Eile mit Weile




"Rom wurde nicht an einem Tag erbaut", sagt der Volksmund. Rom wurde offiziell 753 v. Chr. gegründet, doch schon lange vorher gab es auf dem Stadtgebiet Siedlungen.

Im achten Jahrhundert schlossen sich mehrere solcher Siedlungen zusammen und die Stadt Rom wurde gegründet. Jeder neue Herrscher ließ sich wieder etwas anders einfallen und so dauerte eben alles seine Zeit.

Dieser Ausflug in die Geschichte sollte Ihre Perspekte etwas relativieren. Gerade heute kann es manch einem nicht schnell genug gehen.

Doch:

Gottes Mühlen mahlen langsam,

sagt uns ein weiteres Sprichwort.

Überhaupt sind Sprichwörter und Volksweisheiten eine interessante Inspirationsquelle. Meist denken wir nicht viel darüber nach und sagen sie nur gedankenlos auf, doch sie haben Jahrhunderte überdauert. Immerhin!

In diesem Beitrag geht es um Minischritte. Wir müssen uns in Geduld üben. Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit.

So ist beispielsweise Regen bei 10 Grad Celius immer noch Regen. Bei 9 Grad ebenso. Oder bei 6 Grad.

Erst wenn die Temperatur auf 0 Grad absinkt, wird aus diesem Regen Schnee (im Normalfall, jedoch nicht immer, bei gewissen Strukturen der Luftschichten kann es auch zu Blitzeis kommen).

Im Normalfall verändert sich der Regen bei 0 Grad sofort in Schnee; es ist nicht so, dass er etwas "schneeig" aussähe, sondern die Umwandlung erfolgt abrupt.

Solche und ähnliche Beispiele könnten jetzt dutzendweise aufgeführt werden, die Quintessenz ist jedoch folgende:

Während wir auf dem Weg der Persönlichkeitsentfaltung unsere "Innentemperatur" immer mehr verändern, merken wir davon vielleicht gar nichts.

Das kann jahrelang so weitergehen.

Erwarten Sie sich deshalb von einem Buch, einem E-Book, einem Artikel, einem Seminarbesuch, einem Gespräch, einem Video keine lebensveränderten Einsichten und eine völlige Umkrempelung Ihrer Lebensverhältnisse!

Lassen Sie sich Zeit!

In dem E-Book "Erfolgswissen für Fortgeschrittene" finden wir (in Kapitel 24) folgende Aussage:

"... Unser Leben ist wie ein Musikstück. Sie können nur eine Note nach der anderen hören, niemals das ganze Stück auf einmal. Ein Augenblick folgt dem nächsten.

Wie oft versuchen wir, an etwas Zukünftigem zu arbeiten!

Die Zukunft erschaffen wir jedoch immer im  Jetzt ..."

Nehmen Sie sich diese Analogie bitte zum Vorbild und lassen Sie Ihr Leben wie ein Musikstück sich entfalten.

Wahrscheinlich werden andere Menschen Ihre Veränderungen sogar rascher merken als Sie selbst.

Nehmen Sie sich Bücher oder andere Studierunterlagen auch immer wieder vor. Uns wurde beigebracht, ein Buch ein einziges Mal zu lesen und es dann in den Schrank zu stellen.

Auf diese Weise ziehen Sie nicht den optimalen Nutzen daraus!

Lesen Sie das Buch so, als hätte es die Autorin oder der Autor extra für Sie geschrieben. Konzentrieren Sie sich beim Lesen.

Erarbeiten Sie sich die Ideen, die speziell für Sie gelten.

Die ideale Vorgehensweise ist folgende:

1. Verschaffen Sie sich zunächst einen groben Überblick. Dabei können Sie durchaus bereits Notizen machen oder, falls es sich um ein gedrucktes Buch handelt, etwas unterstreichen oder markieren.

2. Suchen Sie nach besonderen Schwerpunkten. Bei der zweiten Lektüre achten Sie bereits auf Einzelheiten und versuchen, alle neuen Ideen zu verstehen.

3. Die dritte Lektüre ist eine Art Gedächtnisübung.

Überlegen Sie, wie Sie gewisse Aussagen auf Ihre Lebenssituation  übertragen können. Vielleicht lernen Sie gewisse Abschnitte sogar auswendig.

Hat sich ein gewisser Gedankengang bewährt und Ihnen geholfen, einer Lösung nahezukommen?

Wie lässt sich diese Erkenntnis auch auf andere Problembereiche übertragen?

4. Lesen Sie das Buch oder E-Book nach einiger Zeit nochmals, um Ihr Gedächtnis aufzufrischen und Ihr Unterbewusstsein nochmals zu programmieren.

Auch in Zeiten der Mutlosigkeit kann es sich als ratsam erweisen, wieder neue geistige Inhalte aufzunehmen

Diese Empfehlungen sind natürlich nicht "in Stein gehauen" und variierbar.


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