nicht mehr abnahm. Seine Angehörigen konnten sich ihn ohne seine Rüstung nicht mehr vorstellen."
Kernaussagen:

• Wir können uns daran gewöhnen, ohne Gefühle zu leben. Das bedeutet nicht, dass der Mensch keine Gefühle bräuchte
• Um anderen Aufmerksamkeit gewähren zu können, müssen wir zunächst mit uns selbst aufmerksam umgehen
• Wir müssen entdecken, wie unsere individuelle Rüstung aussieht: Eitelkeit, Egoismus, Selbstbemitleidung ...? Erst dann können wir sie ablegen
• Der Schlüssel für die Befreiung von Ängsten und Vorurteilen liegt in uns selbst. Niemand kann diese innere Reise für uns unternehmen.
Verfasser:

Bevor er Erfolgsautor wurde, schrieb Fisher Drehbücher für Groucho Marx. Mit dieser Arbeit begann er bereits als Neunzehnjähriger. Danach folgten Drehbücher für Bob Hope, George Hurns, Lucille Ball und andere Humoristen.



Weiterführende Literatur:

"Der Ritter in der rostenden Rüstung"