Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Eric-Emmanuel Schmitt




Philosophischer Hintergrund:

Paris in den Sechzigerjahren. Der 12jährige Jude Momo freundet sich mit Ibrahim, dem arabischen Lebensmittlerhändler, aus der Rue Bleue an.
Dies ist der zweite Teil der "Trilogie des Unsichtbaren."

Der erste Teil - Milarepa - behandelt eine Reise in den tibetanischen Buddhismus, der dritte - Oskar und die Dame in Rosa - handelt von einem leukämiekranken Zehnjährigen, der Briefe an Gott schreibt.


Zitat:

"Monsieur Ibrahim war schon immer alt. Alle aus der Rue Bleue und aus der Faubourg-Poissionière kennen ihn nicht anders, als vor seinem Lebensmittelladen sitzend, von frühmorgens mit Mitternacht, ein Fuß auf der Straße und der andere unter die Streichholzschachteln geschoben. ..
Denn Moniseur Ibrahim galt allgemein als weiser Mann. Zweifellos deshalb, weil er seit mindestens vierzig Jahren der einzige Araber war, der in einer jüdischen Straße lebte und weil er viel lachte und wenig sprach."

Kernaussagen:
  • Das Studium der Religionen ist wichtig, weil in ihnen die Schlüssel für das menschliche Verhalten verewigt sind
  • Die Bejahung ist heute das Originelle, nicht die Verneinung
  • Ein Kind ist der geborene Philosoph. Es kann sich noch über etwas wundern, kann die Realität hinterfragen. Der Erwachsene glaubt sich bereits in Besitz der Antworten.
  • Fragen bringen uns einander näher, Antworten wirken trennend.
Verfasser:

Der in Brüssel lebende Eric-Emmanuell Schmitt (geb. 1960) war zunächst Theaterautor und Dramaturg. Er ist einer der meistgelesenen französischen Autoren.
Diese Erzählung wurde mit Omar Sharif und Isabelle Adjani verfilmt.


Weiterführende Literatur:

"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
"Oskar und die Dame in Rosa"
Dreisprachige Homepage von Eric-Emmanuel Schmitt