Wann
Planung schlecht ist



Eine Reihe von Beiträgen auf I-Bux.Com beschäftigen sich mit Planung.

Warum?

Weil es wichtig ist, Ziele zu haben und zu planen.

Wenn Sie sich mit geistigen Gesetzen beschäftigen, haben Sie jedoch sicherlich auch gehört, dass wir loslassen sollen.

Ist das nicht ein Widerspruch?

Nur auf den ersten Blick!
Es geht darum, zu wissen,

  • wann wir planen
  • und wann wir loslassen (also nicht planen) sollen.


Anders ausgedrückt:

Wann
  • bringt Planung Sie Ihrem Ziel näher und
  • wann behindert sie Sie?

Es gibt Situationen, in denen Ihnen das Planen nicht mehr hilft, sondern sogar schadet. Damit beschäftigt sich dieser Artikel.

Wenn Sie dies verstehen und gut auseinander halten können, ersparen Sie sich viel Grübelei, Zweifel und innere Ängste!




Jeder Plan ist eine Vision, eine Vorlage.
Wenn wir dieser Vorlage folgen, ist das angestrebte Ergebnis gewährleistet.

Der Plan beinhaltet eine Reihe von Ursache-und-Wirkung-Blöcke, die ineinandergreifen, um das gewünschte Resultat zu erreichen.

Sollten wesentliche Elemente in einem Plan unberücksichtigt bleiben, wird auch Ergebnis mangelhaft ausfallen. Ein halber Plan ist demnach eine halbe Sache.

Ein solcher Plan beruht lediglich auf Hoffnungen und Ängsten; meist planen wir gegen etwas: Wir "sorgen vor".

Doch hier kommt der Haken:

Persönliche Pläne sind von Haus aus unvollständig.

Warum?

Weil es uns unmöglich ist, alle Faktoren, die in der Dimension von Zeit und Raum mit einfließen, auch in den persönlichen Plan einzubauen.
Die meisten Optionen und Möglichkeiten befinden sich außerhalb unseres persönlichen Radarschirms. Wir können lediglich diejenigen Komponenten mit aufnehmen, welche uns (unserem Ego) bekannt sind.

Und das ist ein sehr geringer Ausschnitt aus den wahrhaft unendlichen Kombinationen!

Aus den Abermillionen von Ursache-und-Wirkung-Kombinationen, die zusammenkommen müssen, damit Ihr Plan "aufgeht", kennt das Ego nur einen winzigen Bruchteil. Daraus ergibt sich, dass ein Plan niemals abgeschlossen und fertig sein kann.

Es gibt jedoch einen nichtphysischen Teil in Ihnen, der an diese Beschränkungen nicht gebunden ist. Dieser Teil ist überall.




Erinnern Sie sich bitte kurz an eine Begebenheit, als Ihnen aus heiterem Himmel eine Einsicht kam.

Ein Aha-Erlebnis!

Sie hatten überhaupt nicht an Ihre Problem gedacht und auf einmal hatten Sie diesen grandiosen Einfall!

Diese Idee war bereits "ausgereift"; Sie brauchten sie nicht erst noch zusammenbauen.

Sie hatten nicht mühsam daran gearbeitet, sondern die fertige Erkenntnis wurde Ihnen sozusagen frei Haus geliefert.

Wer hat sich diese Idee ausgedacht?

Woher kam sie?

Wer oder was ist diese Intelligenz, die Ihnen eine genau auf Ihr Problem zugeschnitte Lösung präsentiert?




Sobald Ihnen diese geniale Idee als Einsicht bewusst wird, ist sie bereits eine Kopie.
Das Original stammt von einer Instanz, die den "vollen Durchblick" hat und alles so ideal zusammenfügen und einfädeln konnte, wie es Ihnen niemals möglich gewesen wäre.

Es gibt jedoch nur ein einziges Bewusstsein; Sie sind eine individualisierte Ausfertigung dieses Allbewusstseins (vgl. "Ihre unsichtbare Macht" von Geneviève Behrend).

Zwar "vernahmen" Sie die Einflüsterung, den Gedanken, die Inspiration, weil Sie aufnahmebereit waren, und weil an dieser Stelle eine Leere vorhanden war, in welche diese Eingebung eintreten konnte, aber mühsam entwickelt haben Sie diesen Gedanken nicht.

Dieser Gedanke kam von einer höheren Stelle.
Von einer Stelle, welche keine halbfertigen Pläne liefert.

Dieses höhere "Planungsbüro" sieht alles, lenkt alles, hat den vollen Überblick.

Sie wissen, dass das Bewusstsein mehrere Bereiche hat; bewusste und unbewusste. Zumindest ist das eine Theorie, mit der wir arbeiten können.

Solange der unbewusste Bereich im Konflikt zum bewussten steht, ist das harmonische Erreichen von Zielen nicht möglich.
Sie werden dann ständig hin- und hergerissen, oder wie es Goethe ausdrückte: "Zwei Seelen hab ich ach in meiner Brust".




Damit haben wir grob die Unterscheidung zwischen einem persönlichen und einem höhren (göttlichen, universellen, kosmischen - die Bezeichnung spielt keine Rolle) Plan dargestellt.

Doch der "göttliche" Plan ist keineswegs ein Plan, der von einem Gott außerhalb von Ihnen ausgearbeitet wird. Er ist Ihre eigene Antwort auf Ihre eigene Frage (sollte Sie diese Aussage verwirren, nochmals ein Verweis auf Geneviève Behrend beziehungsweise Thomas Troward, insbesondere das Buch "Der spirtuelle Weg zur Wunscherfüllung". Was in diesem Beitrag nur angedeutet werden kann, ist dort ausführlicher dargestellt).

Ihre Antwort kommt also aus dem "Gott in Ihnen".




Zurück zum Pläneschmieden und Zielesetzen:

Planmäßiges Vorgehen hat durchaus seine Berechtigung, aber nur insoweit, als Sie ein persönlicher Plan als Mensch frei macht.

Nur dann kann Ihnen ein solcher Plan helfen.

Ein Beispiel:

Jemand sieht sich als Opfer der Umstände.
Er/sie hat die Hoffnung aufgegeben.
Dieser Mensch fühlt sich machtlos und unfähig, irgendetwas zu bewegen.

Nun geschieht etwas, das diese Person aus ihrer Reserve lockt, vielleicht ärgert sie etwas oder sie sagt sich: Jetzt erst recht!

Was bewirkt das?

Dieser Mensch verlässt sich jetzt wieder auf seine eigenen Ressourcen.
Er schüttelte die Opferrolle innerlich ab.

Jetzt tüftelt er einen Plan aus und überlegt sich, wie er aus dem Schlamassel wieder herauskommen könnte.




Jedes Mal, wenn der Mensch einen tiefen Wunsch hat, wird auch der nichtphysische Teil dieses Menschen Einfälle haben, die aus einer höheren Warte kommen.

Falls jedoch alles bis ins Kleinste durchplant und zerplant ist, ist der Weg dieser weiseren Inspirationen verstopft; der Mensch kann sie nicht zur Kenntnis nehmen.
Er ist dermaßen mit Gedanken und Gefühlen beschäftigt, dass die Schleußen verstopft sind.


Er muss also zur Ruhe kommen.

James Allen drückte es in seinem Büchlein "Der Weg zum Wohlstand" folgendermaßen aus:


Unabhängig davon, in welcher Position Sie sich momentan im Leben befinden, können Sie nur dann hoffen, ein gewisses Maß an Erfolg, Lebenssinn und Macht zu erlangen, wenn Sie Ihre Gedankenkräfte über den Weg der Kultivierung von Stille und Ruhe zielgerichtet einsetzen.


So wie Sie nur in einem still daliegenden Teich sofort erkennen, wenn Sie einen Stein hineinwerfen und nicht in einem tossenden Wasserfall, werden Sie Inspirationen auch nur dann erkennen, wenn Sie geistig zur Ruhe gekommen sind.

Weiter mit unserem Beispiel:

Dieser Mensch ist also weit von innerer Ruhe entfernt. Deshalb bekommt er nur Bruchstücke des Plans mit, der ihm offenbart wird.

Da dieser Mensch aus der Angst heraus handelt, dass alles noch viel schlimmer werden wird, wenn er nicht sofort massiv tätig wird, macht er einen persönlichen Plan, der jedoch nur von sehr wenig Wissen ausgeht und auf Verlustangst basiert.

Das heißt nicht, dass der Plan völlig scheitern muss.

Einen gewissen Nutzen wird er wahrscheinlich bringen.

Sagen wir, dass sich zehn Prozent des Geplanten verwirklichen. Unser Beispielmensch ist dann hocherfreut. Immerhin hatte er die Hoffnung ja schon ganz aufgegeben!




Doch dann kommt unweigerlich der Punkt, an dem weiteres Planen kontraproduktiv wird.

Sobald Sie bereits den Beweis haben, dass Sie Ihr Leben bewusst gestalten können, und keineswegs ein hilfloses Opfer der Umstände zu sein brauchen, ist der Zeitpunkt für komplettere Pläne gekommen.

Planungen auf der Ego-Ebene helfen Ihnen an diesem Punkt nicht mehr weiter.

Diese Pläne waren nur solange als Krücke sinnvoll, solange Sie noch nicht auf eigenen Beinen stehen konnten, jetzt aber brauchen Sie ein anderes Hilfsmittel, denn jetzt wollen Sie spurten und nicht mehr humpeln.

Jetzt brauchen Sie einen alleseinschließenden Plan, der von einer höheren Instanz ausgearbeitet wurde (ein höherer Aspekt Ihres Seins).

Solange Sie auf der Ebene der persönlichen Pläne bleiben, haben Sie einen Einfall und machen sich dann daran, diesen Einfall in die Praxis umzusetzen.

Sie gehen davon aus, dass es sich um "Ihre Idee" handelte und dass Sie sofort aktiv werden müssten, weil Sie ansonsten scheitern würden.

Viele Komponenten eines solchen Plans werden auf bloßen Spekulationen und Annahmen beruhen. Da Sie nur "vermuten", kann ein solcher Plan niemals vollständig sein.

Darüber hinaus könnten Sie unmöglich wissen, was im Raum-Zeit-Kontinuum noch alles passieren muss, damit Sie Ihr Ziel sicher und harmonisch erreichen.

Der persönliche Plan wird deshalb nicht mehr funktionieren; er basierte auf Daten und Terminen, die mehr oder weniger willkürlich waren.

Nehmen wir an, dass Sie einen Termin nicht einhalten konnten. Ihr Ego wird Sie ausschelten, Sie als Versager titulieren und Ihnen einreden, dass Sie sich in Zukunft sogar noch mehr am Riemen reißen müssten, um nicht nochmal in eine solche blamable Situation zu geraten.

Die Folge ist, dass Ihre innere Anspannung und die Angst vor einer Wiederholung steigen.

Damit haben Sie einen Teufelskreis geschaffen.

Jetzt fühlen Sie sich noch mehr unter Stress als beim ersten Mal. Das nächste Mal legen Sie Ihr Augenmerk noch stärker auf das Befürchtete und schwupps - schon wieder haben Sie einen Termin überschritten.

"Was ich befürchtete, kam über mich" (Hiob)

Es kommt Ihnen auch nicht ein einziges Mal in den Sinn, dass die Ursache Ihr persönlicher Plan auf der Ego-Ebene war, und dieser Plan von völlig verkehrten Voraussetzungen ausging.

Dass es einen vollkommenen "kosmischen Plan" geben könnte, kommt Ihnen ebenfalls nicht in den Sinn.




Dies bringt uns dem einleitend angesprochenen Thema des Loslassens.

Wie würde nun jemand vorgehen, der mit derselben Situation konfrontiert ist, aber innerlich lauschen kann?

Ein solcher Mensch würde die Einsicht vernehmen und automatisch wissen, dass alle kosmischen ("göttlichen", "universellen") Pläne hunderprozentig stimmig sind.

Solche höheren Pläne sind auf vollkommene Art und Weise auf das Endziel ausgerichtet.

Ein solcher Mensch weiß, dass der Plan des Allbewusstseins unfehlbar ist. Ohne Wenn und Aber!

Dieser Mensch weiß auch, dass er nur eine Kopie des Originalplans erhält. Das Original bleibt beim Urheber.

Der Mensch hört deshalb weiter in sich hinein und wartet ab.

James Allen hat es in dem oben erwähnten Buch sehr unverblümmt ausgedrückt:


Dummköpfe wünschen und jammern.
Kluge arbeiten und warten zuversichtlich ab.


Der aufgeklärte Mensch weiß, dass ihm zur rechten Zeit und am rechten Ort die richtige Information geliefert wird.

Also nimmt er die Dinge gelassen, stresst sich nicht mit x Versionen weiterer Pläne und wartet darauf, bis ihm der nächste Mosaikstein geliefert wird.

Er weiß auch, dass der anfängliche Einfall nicht die Folge von Grübelei war, also ist es nur sinnvoll, dass auch die weiteren Ideen aus derselben Quelle kommen.




Stellen Sie sich einen großen Kreis vor, in dem sich ein kleinerer befindet.

Wer sich auf persönliche Pläne verlässt, nimmt an, dass der große Kreis mit ihm - dem kleinen Kreis - im Wettbewerb stünde. In seiner eingebildeten Angst sieht er nur, dass andere gegen seinen Plan sind.

Wer jedoch auf den höheren Plan hören kann, sieht den großen Kreis als einen Teil von sich und weiß, dass dieser nur die besten Absichten verfolgt.

Das ist eine Sache der Entscheidung.

Ein solcher Mensch konzentriert sein Denken und Fühlen auf das Hier und Jetzt und folgt seinen inneren Eingebungen ("inspiriertes Handeln").

Dabei ist er immer darauf bedacht, seine Gedanken und Gefühle selbst zu wählen!

Die Folge sind geistige Klarheit, Ruhe, Souveränität, Sorglosigkeit, eine klare Linie!

Ein solcher Mensch weiß, dass er an sich arbeiten muss, dass er erst eine bestimmte Bewusstheit erlangen muss, damit gewisse Energien durch ihn fließen können.



"Suchet zuerst das Reich Gottes in euch - alles andere wird euch dazugegeben!"

Zuerst kommt die Arbeit an sich selbst.
Nennen Sie es Weiterbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstseinserweiterung, Training, Selbstdisziplin oder wie auch immer - Erfolge stellen sich nicht ein, weil Sie sich im Außen danach abhetzen.

Sie erzielen Ihre Erfolge, weil Sie ein bestimmter Mensch geworden sind;
Sie ziehen sie an!

Den Rest nimmt Ihnen eine andere Instanz ab.


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