So entwickeln Sie Selbstvertrauen und Geschicklichkeit
im Umgang mit Menschen

Buchbesprechung

Das gemeinsame Bedürfnis

Auf den ersten Blick erinnert dieses Buch an Dale Carnegies "Wie man Freunde gewinnt". Aber der erste Eindruck täuscht. Les Giblin beschreibt die menschliche Natur. Wenn zwei Autoren über dasselbe Wesen schreiben, werden die Beschreibungen natürlich Ähnlichkeiten aufweisen.

Was Giblins Buch positiv abhebt, ist, dass er genau herausschält, was wir zu tun haben, um uns positiv zu verändern und von anderen Menschen das zu erhalten, was wir uns von ihnen wünschen.

Bereits die Einleitung ist augenöffnend. Es ist nichts Schlimmes daran, von anderen Menschen etwas zu wollen. Diese wollen im Gegenzug ja auch etwas von uns. Dieses ist durchaus rechtens und ethisch. Jeder würde in gewissen Bereichen gerne erfolgreicher und glücklicher sein. Und dieses Glücklichsein hat nicht zuletzt mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun.

Wenn es also eine Möglichkeit gibt, diese Beziehungen zu verbessern, zu vertiefen und zu stabilisieren, sollten wir schon wissen, wie wir vorgehen können, um auf diese Weise das eigene und das fremde Glücksgefühl zu erhöhen. Das ist alles andere als selbstsüchtig. „Unter gelungenen zwischenmenschlichen Beziehungen verstehe ich, dass das Gegenüber im Gegenzug zu dem, was ich mir wünsche, seinerseits das Gewünschte erhält. Jeder andere Ansatz ist zum Scheitern verurteilt“.

Les Giblin erinnert uns daran, dass wir auf uns alleine gestellt nicht leben können. Jeder von uns ist auf andere Menschen angewiesen. Jeder braucht etwas, das andere haben und andere brauchen etwas, das wir haben. Nach Giblin gibt es grundsätzlich drei Interaktionsmöglichkeiten:

Wir können schnorren, betteln oder Handel treiben.

Die "Schnorrer" sind meist Schurken, Verbrecher und Schwindler. Sie nehmen anderen Menschen etwas weg, ohne sich um Rechtmäßigkeit und Einverständnis zu kümmern. Die partnerschaftlichen Beziehungen solcher Zeitgenossen lösen sich auf. Ihre Kinder verachten sie. Ihre Freunde drehen ihnen den Rücken zu.

Bettler laugen andere Menschen aus. Sie saugen andere Leute aus, indem sie Mitleid erheischen oder passive Manipulationstricks versuchen.  Indem sie Schwächen oder Überforderung vorgeben, wollen sie Vorteile einheimsen. In der Regel enden sie in abhängigen Beziehungen. Die partnerschaftlichen Beziehungen solcher Zeitgenossen lösen sich auf. Ihre Kinder verachten sie. Ihre Freunde drehen ihnen den Rücken zu.

Händler sind Realisten. Sie erhalten wertvolle Dinge, weil sie ihrerseits wertvolle Dinge bieten. Üblicherweise geben sie sogar mehr Nutzwert, als sie erhalten. Sie sind kreativ und oft vervielfachen sie das, was sie bereits besitzen. Menschen solchen Schlages sind es, die zu einem Wachsen der Gesellschaft beitragen. Sie arbeiten nach dem Prinzip des "Gebens und Nehmens". Sie ergreifen die Eigeninitiative und bewegen etwas.

Einer der Gründe, warum so viele Leute beim Umgang mit anderen Menschen so wenig Selbstvertrauen an den Tag legen, ist, dass sie nicht verstehen, womit sie es eigentlich zu tun haben. „Ein Verständnis der menschlichen Natur und ein Verständnis der Grundprinzipien hinter menschlichem Verhalten geben Ihnen Sicherheit im zwischenmenschlichen Umgang mit Leuten“.

Les Giblin bietet wie folgt Einblick in die menschliche Natur: „Dass ein glücklicher Mensch Glück verbreitet, ist wesentlich wahrscheinlicher, als ein unglücklicher. Ein wohlhabender Mensch dürfte den Personen, mit denen er zu tun hat, mehr Vorteile bringen, als ein chronischer Versager. Jemand, der sich seine eigenen Wünsche im Großen und Ganzen erfüllt hat, ist großzügiger und rücksichtsvoller als jemand, dem die Erfüllung seiner Wünsche verwehrt bliebt. Die meisten Probleme und Kümmernisse auf dieser Wert stammen von unglücklichen Leuten“.

Les Giblin erklärt uns, dass wir verborgene Pluspunkte im Übermaß haben und damit anderen Menschen das geben können, was diese haben wollen.

Er zeigt auf, wie wir diese Faktoren entdecken und gegen das Gewünschte eintauschen können. Wir lernen, wie wir Tag für Tag zu Situationen gelangen, bei der alle Beteiligten gewinnen. Je geschickter wir dabei werden, umso mehr wächst auch unsere innere Sicherheit und Zuversicht, und umso leichtlebiger und fröhlicher wird unsere Welt. „Das Hauptproblem besteht nicht darin, dass der Mensch nun mal so ist, wie er ist, sondern dass wir den seelischen Hunger und Durst anderer Leute, mit denen wir in Kontakt kommen, allzu oft nicht erkennen“.

Als Nächstes geht der Autor auf den Schlüssel für Erfolg und Glück ein: er zeigt uns auf, dass wir mit den Menschen so umzugehen haben, wie sie sind, nicht, wie wir sie gerne hätten.

Umgang mit Menschen

Laut Les Giblin beruhen 85% unseres geschäftlichen Erfolgs und 99% unseres persönlichen Glücks auf einer einzigen Voraussetzung: auf unserer Fähigkeit, mit Menschen umzugehen. Das ist nicht dasselbe, wie mit ihnen auszukommen. Diese kleine Unterscheidung ist der Schlüssel zu allem, was der Autor in diesem Buch beschreibt.

Wie wir mit Menschen umgehen, mit ihnen handeln, ihnen einen Gegenwert für das Erhaltene geben. Auf diese Weise haben wir eine Chance, dass alle Beteiligten gewinnen. Egal, ob Sie Spielkarten austeilen, Autohändler sind oder an der Börse arbeiten, immer geht es um einen gegenseitigen Austausch. Beide Seiten sollten das bekommen, worauf sie sich geeinigt hatten.

Manche Menschen sind scheu und zurückhaltend. Andere sind kontaktfreudig oder herrisch. Für den erfolgreichen zwischenmenschlichen Umgang ist keine dieser Verhaltensweisen zuträglich.

Das ist kein Persönlichkeitsproblem. Persönlichkeitsprobleme sind im Grunde Probleme im Umgang mit Menschen. Les Giblin schreibt, dass die Persönlichkeit nichts anderes sei, als unsere Fähigkeit, uns für unsere Menschen zu interessieren und ihnen einen Nutzen zu bieten. Das machen wir entweder gut oder schlecht. Es ist für alle Beteiligten besser, wenn wir darin gut sind!

Warum?

Weil unsere Fähigkeit, auf andere Menschen eingehen zu können, ein wesentlich entscheidender Faktor ist als Sachkenntnis oder handwerkliches Geschick. Wenn wir mit Menschen nicht umgehen können, scheitern wir auf der geschäftlichen und beruflichen Ebene.

Deshalb ist es diese eine Fähigkeit, an der wir mehr als an allen anderen arbeiten sollten, wenn wir unsere Träume verwirklichen wollen.

Wie bei allen übrigen Fähigkeiten geht es auch hier nicht nur darum, dass wir wissen, was wir tun wollen, sondern auch darum, dass wir das Warum kennen. Wir müssen gewisse Grundprinzipen des menschlichen Miteinanders verstehen. Fertiglösungen gibt es dabei nicht. „Es geht nicht um Tricks und Kniffe, der erfolgreiche Umgang mit Menschen ist eine Kunst!“, schreibt Giblin. Wir sind heute ohnedies viel zu sehr aufeinander angewiesen, als dass wir auch nur überleben könnten, ohne den erfolgreichen Umgang mit Menschen zu lernen. Seelisches Störverhalten hat nicht selten seine Wurzeln in der Unfähigkeit, mit Menschen umzugehen. Die Angst vor Ablehnung oder Unzulänglichkeit kann uns völlig lähmen. Es kann uns um den Erfolg bringen. Dieser Angst muss ein Ende gesetzt werden, wir müssen lernen, erfolgreich mit Menschen umzugehen; das ist eine Grundvoraussetzung, um auf den Weg zum Erfolg zu gelangen. Wir wirken wir nun positiv auf Menschen ein?

Das Geheimnis der Beeinflussung

Sobald Sie die Bedeutung der folgenden Aussage verstanden haben, wird sie Ihnen im Umgang mit anderen Menschen viele Dienste erweisen: das Ego ist Ihren Gesprächspartnern außerordentlich wichtig! Soweit es den zwischenmenschlichen Umgang betrifft, ist es eine unverzeihliche Sünde, auf dem Ego eines anderen Menschen herumzutrampeln. Dies ist die negative Seite.

Die Kehrseite ist, dass Sie auf einen Menschen nachhaltig einwirken können, wenn sie sein Ego aufbauen. Er wird diese Einwirkung dann zulassen. Die Leute wollen mehr Positives über sich hören, was ihrem Ego schmeichelt. Sie hungern förmlich danach. Und im Gegenzug werden sie offener.

Sind wir damit wieder beim leidlichen Thema der Manipulation? Nein! Les Giblin sagte in seiner Einleitung, dass wir nicht auf Tricks und Kniffen aus sind, mit denen wir andere wie Marionetten hin- und herziehen könnten. Es geht uns vielmehr um Grundprinzipien der menschlichen Natur, wodurch wir unsere Mitmenschen besser verstehen können, besser mit ihnen umgehen können und eine Basis des Gebens und Nehmens erschaffen können. „Tief im Inneren eines jeden Menschen gibt es etwas, das ihm sehr wichtig ist und Respekt verlangt“. Das treibt einen jeden von uns dazu, unsere Individualität zu schützen und zu bewahren. Das ist das Ego. Damit ist nicht der Stolz gemeint!

Wir sprechen von Identität und persönlichem Wert.

Jedes Mal, wenn wir mit jemandem sprechen, sollten wir so reden, dass der einzigartige Wert dieses Menschen auf der Welt geschützt und bewahrt wird. Wir erhöhen und ermutigen ihn, weil er unsere Wertschätzung verdient.

Warum?

Weil jeder Mensch ein Kind Gottes ist und nach seinem Ebenbild geschaffen wurde. Indem wir diese Tatsache anerkennen, erhalten wir eine offene Tür, eine Brücke zu seinem Inneren, eine gegenseitige Einflussmöglichkeit.

Der Autor flechtet in diesem Zusammenhang ein, dass es auch Menschen oder Länder gibt, in denen die Existenz eines Gottes verleugnet wird. In solchen Ländern habe der Einzelne keinen persönlichen Wert. Dort sei der Mensch Leibeigener des Staates. Der Staat kann mit den Menschen tun, was er will. In demokratischen Ländern werde die Regierung mit dem Einverständnis des Volkes gestellt. Das sei das Grundgesetz bzw. die Verfassung solcher Länder. Les Giblin sagt, dass wir eine gesunde Selbstachtung entwickeln würden, wenn wir erkennen, dass wir Abkömmlinge einer Höheren Macht sind, welche er „Gott“ nennt, die aber mit jeder beliebigen Metapher bezeichnet werden kann. Jeder brauche ein Gefühl der Wertigkeit. Wer nicht erkenne, dass seine Bedeutung daraus erwachse, dass er ein Kind Gottes sei, meine, dass er seine eigene Bedeutung künstlich erschaffen müsse. Er oder sie könnte dann versuchen, Macht, Ruhm oder Reichtum um jeden Preis zu erhalten, also auch mit unredlichen Mitteln. Das würde nie funktionieren. Wenn Sie über eine gesicherte Selbstachtung verfügen, sind Sie auch im Umgang mit anderen Menschen sicher. Wenn Sie sich selbst gut leiden können, können Sie auch andere gut leiden. Das ist keine neue Erkenntnis.

Der Schlüssel zu Ihrem Erfolg sind Sie selbst. Deshalb sollten Sie alles daran sezten, eine möglichst gute Version des Menschen zu werden, der Sie sind. Sobald wir verstehen, wie wichtig dass für uns ist, begreifen wir auch, dass es unserem erfolgreichen Miteinander zugutekkommt, dem Gegenüber dabei zu helfen, sich selbst besser zu mögen. „Nähren Sie sein Ego - nicht durch falsche Schmeicheleien, sondern durch ernstgemeinte Komplimente und aufrichtiges Lob!“ Und über Gewohnheiten schreibt er: „Halten Sie bei dem Menschen, mit den Sie zu tun haben, Ausschau nach den guten Seiten. Suchen Sie Aspekte, die Sie ernsthaft loben können!“ Er empfieht, sich anzugewöhnen, täglich mindestens fünf Mal ein Lob auszusprechen. Wir würden dann selbst sehen, wie sehr sich unserer Beziehungen verbessern werden.

Führungsgrundsatz

„Wenn Sie sich eine bessere Welt wünschen, die aus besseren Ländern und Staaten, besseren Städten, besseren Gemeinden, besseren Einrichtungen und besseren Familien besteht, müssen Sie bei sich anfangen und selbst erst ein besserer Mensch werden“

Versteckte Werte

Jeder dürstet nach etwas.

Und jeder hat etwas zu bieten, um den Durst eines anderen Menschen zu stillen. Den Menschen dürstet nach:

Bewunderung (wir haben einen persönlichen Wert und eine persönliche Bedeutung),
Bestätigung (wer wir sind und was wir tun, ist in Ordnung),
Wertschätzung (ein Gefühl von Dankbarkeit dafür, dass wir hier sind) und
Akzeptierung (so wie wir sind, ist es in Ordnung).

Diesen Durst können wir bei anderen Menschen löschen. Allerdings fehlt vielen die Bereitschaft dazu. Es ist die Bereitschaft, die unsere versteckten Werte freilegt und uns in die Lage versetzt, effektiv mit anderen Menschen umzugehen.

Der Autor erinnert uns daran, dass wir nicht knauserig sein sollten, wenn es darum geht, dieses menschliche Bedürfnis zu befriedigen. Wir sollten dieses Füllhorn auch nicht nur über bestimmte Leute ergießen. Wir sollten es nicht zum Gegenstand der Feilscherei machen. Bestechung funktioniert nie. Seien Sie freigiebig. Diese Gabe ist unerschöpflich. Unsere gesamten Umgangsformen und Höflichkeiten beruhen auf der Anerkennung der Wichtigkeit des Mitmenschen. Dies anzuerkennen, ist von entscheidender Bedeutung. Wie können wir sicherstellen, dass wir dazu bereit sind?

1. Gehen Sie davon aus, dass andere Leute wichtig sind („In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst“ - Philipper 2,3). Wenn Sie dies nicht glauben könnnen, werden Sie sich auch nicht danach richten. Jeder ist uns in irgendeiner Weise überlegen.

2. Beachten Sie die Leute - wenn Sie sie nicht sehen und beobachten, lernen Sie niemals genug darüber, wer sie sind und was sie tun. Wir nehmen sie zur Kenntnis und bereits das erweist ihnen die Ehre. Ebenso wie Kinder tun auch Erwachsene alles, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das gilt im Guten wie im Schlechten. Geben Sie ihnen deshalb die Aufmerksamkeit, nach der sie sich sehnen, bevor sie sich schlechtem Tun zuwenden.

3. Unterdrücken Sie niemanden. (Mt.20, 25-26) Weil jeder diesen Durst verspürt, auch jeder Einzelne von uns, besteht die Versuchung, die Aufmerksamkeit auf uns selbst zu ziehen, statt sie auf andere zu lenken. Das ist ein Eigentor. Konkurrieren Sie nicht mit jemanden, um sich selbst über ihn zu erheben oder sich auf seine Kosten hervorzuheben! Erkennen Sie lieber seine Leistungen, seine Weisheit und seine Beobachtungen an - sogar dann, wenn diese unsinnig sind! Ihr eigener Wert wird dadurch nicht geschmälert.

Das sind die drei einfachen Schritte, welche Les Giblin vorgibt, um die eigenen versteckten Werte zu entfalten.

Spieglein an der Wand

In Kapitel 4 weist Giblin darauf hin, dass wir das Verhalten und die Einstellungen anderer im Wesentlichen über unser eigenes Verhalten und unsere eigenen Einstellungen steuern.

Solange uns nicht klar ist, was wir selber wollen, solange wir unschlüssig oder unsicher sind, lösen wir das entsprechende Verhalten auch bei anderen Menschen aus. Wenn wir aber Zuversicht und Begeisterung ausstrahlen, übertragen sich diese Eigenschaften auch auf unser Gegenüber. Auf eine Kurzformel gebracht:

Andere spiegeln unsere Innenwelt.

Wir müssen auch auf unsere Körpersprache achten. Wenn Sie Begeisterung vermitteln wollen, müssen Sie begeistert handeln! Wenn Sie sich eine positive Reaktion wünschen, verhalten Sie sich so, als wäre dies bereits eine ausgemachte Sache! Dies leuchtet ja auch ein: Wie wollen Sie denn andere von etwas überzeugen, wenn Sie es selbst nicht sind? Glauben Sie an sich selbst, dann glauben andere auch an Sie. Gehen Sie vom Gelingen aus und andere werden Ihnen dabei helfen! „Kopf hoch! Schultern raus. Nehmen Sie Blickkontakt auf. Gehen Sie so, als hätten Sie ein klares Ziel und bewegten sich schnurstracks darauf zu. Gewöhnen Sie sich einen festen, aber nicht zu drückenden Handschlag an. Achten Sie auf den Klang Ihrer Stimme. Sprechen Sie aufbauend und zuversichtlich. Jammern Sie nicht. Murmelm Sie nicht. Sprechen Sie nicht allzu laut, sondern klar und deutlich. Lächeln Sie! Nicken Sie!“

Ihr Gegenüber wird so werden, wie Sie es von ihm erwarten. Ihr Gesprächspartner wird sich so verhalten, wie Sie es erwarten und so reagieren, wie Sie es erwarten. Es kommt also auf Sie an! Sie bestimmen die Situation durch Ihre eigene Einstellung und Ihr eigenes Verhalten. Ihre Mitmenschen werden spiegeln, was sie in Ihnen sehen. Machen Sie sich deshalb bewusst, wer Sie sind und was Sie wollen.

Giblin erinnert an folgendes Führungsprinzip: Die Leute werden Ihnen aus einem von drei Gründen folgen:

Weil Sie derjenige sind, der Sie sind;

weil Sie für etwas Bestimmtes stehen

oder weil Sie sich ein bestimmtes Ziel anpeilen.

Sind Sie vom Wert Ihres Anliegens voll und ganz überzeugt? Falls ja, müssen Sie diese Tatsache verlockend, interessant und beruhigend vermitteln können.  Sobald Sie dazu in der Lage sind, werden Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen aufblühen!

Der erste Eindruck

Für einen ersten Eindruck erhalten Sie nie mehr eine zweite Chance. Der erste Eindruck entscheidet über den weiteren Verlauf des Gesprächs. Wenn Sie gefragt werden, was Sie beruflich machen, bestimmt Ihre Antwort alles Weitere, worüber Sie sprechen. Wenn Sie diese Antwort vermasseln, können Sie sie später im Gespräch nicht mehr korrigieren. Sie haben dann bereits verraten, dass Sie Ihren Beruf nicht mit Leidenschaft ausüben. Sie haben ihm eine untergeordnete Rolle vermacht. Und Ihr Gegenüber wird das genauso sehen. Er oder sie wird Ihren Beruf auf der Ebene einer Nebenbeschäftigung ansiedeln. Denken Sie immer daran:

Andere reflektieren Ihre Einstellungen.

Les Giblin schreibt, dass wir durch die Art und Weise, wie wir etwas sagen und was wir sagen, den Ton vorgeben. Das weitere Gespräch wird sich in diesem Ton abspielen.

Wenn wir herumalbern, können wir nicht mehr auf Ernsthaftigkeit zurückschwenken.

Wenn wir zaghaft oder zweifelhaft beginnen, können wir nicht mehr auf Selbstsicherheit und Begeisterung einscheren.

Wenn wir negativ anfangen, versperren wir uns selbst den Weg zu einer positiven Reaktion.

Wenn wir aber sachlich sind, wird unser Gegenüber ebenfalls sachlich reagieren. Wenn wir warmherzig und interessiert sind an dem sind, was der andere tut, wird er seinerseits aufgeschlossen und interessiert sein.

Die Leute warten nur darauf, dass Sie ihnen sagen, was sie tun sollen.

Wie wir anderen vermitteln, was wir von ihnen wollen, erklärt uns der Autor wie folgt:

1.
Andere Menschen werden unsere eigene Wertschätzung übernehmen. Wie ich mich gebe, ist von großer Wichtigkeit. Solange ich nicht bereits vorher, bevor ich meinen Mund aufmache, ein klares Selbstbild davon habe, wer ich bin und was ich vorhabe, kann ich dieses Bild später nicht mehr zurechtrücken.

Auch meine Kleidung, mein Auftreten und meine Förmlichkeit tragen zu dem Bild bei, das ich vermittle.

Wünsche ich mir, dass man mich als erfolgreiche Geschäftsfrau/Geschäftsmann, als jemanden, der höflich, zuvorkommend und sachlich ist, der eine Vision seiner eigenen Zukunft hat, sieht - mit oder ohne den anderen? Dann muss ich das auch vermitteln und diesen Eindruck aufrechterhalten. Ich habe das, was er/sie sich wünscht und haben will. Ich erbettle von niemandem Bestätigung, aber ich bin auch nicht arrogant oder überheblich!

Ich möchte ihm/ihr eine Chance bieten, mich auf meinem Weg zu begleiten.

Im Hinterkopf stelle ich mir die Frage: „Warum sollte er/sie mein Weggefährte werden wollen?“

Dadurch steuere ich, was ich sage und wie ich es sage; ich steuere auch, welche Fragen ich stelle und welche Antworten ich gebe.

Mit den Worten und der Einstellung, die ich vermittle, male ich die Träume und Erwartungen meines Gegenübers. Ich wünsche mir, dass mein Kontaktpartner dieses Wunschbild beziehungsweise diese Begeisterung aufgreift. Ich möchte ihm vermitteln, dass noch viel mehr dahintersteckt, als nur das, was ich in fünf oder zehn Minuten darlegen kann. Ich möchte, dass er nach noch mehr Informationen dürstet und sich gerne mit mir hinsetzt, um herauszufinden, was darüber hinaus noch für ihn drin ist. Deshalb


2.

lasse ich ihn wissen, dass ich stolz auf mein Projekt bin und gerne daran arbeite. Ich bin begeistert von den Zukunftsaussichten und Möglichkeiten. Das Gespräch erhält dadurch eine völlige neue Wendung.  Der Gesprächspartnerin bzw. der Gesprächspartner wird aufmerksamer zuhören, hoffnungsvoller werden, lächeln, Vorfreude empfinden, und gerne in der Nähe eines Menschen sein, der von einer Sache überzeugt ist.  Er wird wissen wollen, was er tun muss, um mitmachen zu können


3.

Ziehen Sie niemals über Ihre Mitbewerber her! Am besten sprechen Sie grundsätzlich nie schlecht über jemanden. Negative Leute kommen nicht gut an. Richten Sie sich einfach nach der Grundregel, niemals etwas Negatives zu sagen. Egal, worüber Sie sprechen. Negatives Gerede zieht Energie ab, macht andere Menschen und Sie selbst deprimiert, missmutig und kritisch. Das gilt für das Wetter, für Autos, Häuser, Politik, Religion, Leute, Firmen, Krankheiten - einfach für alles.

Angenommen Sie äußern sich abfällig über ein bestimmtes Computerprogramm. Wie kommt das bei Ihrem Gegenüber an, wenn Sie Vertrauen in das erzeugen wollen, worüber Sie sprechen? Gar nicht gut!

Sie könnten sich sicherlich herausreden und sagen, dass es schließlich nicht Ihr Problem sei, wenn das Programm diese und jene Macken aufweise. Doch so funktioniert das nicht. Sie haben etwas Abfälliges gesagt und können es nicht mehr zurücknehmen. Damit haben Sie den Ton für das weitere Gespräch vorgegeben. Von nun an kann es nur noch schlechter werden.

4.

Sie wollen bei Ihren Gesprächspartnern schließlich die Gewohnheit aufbauen, dass sie Ja zu positiven Aussagen sagen. Sie unterstreichen dies durch Ihre Körpersprache, zum Beispiel durch Nicken. Sie wollen eine positive und angenehme Basis schaffen, weil Sie wissen, dass Sie von einer solchen Basis aus im selben Ton weitermachen werden.

5.

Unterstellen Sie, dass sich der andere Mensch genau in Ihrem Sinne verhalten wird.  Gehen Sie davon aus, dass er sich gerne mit Ihnen zusammensetzen will, um darüber zu sprechen, was er sich vorstellt. Gehen Sie weiterhin davon aus, dass er nicht mehr wie bisher weitermachen will. Malen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge aus, dass er von den aufgezeigten Möglichkeiten begeistert sein wird. Er freut sich darauf, mit Ihnen gemeinsam an einem Strang zu ziehen! Dieses innere Szenario bauen Sie bereits auf, bevor Sie auch nur einen einzigen Ton sagen. Damit geben Sie den Rahmen für die erwartete Situation vor.

Als Erinnerungsstütze können Sie sich auch eine Affirmation zurechtlegen. Diese könnte zum Beispiel wie folgt formuliert sein:

"Ich nutze meine Zeit optimal. Ich bin zuversichtlich.

Ich bin überzeugend.

Ich drücke mich klar und deutlich aus.

Ich wähle die richtigen Worte.

Meine Begeisterung ist ansteckend.

Ich bin offen.

Ich bin zielbewusst und weich gleichzeitig.

Ich spreche so, dass ich andere dadurch aufbaue.

Ich kann jedem etwas Gutes tun, mit dem ich zusammenkomme.

Ich bin beliebt.

Andere arbeiten gerne mit mir.

Andere Menschen fühlen sich wohl in meiner Gegenwart.“

Was das soll, wollen Sie wissen? Eine übersteigerte Effekthascherei? Damit hat das nichts zu tun.

Mit solchen Aussagen bauen Sie ein geistiges Vorstellungsbild von sich selbst auf. Sie werden in dieses Bild hineinwachsen.

Wichtiger aber noch ist, dass Sie genau dieses innere Bild auf andere übertragen. Ob es jetzt bereits so aussieht, ist unerheblich. Sie definieren damit die Erwartungen, die Sie an sich selbst stellen. Mit der Zeit werden sich diese Erwartungen erfüllen. „Ich bin der, für den ich mich halte“. Das wollte Les Giblin damit sagen (und Ben Sweetland hat übrigens dasselbe gesagt).
Die Menschen werden so sein, wie ich es von ihnen erwarte. Das ist das A und O dieses Kapitels in zwei Sätzen. Dazu brauche ich nur meine Rolle einzunehmen; die anderen werden ihre Rolle übernehmen.

Und dann werden wir im Leben zu dem, für den wir uns tief innerlich halten. Das sind Wahrheiten mit großer Reichweite. „Wie der Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er!“.

Anziehungskraft erhöhen

In Kapitel 6 geht Les Giblin nochmals auf die drei Punkte ein, die unseren emotionalen Durst (oder Hunger) umfassen. Er verwendet die Bezeichnungen Akzeptierung, Anerkennung und Zustimmung. Jede dieser Sehnsüchte beschreibt er ziemlich ausführlich. Den vierten Punkt, welche in diesem Beitrag „Bewunderung“ genannt wurde, nennt er „Wertschätzung“. Gemeint ist das Gefühl der Wichtigkeit. Werfen wir einen Blick auf diese drei Grundsehnsüchte.
 
Wenn wir die Speise haben, um den seelischen Hunger oder Durst des anderen Menschen zu stillen, werden wir für den Hungernden (bzw. Dürstenden) attraktiv.

Akzeptierung - Damit ist gemeint, dass wir den anderen Menschen mit allen seinen Schwächen annehmen. Wir bieten ihm einen sicheren Hafen, in dem er sich nicht darüber zu sorgen braucht, ob wir ihn vielleicht be- oder verurteilen. „Gewähren Sie der anderen Person das Recht, sie selbst sein zu dürfen!“ Nur so kann sich Ihr Gesprächspartner entspannen und öffnen. Niemand reißt sich darum, auf dem Präsentierteller zerpflückt zu werden. Die Menschen erhalten auch so schon genug Kritik, Sarkasmus, Stänkereien oder Sticheleien.

Lassen Sie den anderen so sein, wie er nun mal ist!

Zustimmung -  Dies geht noch über die Akzeptierung hinaus. Wenn wir zustimmen, lassen wir nicht nur fünfe gerade sein. Wir sehen nicht nur über die vermeintlichen Fehler hinaus, sondern suchen bewusst nach Pluspunkten. Das sind Aspekte, denen wir zustimmen können oder welche wir ergänzen können.

Ein Tipp: Die Menschen freuen sich mehr über ein Kompliment, wenn dieses etwas betrifft, was nicht offensichtlich ist. Suchen Sie nach den subtilen Stärken und Qualitäten dieses Menschen und packen Sie sie aus, wie ein bislang unentdecktes Geschenk. Das ist deshalb ein Kompliment, weil wir interessiert und aufmerksam sein mussten, um diese Vorzüge überhaupt zu entdecken.
 
Anerkennung - Les Giblin definiert Anerkennung wie folgt: Werterhöhung statt Wertminderung. Wir werden aufgefordert, den Wert eines Menschen durch das, was wir sagen und wie wir ihn behandeln, zu erhöhen. Giblin gibt hierzu vier Anregungen vor:

Lassen Sie niemanden warten!

Lassen Sie den anderen wissen, dass Sie ihn wahrnehmen und sich ihm bald widmen werden!

Sprechen Sie ihm Ihren Dank aus!

Behandeln Sie jeden zuvorkommend!

„Zuvorkommend“ (im Original: „special“) bedeutet hier, dass jeder Mensch einzigartig ist und Sie ihn als solchen behandeln. Stecken Sie ihn nicht in eine Schublade! Dadurch würden Sie ihn abwerten. Sagen Sie nicht einfach nur „Hallo!“ Sprechen Sie ihn mit seinem Namen an. „Guten Morgen, Edward! Wie geht's deiner Frau Edith?“ Nehmen Sie ihn als Einzelperson wahr. Das tun Sie, indem Sie auf Kleinigkeiten achten.

Als Nächstes geht es im Buch darum, wie wir freundlicher zu werden.

Freundlicher werden

Wie bereits erwähnt, geht es darum, mit Menschen umzugehen, nicht nur darum, mit ihnen auszukommen. Wir sind also nicht deshalb freundlich, weil wir uns damit erhoffen, dass der andere dann auch freundlich zu uns ist. Wir machen den anderen vielmehr zu einem freundlichen Menschen.

Hierzu schlägt der Autor einen zweistufigen Prozess vor:

Zunächst gehen wir davon aus, dass er andere freundlich sein wird (und verhalten uns dementsprechend).

Als Zweites setzen wir unser freundlichstes Lächeln auf.

Das war's bereits.

Warum funktioniert das? Aufgrund der beiden bereits angesprochenen Prinzipien, nämlich Erwartungen und Spiegelung. Die Leute werden sich so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten.

Sie werden dann zurückspiegeln, was sie in uns sehen. Also gehen wir davon aus, dass sie freundlich sein werden und als Nächstes entwaffnen wir sie mit unserem strahlendsten Lächeln. Sie werden gar nicht anders können, als ebenso zu reagieren. Und schon haben wir eine freundliche Ausgangsbasis. Les Giblin nennt allerdings ein paar Vorbehalte:

Sie müssen davon überzeugt sein, dass der andere Mensch Sie mag.

Wenn Sie davon nicht überzeugt sind, wird Zweierlei geschehen.  Zum einen werden Sie sich zu sehr ins Zeug legen und diese Übereifrigkeit wird den anderen wegtreiben.

Zum anderen bringen Sie sich selbst in die Defensive und betteln um Akzeptierung. Ihre Angst und Zweifel treiben den anderen ebenfalls weg. Sie müssen entspannt und locker sein. Druck erzeugt Gegendruck. Verzichten Sie völlig auf jede Art von Druck. Nur so kann sich Ihr Gegenüber entspannen und öffnen.

Der nächste Vorbehalt ist, dass Ihr Lächeln ernstgemeint sein muss. Ein Zwangsgrinsen wird beim anderen die Alarmglocken klingeln lassen. Jeder normale Mensch wird Ihnen ein aufgesetztes Grinsen ansehen. Und wenn Sie Ihre Zähne noch so sehr zeigen.  Giblin schreibt, dass ein echtes Lächeln zwischen unseren Ohren und hinter den Augen anfängt. Es kommt von innen heraus. Ein aufgesetztes Lächeln jedoch straft dem Lügen, was unsere Augen verraten. Nur wenn die Augen zuerst sprechen, folgt ein echtes Lächeln. Was ist damit gemeint?

Wie Frank Bettger sagt auch Les Giblin, dass wir im stillen Kämmerchen vor dem Spiegel üben sollten. So sehen wir das, was unser Gegenüber zu sehen bekommt. Wenn Sie im Spiegel etwas sehen, was nicht Ihren Erwartungen entspricht, üben Sie so lange, bis Sie mit Ihrem Lächeln zufrieden sind: Es sollte nicht zu breit und auch nicht zu schmallippig sein. Allerdings haben Sie sich damit nur auf Ihre Mundpartie konzentriert. Sie müssen auch Ihre Augenbrauen anheben, um Ihre Augenlinie weicher zu machen und so zu vermitteln, dass Sie mit guten Absichten kommen. Für einen Hund ist das Zähnefletschen eine Aufforderung zum Kampf. Wenn ein Hund seine Zähne zeigt, verwandelt sich die Linie seiner Augenbrauen zu einer V-förmigen Furche und bringt Ablehnung zum Ausdruck. Wenn Sie nicht auf Kampf aus ist, sollten Sie dies also vermeiden.

Wenn Ihre Augenbrauen aber eine gerade Linie bilden, und Sie dann lächeln, zeigen Sie, dass mit Ihnen etwas nicht in ganz stimmt. Denn offensichtlich besteht dann zwischen den Brauen eine Trennung - welche Desinteresse zum Ausdruck bringt - während der Mund aber Freundlichkeit zeigt. Das passt nicht zusammen. Damit machen Sie andere nervös.

Richtig wäre es, wenn die Augenbrauen bis zum Nasenrücken hochgezogen wäre und an den Schläfen wieder herabkämen: Aber auch dabei bleiben Ihre Augen immer noch ausdruckslos.

Augen verraten unglaublich viel. Es geht nicht nur darum, wie offen oder wie rund sie sind oder ob an den Augenwinkeln Krähenfüße zu sehen sind. Sie funkeln, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit warmherzig und anteilnehmend auf jemanden richten.

Stellen Sie vor sich, Sie würden in die Augen eines Neugeborenen schauen. Stellen Sie vor sich, Sie würden Ihr Haustier liebevoll anblicken. Stellen Sie vor sich, wie Sie das erste Mal tief in die Augen Ihres Herzblatts blickten.

Und dann lächeln Sie mit derselben Euphorie.

Üben Sie dies ruhig ein! Sehen Sie in den Spiegel, wobei Sie an drei Dinge denken: Akzeptierung, Zustimmung und Wertschätzung. So sollten Sie sich selbst betrachten. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf sollten Sie an sich selbst denken. Dann werden Sie heute an mit derselben Denkhaltung alle anderen Menschen betrachten. Denn jeder, den Sie heute treffen werden, hungert und dürstet genau nach diesen drei Dingen.

Über Ihre Augen können Sie dieses Verlangen stillen. Dann wird Ihr Lächeln bestätigen - und sogar noch vervielfachen - was Ihre Augen zum Ausdruck bringen. Machen Sie den Praxistest! 

Geben Sie den Menschen, die Sie treffen, über die drei genannten Faktoren seelische Speis und Trank. Achten Sie auf ihre Reaktionen!

Rhethorikfähigkeiten

In Kapitel 8 seines Buches schreibt Les Giblin, dass Erfolg nicht zuletzt auch davon abhängt, wie wir reden. Damit will er wohl sagen, dass es auch nachhaltig darauf ankommt, eventuelle Schwierigkeiten, eine Idee eindringlich zu vermitteln, zu überwinden. Dies gilt auch für eine eventuell vorhandene Schüchternheit. Es gibt uns folgende Empfehlungen:

1. Haben Sie keine Scheu davor, manchmal auch über Banales, Triviales oder Langweiliges zu reden. Solche belanglosen Unterhaltungen über das Welt, Sport, Fernsehsendungen oder Baustellen können sehr gut als Aufwärmer verwendet werden.

2. In der Regel können Sie nicht von Null auf Hundert kommen. Sie brauchen eine Aufwärmphase. Das Gespräch muss erst ins Laufen kommen, bevor es interessant wird. Das ist völlig normal. „Ein wunderschöner Tag, nicht wahr?“ „Kommen Sie oft hierher?“ „Wie lange wohnen Sie schon hier?“ „Was machen Sie denn beruflich?“ „Hört sich spannend an.“ „Was ist Ihrer Meinung nach das Interessanteste daran?“

3. Das heißt nicht, dass Sie ein „Verhör“ einleiten. Der andere Mensch sollte aber von sich erzählen. Sprechen Sie Bereiche an, die mit seiner Familie, seinem Beruf, seinen Hobbys, Interessen und Bedürfnissen zu tun haben. Fragen Sie nach.  Bringen Sie das Gespräch immer wieder auf ihn/sie zurück. Les Giblin nennt dies die „Kehrtwende zur grünen Ampel“.

4. Sprechen Sie nur dann über sich, wenn Sie darum gebeten werden! Und dann fassen Sie sich kurz und treten bescheiden auf. Sie können Ihrem Gegenüber das Gefühl geben, dass Sie Anteil nehmen, indem Sie einfach sagen: „Bei mir auch“. Stimmen Sie dem Gehörten einfach zu.

„Ich schätze die Ruhe“.
„Ja, ich auch. Kriegen Sie auch genug davon?“

„Nachdem die Kleinen im Bett sind“.
„Ja, bei mir ist es genauso.“

„Haben Sie einen Lieblingsfleck, um sich zu sammeln?“
„Ich habe einen Schaukelstuhl auf dem Balkon. Da sitze ich gerne.“
„Ja, ich habe auch so einen - im Garten. Ich sitze auch gerne dort.“

In diesem Stil eben ...

5. Behalten Sie einen fröhlichen und positiven Ton bei. Fallen Sie nicht der Versuchung anheim, über alles Mögliche zu plaudern, was Ihnen über Ihre Arbeit, das Finanzamt, die Politiker, die Inflation, Krankheiten oder Unglücksfälle in den Sinn kommt.

Sprechen Sie lieber über die Hoffnung und Träume Ihres Gegenübers.
Was war sein bester Urlaub?
Was war überhaupt seine schönste Zeit im Leben?
Was würde er/sie gerne nochmals erleben?
Was gefällt ihm an seiner Partnerin am besten? 

Wenn Sie sich trotzdem dazu gedrängt fühlen, Ihren geistigen Mülleimer über jemandem auszukippen, dann bringen Sie es zu Papier und zerreißen es danach. Kein Mensch will das lesen!

6. Lassen Sie Sticheleien, Spötteleien, Häme, Sarkasmus grundsätzlich aus dem Spiel! Sie können nie sicher wissen, wie empfindlich Ihr Gesprächspartner ist. Eine einzige dumme Bemerkung, und Ihre Beziehung steht auf Messers Schneide. Ein einziger falscher Witz kann alles zunichtemachen! Würde und Respekt vertragen sich nicht mit Hänseleien, Herabsetzungen und Spott. Wenn Sie schon Humorvolles einbringen oder jemanden auf die Schippe nehmen wollen, dann sich selbst - tun Sie dies niemals auf Kosten anderer!

Les Giblin schreibt, dass es nur einen Weg gäbe, wie man lernen könne, im mündlichen Umgang mit anderen besser zu werden: Man müsse es tun. Je öfter, desto besser!

Aktiv zuhören

Das ist ein wichtiges Kapitel. Der Autor schreibt, dass man Sie für intelligent halten wird, wenn Sie aktiv zuhören können. Wenn Sie dies nicht können, wird man Sie für einen Ich-Menschen halten. Wenn Sie zuhören, wird man Ihnen sagen, was man von Ihnen braucht. Wenn nicht, hören Sie davon kein Wort.

Wir alle sollten mehr zuhören als sprechen, und, wichtiger noch, wir sollten auf das Gehörte eingehen. Wir gehen also nicht darüber hinweg. Der Erfolgreiche hört aktiv zu. Der Erfolglose wartet, bis er wieder etwas sagen darf. Giblin nennt an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem politischen Leben seiner Zeit. Insbesondere erwähnt er einen Bürgermeister, der immer frei ohne Konzept sprach, sich gründlich vorbereitete und sachlich auf die gestellten Fragen einging.

Giblin sagt, dass auch wir uns so verhalten sollten. Wir bereiten uns im Voraus vor. Wir bauen systematisch eine Beziehung auf. Wir hören aktiv auf das Gesagte. Was will der andere wirklich sagen? Dann gehen wir gezielt darauf ein. Wenn wir nur daran denken, was wir als Nächstes sagen wollen, können wir nicht wirklich zuhören. Wir reden aneinander vorbei. Wir müssen zunächst das Anliegen, den Wunsch, herausschälen.

Wie gehen wir vor, wenn wir aktiv zuhören wollen?

Les Giblin legt hierzu sieben Schritte vor:

1. Sehen Sie den anderen Menschen an. Stellen Sie Blickkontakt her, jedoch ohne zu starren. Sehen Sie nicht auf Ihre Uhr oder auf Passanten. Wenn Sie das Gespräch aus irgendwelchen dringlichen Gründen abbrechen müssen, sagen Sie: „Entschuldigen Sie mich bitte einen Augenblick. Ich bin gleich wieder für Sie da. Ich will nämlich mehr darüber hören.“

2. Zeigen Sie sich ernsthaft interessiert an dem, was Ihr Gesprächspartner sagt. Was er wirklich sagen will, kommt vielleicht gar nicht so sehr in seinen Worten zum Ausdruck. Lesen Sie zwischen den Zeilen. Wonach hungert er? Akzeptierung, Zustimmung oder Wertschätzung? Stillen Sie diesen Hunger! Nicken Sie, bestätigen Sie ihn, lächeln Sie.

3. Lehnen Sie sich vor, nicht nach hinten mit verschränkten Armen. Achten Sie auf Ihre Körpersprache.

4. Fragen Sie nach. Ermutigen Sie ihn/sie, mehr darüber zu sagen. Stellen Sie Fragen, die nicht nur mit Ja oder Nein zu beantworten sind. „Was würden Sie ...“ „Wann hatten Sie ...“ „Wie gingen Sie dabei vor ...?“

5. Unterbrechen Sie nicht. Lassen Sie Ihre Gesprächspartnerin ausreden. Bitten Sie sie dann, den Punkt noch näher zu erläutern.

6. Bleiben Sie beim Thema. Schweifen Sie nicht ab.

Was ist, wenn Ihr Gegenüber nur Negatives auftischt? Sie haben zwei Optionen:

a) Sagen Sie, dass es Sie gefreut hat, mit ihm zu plaudern und gehen Sie dann. Das ist in Ordnung, weil Sie ja positive, optimistische Leute suchen, mit denen Sie zu tun haben wollen. Mit aufgeschlossenen Menschen geht alles leichter. Schützen Sie Ihr Einstellungen immer und überall! Jeder, mit den Sie zu tun haben, färbt auch auf Ihre geistige Einstellung ab. Wenn Sie sich so fühlen, als müssten Sie den Mist, mit dem man Sie tagsüber beworfen hat, erst wieder abschrubben, sollten Sie den Umgang mit solchen Leuten meiden!

b) Bringen Sie sie durch Ihre Reaktion vom Negativen zum Positiven. Dies tun Sie, indem Sie ihm aufzeigen, wie Sie ihn in einem Jahr sehen. Ein Beispiel: Er jammert und lästert über seine Arbeit. Sein Chef habe keinen Schimmer davon, wie wichtig er für die Abteilung sei. Keiner würde seine Arbeit schätzen. Sie darauf: „Wissen Sie, ich verstehe schon, dass Sie gute Arbeit leisten und Ihre Kollegen unterstützen. Das ist ehrenwert. Ich bin sicher, dass Ihr Chef gerne einen objektiven Standpunkt hören will, den er bisher noch nicht in Betracht gezogen hat. Was haben Sie sonst eigentlich noch entdeckt, was Ihrem Chef helfen könnte, den Arbeitsablauf zu verbessern?“ Statt ihn auf der Ebene des Neinsagers zu halten, haben Sie ihn nun in einen Qualitätsverbesserer umgedreht und seine Einstellung zu seinem Chef justiert.

7. Wiederholen Sie in Ihrer Antwort Auszüge aus dem Gesagten. Deshalb heißt es ja auch „aktives“ Zuhören. „Was ich höre, ist Folgendes ...“ „Sie sagen also, dass ...“ „Wie Sie sagten, Frau Meyer, verhält es sich folgendermaßen: ...“

Sehen wir uns jetzt an, welche Ratschläge Les Giblin gibt, wenn es darum geht, Streitigkeiten beizulegen. Das ist ähnlich, wie das was Dale Carnegie bereits beschrieben hatte.

Verhandeln

Wenn wir jemanden dazu bringen wollen, unseren Blickwinkel zu sehen, dürfen wir niemals sein Ego angreifen. Wir wollen stattdessen seine Abwehrhaltung entschärfen und als Nächstes einen Vorschlag unterbreiten, denn er so akzeptieren kann, als handle es sich um seine eigene Idee. Debatten führen hier zu gar nichts. Wir wollen ihn (oder sie) zu einer Schlussfolgerung hinführen. Soweit die Strategie. Nun zur Taktik:

1.    Lassen Sie ihn ausreden, bis er seine Sichtweise fertig präsentiert hat. Er muss davon überzeugt sein, dass er alle seine Geschütze bereits aufgefahren hat. Bitten Sie ihn, die wesentlichen Punkte nochmals zu wiederholen. Viele Leute wollen einfach nur, dass man ihnen zuhört. Wenn Sie dieses Bedürfnis befriedigen, verpufft bereits ein Großteil der Emotionen und die Lösung wird einfacher.

2.    Denken Sie über das Gesagte nach. Vermitteln Sie dies Ihrem Gegenüber, indem Sie eine Pause machen, bevor Sie antworten. Bestätigen Sie die guten Punkte, soweit Sie sie gehört haben. Dieses ist für die Behandlung von Einwänden wichtig, wenn wir dann den Unternehmensplan vorlegen.

3. Bestehen Sie nicht darauf, dass Sie hundertprozentig gewinnen müssten. Nach dem Überleben ist die nächstwichtige Frage im Leben: „Wer ist hier zuständig?“ Die Menschen wollen das Gefühl haben, dass sie einen Einfluss auf das Geschehen um sich herum haben, dass sie nicht machtlos und nichtsnutzig sind. Klären Sie für sich ab, ob es nicht doch etwas gibt, was in den Aussagen Ihres Gesprächspartners Hand und Fuß hat, und bringen Sie das zum Ausdruck. Bei den übrigen Punkten, gehen Sie mit der „Ja, aber“-Methode vor. Sie erkennen seinen Standpunkt an, erklären aber, wieso Sie ihm nicht beipflichten können.

4. Bleiben Sie sachlich und bescheiden. Übertreiben Sie nicht. Stöhnen Sie nicht. Missdeuten Sie nichts. Überspannen Sie den Bogen nicht. Greifen Sie ihn nicht an (Sorry Damen, in diesem Beitrag wird überwiegend das "er" statt das "sie" verwendet. Das deutsche "sie" hat einfach zu viele Bedeutungen und erschwert den Lesefluss). Bringen Sie keine Dinge ein, die nichts zur Sache tun. Graben Sie nicht in der Vergangenheit herum. Zeigen Sie auf, was Sie wollen, was vernünftig und angemessen ist.

5. Bringen Sie Dritte ins Spiel. Damit ist gemeint, dass Sie die Auffassungen Dritter zitieren, Bücher, Artikel, Statistiken oder Faktenblätter heranziehen, die Ihren Standpunkt untermauern. Machen Sie keine persönliche Angelegenheit daraus. Es geht nicht um etwas, das Sie nur für sich selbst wollen. Ihr Standpunkt muss einer objektiven Prüfung standhalten können. 98% der über 65Jährigen sind entweder tot oder pleite. Die ist keine persönliche Einschätzung. Das ist eine statistische Zahl. Sie spricht für sich selbst.

6. Lassen Sie die andere Person ihr Gesicht wahren. Bringen Sie sie unter keinen Umständen in Verlegenheit. Blamieren Sie sie nicht! Lassen Sie ihr ihre Würde und zeigen Sie immer Respekt.

a)    Deuten Sie an, dass Ihr Gegenüber vielleicht noch nicht über sämtliche Fakten verfügt. Sobald das der Fall sein wird, wird er auch Ihren Standpunkt besser begreifen können.

b)    Vielleicht hat es jemand versäumt, ihn ausführlich über alle Aspekte zu informieren oder gar vorsätzlich in die Irre geführt. So sieht es nicht so aus, als sei es sein Versäumnis. Halten Sie ihm eine „Fluchtmöglichkeit“ offen. Les Giblin schreibt, dass es keine Rolle spiele, wie wir gefühlsmäßig dazu stehen, wenn wir ab und zu auch mal beide Augen zudrücken müssten. Wir akzeptieren einfach nur die menschliche Natur. Es ist wie beim Gesetz von Schwerkraft. Wir nehmen es einfach als gegeben hin, auch wenn uns bisweilen danach zumute sein könnte, auf einer Bergspitze die Arme auszubreiten und sanft hinunterzuschweben. Als Gruppe wird sich die Menschheit nicht ändern; wir können deshalb genauso gut lernen, mit den Menschen so umzugehen, wie sie naturgegeben nun mal sind. Dass es sehr wohl Dinge gibt, bei denen ein Kompromiss nicht denkbar ist, bleibt davon unberührt. Es wird immer Menschen geben, die sich unseren Auffassungen verschließen. Mit manchen Personen haben wir vielleicht ein Leben lang ungelöste Probleme. Auch das ist Teil des Lebens. Nicht alles ist verhandelbar. Wir können nur uns selbst und unseren Prinzipien treu bleiben, wohin sie uns auch führen mögen.

Man nennt das Redlichkeit.

Kooperation

In Teil 5 behandelt Les Giblin den effektiven zwischenmenschlichen Umgang. Er zeigt auf, wie wir im kleinen Rahmen eine Mastermindgruppe aufbauen. Das ist ein Punkt, der bereits von Napoleon Hill besonders betont wurde.  Wir brauchen Mitstreiter.  Giblin beschreibt, wie wichtig es ist, dass alle am selben Strang ziehen und dass wir die Ideen dieser Menschen mit einbeziehen sollten. Auf diese Weise sind alle aktiv am Projekt beteiligt.

Das hat mehrere Vorteile: Wir erhalten eine neue Perspektive, wir nutzen das Sachwissen anderer, wir bringen Motivation ein und erhalten Unterstützung. Das Ganze wird grösser als seine Teile. Les Giblin verwendet hierfür die Bezeichnung "partizipatorisches Management". Im modernen Sprachgebraucht wird es "Empowerment" genannt. An vielen Arbeitsplätzen funktioniert dies heute leider nicht. Der Grund: Die Geschäftsspitze interessiert sich eigentlich nicht für die Meinung der Arbeitnehmer. Auch darauf geht Giblin ein.

Solche Dinge funktionieren nur, wenn die Beteiligten ein ernsthaftes Interesse an der Umsetzung haben. Den Hunger nach Akzeptierung, Zustimmung oder Wertschätzung müssen Sie auch wirklich stillen. Ein joviales Schulterklopfen reicht nicht aus. Wenn jemand ein Bedürfnis hat (also wirklich einen Rat wünscht), dann befriedigen Sie dieses Bedürfnis auch.

Lob

Was wünschen Sie sich?
Energie?
Vitalität?
Begeisterung?
Unterstützung?
Freundschaft?
Loyalität?

Dann zahlen Sie dafür! Spenden Sie Lob in uneingeschränkter Höhe und Sie erhalten es in uneingeschränkter Höhe zurück. So gewinnen Sie Energie. So vertreiben Sie Trübsal und Verzweiflung.

Das Leben spielt sich in unser geistigen Vorstellung ab, nicht in der Außenwelt. Wir müssen die Kontrolle über unser Denken und Fühlen übernehmen und uns auf das Aufbauende konzentrieren, statt auf das Zerstörende. Das ist eine vorsätzliche und bewusste Angelegenheit. Wir entscheiden uns bewusst dazu. Wir nehmen uns bewusst vor, dass nichts und niemand - außer uns selbst - unsere geistige Einstellung bestimmen wird. Wir selbst legen fest, was wir denken wollen, wie wir reagieren wollen, wie wir uns verhalten wollen. Nicht Hintz und Kuntz. Wir sind keine Kinderbettmobile, die sich bei jedem Windhauch andersherum drehen; wir sind keine Wendehälse, die sich von den Umständen herumblasen lassen. Wir sind Abbilder des Allmächtigen.

Wir haben die Freiheit, über unsere Reaktionen zu bestimmen.

Les Giblin geht in diesem Kapitel auf die Wunderkraft des Lobs ein. Das Lob kann in der Tat die Welt um uns herum verändern.
Seine Auswirkung auf andere Menschen lässt sich sogar physisch messen. Der Autor ermutigt uns, uns anzugewöhnen, jeden Tag ein ernstgemeintes Lob auszusprechen. (Diese Eigenschaft wurde übrigens auch von Neville Goddard als eine der zwölf Eigenschaften des disziplinierten Denkers bezeichnet. Nach Neville steht die Figur des Thaddäus symbolisch für Lobpreisung und Danksagung). Bringen Sie in Worten und anderen Gesten Ihre Freundlichkeit zum Ausdruck!

Vorgaben fürs Loben und Danken:

1.    Meinen Sie es ehrlich!

2.    Sagen Sie es laut und deutlich!


3.    Sprechen Sie den anderen mit seinem Namen an und erwähnen Sie, was er/sie gut gemacht hat! Sprechen Sie nicht allgemein von einer Abteilung oder Gruppe.

4.    Blicken Sie den Belobigten an! Nehmen Sie ihn bei der Hand und lassen Sie ihn wissen, wie dankbar Sie sind!


5.    Verbessern Sie diese Fähigkeit. Halten Sie bewusst Ausschau nach Dingen, die Sie loben können. Wie Les Giblin bereits bemerkt hatte: Gehen Sie über Offensichtliches hinaus!

6.    Machen Sie es zu einer Überraschung.

Das Nützliche und Hilfreiche, was Menschen tun, ist oftmals etwas sehr Gewöhnliches. Wir müssen das erkennen können, und zum Ausdruck bringen, wie wichtig diese kleinen Dinge sind. Wenn dann die Antwort zurückkommt: „Ich habe doch nur meine Arbeit gemacht. Damit habe ich mit gar nichts gerechnet“, dann wissen Sie, dass Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Les Giblin schlägt vor, die das Getane zu loben, nicht die Person. So wird es spezifischer und ehrlicher.

Darüber hinaus vermeiden wir den Eindruck einer Günstlingswirtschaft. Zusätzlich ersparen wir dem Belobigten ein Gefühl der Verlegenheit. Niemand wird auf den Gedanken kommen, dass wir uns einschmeicheln oder "anbandeln" wollen. Das Lob wird dem anderen auch nicht zu Kopf steigen.

War es Ihnen vielleicht peinlich, wenn Ihnen jemand gesagt hatte, wie toll Sie sind? Wenn Sie zustimmen, sind Sie eingebildet. Wenn Sie nicht zustimmen, machen Sie den Lobenden zu einem Lügner. Welche Reaktion bleibt Ihnen dann noch? „Oh, Sie machen mich da zu jemandem, der ich gar nicht bin. Ich bin doch nichts Besonderes ...“ Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden, sollten Sie sich weder entschuldigen noch sich kleiner machen.

Sagen Sie einfach nur „Vielen Dank“ und lächeln Sie.

Lob und Dankbarkeit. Eine Wundermischung für den zwischenmenschlichen Erfolg!

Kritisieren, ohne zu beleidigen

Unter Kritik versteht man die Beurteilung und Bewertung einer Sache oder Person. Man bewertet die Vorzüge und Nachteile, analysiert und beurteilt. Das klingt eigentlich noch ganz gut.

Doch oft verstehen wir darunter Vorwürfe, Rügen, Anprangerungen. Jetzt hört es sich gar nicht mehr so gut an. Schwuppsdiwupp sind wir vom Aufbauenden zum Destruktiven gezogen. Les Giblin sagt, dass der Grund dafür unsere Beweggründe und Verhaltensweisen  seien.

Sehr häufig versuchen Schwächlinge mit einem niedrigen Selbstwertgefühl sich durch die Kritik an anderen in ein besseres Licht zu stellen. Wir sehen dies auch bei politischen Debatten. Doch diese Leute können nicht dadurch größer werden, dass sie andere schlechterreden. Sie glauben irrtümlicherweise, dass sie sich erhöhen würden, indem sie andere erniedrigen. In Wirklichkeit verhält es sich genau andersherum. Kleingeister versuchen, andere schlecht zu machen. Wenn wir schon korrigierend eingreifen, das heißt, wenn wir kritisieren, dann muss das Ziel immer darin bestehen, etwas zu verbessern. Deshalb richten wir uns immer an die Aufgabe oder Tätigkeit, niemals an den Menschen. Wir sagen, „Ich denke, dass ich Ihnen dabei helfen könnte, diese Sache ein bisschen besser zu erledigen“, nicht: „Sie haben's vermasselt!“ Soweit der Beweggrund.

Nun zur Verhaltensweise:

1.    Kritisieren Sie niemals jemanden in Gegenwart anderer. Nie und nimmer! Das wirkt demütigend. Sie bauen damit nur Ihr eigenes Ego auf, und zwar auf Kosten des anderen.

2.    Beginnen Sie immer mit einem Kompliment und einer Anerkennung. Als Nächstes gehen Sie auf den verbesserungswürdigen Bereich ein. Auf diese Weise sieht der andere zunächst die Leistung und das Wachstum, bevor wir auf andere Bereiche zu sprechen kommen.


3.    Seien Sie personenneutral. Kritisieren Sie die Tat, nicht die Person. Geben Sie dem anderen einen quantifizierbaren Bereich vor, in dem er die Kontrolle über das Ergebnis hat. Es geht weder über ihn/sie, noch über Sie noch über Persönlichkeiten. Es geht darum, dass eine Sache vorbildlich erledigt wird.

4.    Drücken Sie Ihre Erwartungen unmissverständlich aus! Statt ständig darauf herumzureiten, was schiefgelaufen ist, sagen Sie, welches Endergebnis Sie sich vorstellen. Wenn Ihr Gegenüber nicht weiß, was Sie von ihm erwarten, kann er/sie es auch nicht erfüllen.

5.    Bitten Sie um Mithilfe. Verlangen Sie nicht Gehorsam. Geben Sie ihm ein Ideal vor, zu dem er/sie werden kann (auch dieser Punkt steht ähnlich bereits bei Dale Carnegie).

6.    Kramen Sie keine Dinge aus der Vergangenheit hervor. Es geht nur um die aktuelle Situation, welche nicht den Erwartungen entsprach. Jeder von uns hat einen Berg voller Fehler angehäuft. Wir brauchen niemanden, der uns ständig daran erinnert. Auf diese Weise werden keine Verbesserungen herbeigebracht.

7.    Beenden Sie das Gespräch freundlich. Schwamm drüber. Kein Wert mehr darüber. Stellen Sie sicher, dass das Verhältnis nach wie vor gesund ist und von diesem Gespräch keinen Schaden davongetragen hat.


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Was halten Sie von diesen Ratschlägen? Sind sie es wert, täglich in die Praxis umgesetzt zu werden? Würden Sie Ihren Zielen näherkommen, wenn Sie sie beherzigen?

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Originaltitel

Es gibt keine deutschsprachige Version dieses Buches.


Über den Autor:

Leslie Giblin wurde 1912 im US-Bundesstaat Iowa geboren. Nach dem Militärdienst wurde er 1946 Handelsvertreter bei der "Sheaffer Pen Company".

Seine Praxiserfahrungen brachte er ab 1968 zu Papier und führte danach auch Tausende von Seminaren durch.


Gemeinsames Bedürfnis

Umgang mit Menschen

Das Geheimnis der Beeinflussung

Führungsgrundsatz

Versteckte Werte

Spieglein an der Wand

Der erste Eindruck

Anziehungskraft erhöhen

Freundlicher werden

Rhethorikfähigkeiten

Aktiv zuhören

Verhandeln

Kooperation

Loben

Kritisieren, ohne zu bleidigen


Weitere Buchbesprechungen:

Der Attractor-Faktor (Joe Vitale)

Denken Sie groß (David Schwartz)

An 365 Tagen glücklich sein (John Schindler)