Ist Reichtum
Sünde?





Bereits das Wort "Reichtum" ist ziemlich gefühlsbesetzt.

Ist das nun etwas Gutes - oder vielleicht nur bis zu einem bestimmten Maße?

Oder sollten gar alle gleich viel verdienen?

In Kursteil 11 der Pelman-Methode ist hierzu unter anderem zu lesen:

" ... Als anerkanntes Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen ist Geld eine der Grundlagen unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.
Ohne es könnten wir nicht mehr auskommen, es sei denn, wir kehrten zu einem reinen Tauschgeschäft zurück, was sich als nicht praktikabel erwiesen hat.
Vernüftigte Menschen haben zu diesem Thema auch eine vernünftige Einstellung. Es gibt jedoch auch andere, die Geld am liebsten völlig abschaffen wollten, vielleicht aufgrund der nicht immer ruhmreichen Rolle, die es in der Geschichte eingenommen hat.

Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Da dem so ist, ist es klug, Geld vernünftig zu betrachten.
Machen Sie deshalb die Vorstellung von genügend Geld für sich und Ihre Angehörigen zu einem festen Bestandteil Ihrer Lebensplanung! ...


Viele Philosophen, Politiker und Religionsführer hielten Reichtum also für etwas gar nicht so Gutes.

Karl Marx war der Meinung, dass die Reichen die Arbeitsklasse ausbeuten würden.
Im Gleichnis vom Nadelöhr wird vor Reichtum gewarnt.

Oder haben wir es einfach nur missverstanden?

Der US-Präsident Franklin D.Roosevelt sprach von den "Übeltätern des großen Reichtums".

Viele Orden verlangen ein Armutsgelübte.

Und doch dürfte es - zumindest in der westlichen Welt - nur wenige Menschen geben, die sich freiwillig beschränken wollen.

Sind wir zu materialisch geworden?

Unter diesem Link können Sie das das 5seitige Geleitwort zu dem (nicht mehr angebotenen) E-Book "Die Millionärsdenke - Reichtum von innen" herunterladen.

Dort finden Sie wieder ganz andere Aufassungen zum Thema Reichtum.

George Bernard Shaw war gar der Meinung, dass:

Armut Sünde sei!


Und der Baptistenprediger Russell Conwell erzählt in seinem Vortrag Diamantenadern, dass ihm oft vorgeworfen worden sei, er solle mehr über Gott predigen, statt den Leuten zu erzählen, wie sie Geld verdienen können.

Wer hat nun recht?

Im Gegensatz zu den anfangs aufgeführten Beispielen finden wir anderseits auch, dass außergewöhnlich großer Reichtum zu etwas geführt hat, das durchaus als Tugend betrachtet werden kann, nämlich zu einer:

enormen Großzügigkeit und Gönnerschaft


  • Der Stahlkönig Andrew Carnegie (Sie kennen ihn wahscheinlich aus der Lektüre der 16 Erfolgsgesetze von Napoleon Hill, denn ihm verdankte Hill den ersten Impuls, der ihn vom Jungreporter zum Bestsellerautor aufsteigen ließ), gründete eine Stiftung, "zur Förderung des Fortschritts und der Verbreitung von Wissen und Verständnis". Diese Stiftung hat in Schottland und den USA eine Reihe öffentlicher Büchereien und Universitäten ins Leben gerufen.

  • Der Automobilbauer Henry Ford hinterließ den Großteil seines Vermögens der Ford Foundation; diese Stiftung pumpt jährlich über 530 Millionen Dollar in gemeinnützige Zwecke in den Bereichen wirtschafliche Entwicklung, Bildung, Kunst, Kultur und Menschenrechte.

    Ein weiteres Beispiel aus den Vereinigten Staaten:
  • Die vom Müsli-Vorreiter Kellog gegründete W.K. Kellog Foundation stiftet jedes Jahr hunderte von Millionen für Bildungs- und Gesundheitszwecke.


Diese Beispiele ließen sich lange fortsetzen.

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Bereits im Oktober 2008 wurden zwei Herren kurz vorgestellt:

- Bill Hewlett und
- David Packard.

Neben dem Beispiel, das Sie uns gaben - und gerade in der heutigen Krise wieder sehr aktuell ist (HP wurde mitten in der "Great Depression", einer katastrophalen Wirtschaftskrise, gegründet) - startete auch einer dieser Herren eine Stiftung: die David and Lucile Packard Foundation, die auch das deutsche Projekt Wald und Zukunft mitfördert.

  • Der Mitgründer von Intel, Gordon Moore rief zusammen mit seiner Frau Betty ebenfalls eine Stiftung ins Leben, welche hunderte von Dollarmillionen für nachhaltige Maßnahmen zur Förderung des Umweltschutzes ausgegeben hat.

    Doch begeben wir uns mehr in die Gegenwart:

    Microsoft-Gründer Bill Gates.

    Seine Eltern waren herb enttäuscht, als Bill im zweiten Studienjahr die Universität sausen ließ.
    Er sah eine geschäftliche Chance, die nicht mehr bestehen würde, wenn er länger auf der Harvard-Universität blieb und bis zum Abschluss warten würde.

    Er sollte recht behalten.

    Er ging davon aus, dass andere PC-Hersteller bald die offene Architektur von IBM übernehmen würden. Deshalb verkaufte er sein Betriebssystem nicht, sondern gab es IBM für eine Lizenz von 80.000 Dollar.

    Seine Rechnung ging auf.
    Andere Hersteller mussten sein lizenziertes System übernehmen.

    Er war wahrscheinlich ein knallharter Geschäftsmann. (Stichwort: Netscape)

    Gates kassierte überall auf der Welt Lizenzgebühren von PC-Herstellern und auch von Softwareentwicklern und machte ein unbeschreibliches Vermögen.

    Er wurde der reichste Mann der Welt ($ 50 Milliarden).

    Doch vor einiger Zeit zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und fing an, sein Vermögen umsichtig zu verteilen.

    Er probierte verschiedene Dinge aus.
    Letztendlich fand er seine Aufgabe, als er entdeckte, dass jeden Monat Millionen von Eltern ihre toten Kinder beweinen müssen, weil sie leicht verhindbaren Krankheiten wie Masern, Malaria oder Durchfall zum Opfer gefallen sind.

    Im Jahre 2000 gründete er die Bill und Melinda Gates-Stiftung, bereits jetzt mit einem Vermögen von umgerechnet etwa 23 Milliarden Euro die größte karitative Stiftung der Welt.

    So gingen zum Beispiel 75 Millionen Dollar in die Erforschung eines preisgünstigen Impfstoffes gegen Lungenentzündung und weitere 84,3 Millionen Dollar wurden für die Vorbeugung von Infektionskrankheiten bereitgestellt.

    Um sich eine Größvorstellung von diesen Beträgen zu machen:

    Die Gates-Stiftung gibt jährlich etwa so viel aus, wie die Weltgesundheitsorganisation der UNO - welche immerhin von 193 Staaten finanziert wird - alljährlich verwaltet!

    Natürlich sind solche Beispiele der Wohltätigkeit nicht auf die USA begeschränkt. In der Tat gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Stiftungen. In Österreich ebenso.

    Ohne Stiftungen sähe die Situation - gerade in den neuen Bundesländern - mit Sicherheit bedeutend schlechter aus, denn viele Stiftungen haben Mittel bereitgestellt, damit der Osten einigermaßen aufholen konnte.

    Was meinen Sie zu diesem Thema?

    Vielleicht sind Sie der Meinung, dass Ihnen eine Spende von 20 Euro mehr weh tut als einem Bill Gates 20 Millionen?

    Vielleicht?

    Vielleicht hat Sie dieser Beitrag aber auch ein bisschen zum Nachdenken und Relativieren gebracht.

    Kommentare sind immer willkommen.



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