Die Wissenschaft
des gesunden Lebenswandels


von Wallace D. Wattles

Kapitel 3

Das Leben und seine Organismen


Der menschliche Körper ist die Wohnstätte einer Energie, die ihn erneuert, wenn er verbraucht ist, und die Rest- und Giftstoffe ausscheidet. Darüber hinaus repariert diese Energie den Körper, falls er verletzt oder etwas gebrochen ist. Diese Energie nennen wir Leben. Das Leben wird nicht im Körper erzeugt, das Leben erzeugt den Körper.

Das jahrelang im Lagerhaus aufbewahrte Saatgut fängt zu wachsen an, sobald es in die Erde gelegt wird. Es erzeugt eine Pflanze. Das Leben in der Pflanze wird jedoch nicht durch ihr Wachsen erzeugt, es ist vielmehr das Leben, welches die Pflanze wachsen läßt.

Das Ablaufen eines Vorgangs schafft kein Leben. Vielmehr sorgt das Leben dafür, dass ein Vorgang ablaufen kann.

Das Leben kommt zuerst, die Funktion kommt danach.


Das Leben unterscheidet zwischen organischer und inorganischer Materie, es wird jedoch nicht nach der Organisation der Materie geschaffen.

Das Leben ist das Prinzip oder die Kraft, welche die Organisierung verursacht, es baut Organismen.

Es ist ein der Ursubstanz innewohnendes Prinzip; alles Leben ist eins.

Das Lebensprinzip des Allgeistes ist das Gesundheitsprinzip in einem Menschen; es wird auf konstruktive Weise aktiv, wenn der Mensch auf eine gewisse Weise denkt. Wer auf eine gewisse Weise denkt, wird sich mit Sicherheit einer vollkommenen Gesundheit erfreuen, sofern seine äußere Funktionsweise im Einklang mit seinem Denken steht. Dass die äußere Lebensweise dem Denken entspricht, ist jedoch unabdingbar. Ein Mensch kann nicht darauf hoffen, gesund zu werden, indem er lediglich an Gesundheit denkt, sich dann aber wie ein Kranker ernährt, atmet und schläft.

Das universelle Lebensprinzip ist somit das Prinzip der Gesundheit in einem Menschen. Es ist eins mit der Ursubstanz. Es gibt eine einzige Ursubstanz, aus der alles geschaffen ist. Diese Wesenheit hat aus sich heraus alle Formen des organischen Lebens geschaffen, indem sie an diese dachte beziehungsweise indem sie an die Vorgänge und Abläufe, welche sie erzeugen, dachte.

Die Ursubstanz denkt nur an Gesundheit, weil ihr nur die Wahrheit bekannt ist. Es gibt keine Wahrheit, welche der formlosen Wesenheit nicht bekannt wäre, welche alles ist und in allem ist. Sie kennt nicht nur die Wahrheit, sondern besitzt auch die gesamte Macht. Ihre Lebenskraft ist die Quelle der gesamten Energie, welche besteht. Ein bewusstes Leben, das die gesamte Wahrheit kennt und das die gesamte Kraft besitzt, kann sich sich nicht irren oder eine Funktion auf unvollkommene Weise ablaufen lassen. Aufgrund ihrer Allwissenheit weiß sie schlichtweg zu viel, um etwas falsch machen zu können, weshalb die formlose Wesenheit nicht krank werden kann und auch nicht an Kranheit denken kann.

Ein Mensch ist eine Form dieser Ursubstanz und besitzt ein eigenes Bewusstsein, welches jedoch begrenzt und deshalb unvollkommen ist. Aufgrund seines begrenzten Wissens kann sich ein Mensch falsch verhalten und Falsches denken, wodurch er in seinem eigenen Körper naturwidrige und unvollkommene Vorgänge auslöst. Der Mensch weiß noch nicht genug, um sich nicht mehr irren zu können. Kranke oder unvollkommene Abläufe zeigen sich zwar nicht immer sofort infolge eines unvollkommenes Denkens, sie werden sich jedoch zeigen, falls dieses Denken zur Gewohnheit wird.

Jeder von einem Menschen immer wieder gedachte Gedanke neigt dazu, in seinem Körper den entsprechenden Zustand zu erschaffen.

Darüber hinaus hat es der Mensch versäumt, die bewussten Abläufe in seinem Leben auf eine gesunde Art und Weise zu steuern. Er weiß nicht, wann, was und wie er essen soll. Über das Atmen ist ihm nur wenig bekannt und über den Schlaf noch weniger. Was er über diese Dinge weiß, ist meist falsch, weil er es unterlassen hat, dem einzigen sicheren Führer im Wissen des Lebens zu folgen. Er hat sich allzusehr auf die Logik verlassen, statt auf die Intuition. Er hat die Lebensführung zu einer Kunst gemacht, statt zur einem natürlichen Ablauf. Und hat sich auf diesem Weg verirrt.

Der einzige Ausweg besteht darin, wieder auf den richtigen Weg zurückzukehren, was er in jedem Fall tun kann. Es ist die Aufgabe dieses Buches, die gesamte Wahrheit zu lehren, damit die Leserin oder der Leser schlichtweg zu viel wissen wird, um wieder auf den verkehrten Weg zu geraten.

Gedanken an Krankheit erzeugen Formen der Krankheit. Der Mensch muss lernen, an Gesundheit zu denken, und das es die Ursubstanz ist, welche die Form ihrer Gedanken annimmt, wird er bei allen seinen Vorgängen zu einer Form der Gesundheit werden und eine vollkommene Gesundheit genießen. Die Menschen, die durch die Berühung der Gebeine des Heiligen gesund wurden, wurden geheilt, weil sie auf eine gewisse Weise dachten, nicht aber, weil von den Reliquien irgendwelche Kräfte ausgingen. In den Gebeinen Toter befindet sich keinerlei Heilkraft, unabhängig davon, ob diese von einem Heiligen oder von einem Sünder stammen.

Menschen, durch durch die Verschreibungen des Allopathen oder des Homöopathen geheilt wurden, haben ihre Genesung ebenfalls dem Denken zu verdanken. Keine Arnzei trägt in sich die Kraft, eine Kranheit zu heilen.

Menschen, die durch Gebete und Affirmationen geheilt wurden, wurden ebenfalls wieder gesund, weil sie auf eine gewisse Art und Weise dachten. Wortfolgen besitzen keine Heilkraft.

Alle Kranken, die durch das eine oder andere "System" geheilt wurden, haben auf eine bestimmte Art und Weise gedacht. Dies ist leicht nachzuprüfen.


Die beiden wesentlichen Voraussetzungen sind:
  • der Glaube und
  • die persönliche Anwendung des Glaubens!


Die Leute, welche die Gebeine des Heiligen berührten, besaßen Glaube. Dieser Glaube war so groß, dass sie in dem Augenblick, in dem sie diese Gebeine berühten,sämtliche geistigen Bindungen zur Krankheit abschnitten und sich geistig mit Gesundheit verbanden.

Diese geistige Veränderung wurde durch ein intensives und hingabevolles Gefühl erzeugt, welches bis in die tiefsten Nischen ihrer Seele vordrang und auf diese Weise das Gesundheitsprinzip auf kraftvolle Weise aktivierten. Kraft des Glaubens gingen sie davon aus, dass sie geheilt seien oder dass ihnen die Heilung zuteilt würde, und aufgrund dieses Glaubens unterbrachen sie das Denken an die Krankheit und sahen sich selbst mit vollkommener Gesundheit.

Dies sind die beiden wichtigsten Voraussetzungen für das rechte Denken. Auf diese Weise werden Sie wieder gesund:
  • Verlangen Sie kraft Ihres Glaubens Ihre Gesundheit und
  • verabschieden Sie sämtliche geistigen Bindungen an Krankheit.


Wir werden körperlich zu dem, wozu wir uns geistig selbst machen und wir vereinigen uns auf der körperlichen Ebene mit dem, womit wir uns auf der geistigen Ebene vereinigen.


Solange Ihr Denken um Krankheit kreist, wird Ihr Denken zu einer Kraft, die die Krankheit in Ihnen entstehen lässt. Wenn Ihr Denken um Gesundheit kreist, wird es zu einer Kraft, die Sie gesund erhält.

Bei Menschen, die durch Arzneimittel geheilt werden, verhält es sich ebenso. Diese Menschen haben bewusst oder unbewusst genügend Glaube an die verabreichten Mittel, so dass die geistige Beziehung zur Krankheit unterbrochen wird und sie mit der Gesundheit eine neue geistige Beziehung aufnehmen.

Beim Glauben kann es sich um etwas Unbewusstes handeln. Es ist durchaus möglich, dass wir auf unbewusste Weise an die Wirkung einer Medizin glauben, auch wenn wir objektiv nicht daran glauben, und dieser unbewusste Glaube kann ausreichen, um die Aktivierung des Gesundheitsprinzips zu beschleunigen. Es gibt viele Leute, die nur wenig bewussten Glauben besitzen, und auf diese Weise geheilt werden, während andere, die einen großen Glauben an die Mittel besitzen, dann doch nicht geheilt werden, weil sie diesen Glauben nicht umsetzen. Ihr Glaube ist zu allgemein und wird nicht auf den persönlichen Fall angewandt.

Bei der Wissenschaft des gesunden Lebenswandels haben wir Zweierlei zu berücksichtigen:

1. Wie denken wir gläubig?
2. Wie wenden wir den Glauben auf uns selbst an, so dass das Gesundheitsprinzip auf konstruktive Weise beschleunigt zur Wirkung gelangt?

Beginnen wir zunächst damit, wie wir gläubiges Denken erlernen.
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